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3. März 1917
Bei den Petersburger Putilow-Werken bricht ein Streik aus

Petersburg * Bei den Putilow-Werken, einem Petrograder Rüstungsbetrieb, bricht ein Streik aus. Die Gründe sind in der wirtschaftlichen Zerrüttung und dem erfolglosen Kriegsverlauf zu suchen. Die Direktion des Werkes reagiert darauf mit der Aussperrung von 30.000 Beschäftigten, was umgehend zu einer Protestdemonstration gegen die katastrophale Versorgungslage führt. 

8. März 1917
In Petrograd beginnt die eigentliche Revolution

Petersburg * In Petrograd beginnt die eigentliche Revolution. In den Putilow-Werken wird erneut gestreikt, die Streikenden demonstrieren für eine bessere Versorgung, vor allem mit Brot. Gegen 14 Uhr treten die Arbeiterinnen in der Fabrik Ayvas ebenfalls in den Ausstand. Sie demonstrieren gegen die Brotknappheit und für die Rückholung ihrer Männer von der Front. Den protestierenden Frauen schließen sich im Laufe des Tages rund 130.000 Arbeiter an.

Dabei schlagen die Kundgebungen ins Politische um: „Weg mit der Monarchie! Schluss mit dem Krieg!“ steht auf den Transparenten. Die Lage in Petrograd gerät immer mehr außer Kontrolle. Es kommt zu den ersten schweren Zusammenstößen zwischen streikenden Arbeitern und dem Militär. 

Sehr schnell gibt es in den Betrieben Wahlen zu Arbeiterräten. Eine Form der Selbstorganisation, die die Arbeiter schon im Jahr 1905 entwickelt hatten. Daraus entstehen in der Folge Arbeiter- und Soldatenräte im ganzen Land.

13. März 1917
In Moskau bricht der Aufstand los

Moskau * In Moskau bricht der Aufstand los. Er nimmt einen ähnlichen Verlauf wie in Petrograd. Eine Niederschlagung der Erhebung scheint aussichtslos. Die Generäle zwingen Zar Nikolaus II. dazu, einer neuen „Regierung des gesellschaftlichen Vertrauens“ zuzustimmen.

Dies genügte aber den neuen Machthabern in Petrograd aber lange nicht, sie fordern den Thronverzicht des Zaren, einige sogar seinen Tod.

7. November 1917
Die Bolschewiki übernehmen die Macht in Petrograd

Petrograd * Die Bolschewiki unter Führung Wladimir Iljitsch Lenins stürzen mit einem bewaffneten Aufstand die Provisorische Regierung Alexander Kerenskis. Rote Garden und revolutionäre Soldaten besetzen strategisch wichtige Punkte der Hauptstadt und umstellen den Winterpalast. In der Nacht zum 8. November nehmen sie den Regierungssitz ein und verhaften die dort verbliebenen Minister.  

Der Zweite Allrussische Sowjetkongress billigt die Machtübernahme. Eine neue Regierung, der „Rat der Volkskommissare“ unter Lenins Vorsitz, beansprucht die Herrschaft im Namen der Arbeiter- und Soldatenräte. Der Umsturz bildet den Ausgangspunkt der bolschewistischen Staatsordnung. Die russische Revolution beginnt jedoch bereits mit der Februarrevolution, die im März 1917 zum Ende der Zarenherrschaft führt.  

Nach dem damals in Russland geltenden julianischen Kalender ist der Tag der Machtübernahme der 25. Oktober – daher die Bezeichnung „Oktoberrevolution“. Die Umstellung auf den gregorianischen Kalender erfolgt erst 1918: Auf den 31. Januar folgt unmittelbar der 14. Februar. 

28. November 1917
Die russische Regierung will einen Waffenstillstand

Petersburg * Die russische Räteregierung schlägt allen kriegführenden Parteien einen Waffenstillstand vor. Das Deutsche Reich und Österreich-Ungarn stimmen diesem Vorschlag zu, weil damit ein Teil der Soldaten von der Ostfront abgezogen und zusätzlich an der Westfront eingesetzt werden könnte. Die Alliierten lehnen einen Separatfrieden Russlands mit den Mittelmächten ab.