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16. Juni 1861
Mit dem „Groschenwagen“ beginnt Münchens öffentlicher Nahverkehr 

München * Der Lohnkutscher Michael Zechmeister eröffnet einen privaten Linienverkehr mit Pferdeomnibussen. Seine drei „Groschenwagen“ fahren nach festem Fahrplan und benötigen keine Schienen. Damit möchte er, wie er selbst erklärt, „einem längst gefühlten Bedürfnis unserer Residenzstadt“ nachkommen. 

Die Wagen verkehren fünfmal täglich vom Zentralbahnhof über den Marienplatz, das Tal und die Lilienstraße zum Mariahilfplatz in der Au. Giesing und Haidhausen bleiben zunächst ohne Anschluss. Der Erfolg bleibt jedoch aus. 

  • Die Pferdeomnibusse sind kaum schneller als Fußgänger und bieten vor allem eine bequemere Fahrt. 
  • Der Fahrpreis von sechs Kreuzern ist für Menschen mit geringem Einkommen schwer erschwinglich: Eine Fahrt kostet sechs Kreuzer und damit etwa doppelt so viel wie ein Brot. Für die ärmeren Bevölkerungsschichten ist der Omnibus deshalb kaum erschwinglich.
  • Wohlhabende Münchner bevorzugen dagegen weiterhin Mietkutschen oder eigene Gespanne. 

Bereits 1863 stellt Zechmeister den Betrieb wegen zu geringer Nachfrage ein. 1868 wagt er einen zweiten Anlauf: Seine Pferdeomnibusse verkehren nun bis 1882, bevor sie der Pferdetrambahn weichen. 

12. August 1861
Zechmeisters dritte Omnibuslinie führt zur Praterinsel 

München * Der Lohnkutscher Michael Zechmeister eröffnet seine dritte Pferdeomnibuslinie. Sie führt vom Zentralbahnhof über den Promenadeplatz sowie die Theatiner- und Maximilianstraße bis zur Praterinsel. Damit erweitert Zechmeister seinen erst im Juni begonnenen Linienverkehr. Eine direkte Verbindung nach Haidhausen bietet die neue Strecke jedoch noch nicht: Fahrgäste müssen den restlichen Weg von der Endstation aus zu Fuß zurücklegen. 

Um September 1861
Der Magistrat lehnt Beers Pläne für eine Münchner Pferdebahn ab 

München * Der deutsch-amerikanische Ingenieur S. A. Beer aus New York beantragt eine Konzession für eine Pferdebahn. Seine Wagen sollen auf Schienen durch die Stadt fahren. Doch der Münchner Magistrat lehnt das Vorhaben ab: Er hält das vorgeschlagene System für unzureichend erprobt und sieht keinen Bedarf für ein zusätzliches Verkehrsmittel. 

München zählt zu dieser Zeit rund 130.000 Einwohner. Zum Stadtgebiet gehören neben der Altstadt und den umliegenden Vorstädten auch Au, Haidhausen und Giesing, die seit dem 1. Oktober 1854 eingemeindet sind. Das Stadtgebiet entspricht gegenüber den heutigen einem Zehntel. 

Als weiteres Argument verweist der Magistrat auf Michael Zechmeisters gerade eröffneten Pferdeomnibusbetrieb. Dessen fahrplanmäßige „Groschenwagen“ reichen nach Ansicht der Stadtverwaltung aus, um den Bedarf an öffentlichem Personenverkehr zu decken. Beers Vorstoß bleibt damit erfolglos. 

Januar 1873
Der Magistrat billigt den Vertragsentwurf für eine „Pferdeeisenbahn“ 

München * Der Magistrat genehmigt einen Vertragsentwurf zur Einrichtung einer Pferdetrambahn. Die wachsende Stadt benötigt ein leistungsfähigeres öffentliches Verkehrsmittel. Auch der Erfolg von Michael Zechmeisters Pferdeomnibussen bestärkt die Stadtverwaltung darin, die Planungen voranzutreiben. 

Bis zur Umsetzung sind jedoch weitere behördliche Prüfungen erforderlich. Erst im Mai erhält die königliche Polizeidirektion den Vertragsentwurf zur Bearbeitung. 

März 1882
Die Trambahn AG darf die Pferdebahn konkurrenzlos betreiben

München * Die Münchner Trambahn-Aktiengesellschaft bekommt das Recht zugesichert, die Pferdebahn konkurrenzlos zu betreiben. Deshalb wird Michael Zechmeister - gegen eine Abfindung in Höhe von 15.000 Mark - im März 1882 verpflichtet, seine Omnibus-Linien zugunsten der schienengebundenen Pferdestraßenbahn einzustellen.