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Kaffee wird in Porzellanschalen gereicht

Versailles * Soliman Aga, der Abgesandte des türkischen Sultans Mohammed IV., stattet dem Hof des französischen Königs Ludwig XIV. einen Besuch ab. Dabei bietet er den Gästen ein exotisches Heißgetränk in Form einer Tasse Kaffee an. Das ist an und für sich noch nichts Besonderes. Das Außergewöhnliche daran ist, dass das anregende Getränk in Porzellanschalen gereicht wird.

Der französische Hof ist von den zum Genuss verwendeten Gefäßen derart begeistert, dass in der französischen Landeszentrale eine neue Modeerscheinung - „à la turque“ - geboren wird, die von hier aus ihren Siegeszug durch ganz Westeuropa antreten soll. 

23. Januar 1710
August der Starke gründet die Meißener Porzellanmanufaktur 

Meißen * Der sächsische Kurfürst und polnische König August der Starke gibt die Gründung der ersten europäischen Manufaktur für Hartporzellan bekannt. Vorausgegangen ist die erfolgreiche Herstellung europäischen Hartporzellans 1708 durch Johann Friedrich Böttger und weitere Fachleute um Ehrenfried Walther von Tschirnhaus. Die Produktion in der Meißener Albrechtsburg beginnt im Juni 1710. 

1742
Eine Meißener Porzellanfigur stellt eine Dame des Mopsordens dar 

Meißen * Die Porzellanmanufaktur fertigt die Figur „Die Dame vom Mopsorden“ im Auftrag der Prinzessin Henriette Amalie von Anhalt-Dessau. Die dargestellte Frau hält einen Mops im Arm; ein zweiter schaut unter ihrem Rock hervor. Die Figur verweist auf die Verbindung zwischen der zeitgenössischen Begeisterung für Möpse und der geheimen Gesellschaft. Eine Mitgliedschaft der Auftraggeberin lässt sich daraus allerdings nur vermuten. 

1745
Eine Enthüllungsschrift beschreibt die Geheimnisse des Mopsordens 

Amsterdam * Die französischsprachige Schrift „L’Ordre des Francs-Maçons trahi, et le Secret des Mopses révélé“ erscheint. Noch im selben Jahr kommen deutsche Übersetzungen heraus, darunter „Der verrathene Orden der Freymäurer, und das offenbarte Geheimniß der Mopsgesellschaft“. 

Das Buch schildert die Aufnahmezeremonien des Mopsordens: Bewerber kratzen an der Tür, statt anzuklopfen, und werden mit verbundenen Augen durch die Versammlung geführt. Die Anwesenden begleiten das Geschehen mit Bellen und Lärm. Zu den beschriebenen Aufnahmehandlungen gehört auch ein Kuss auf das Hinterteil eines Porzellanmopses. Die Darstellung macht die geheime Gesellschaft einem breiteren Publikum bekannt, gibt aber zugleich die Sicht einer zeitgenössischen Enthüllungsschrift wieder. 

Suchbegriffe: Mops, Mopsorden
24. Februar 1998
Den Grundstein des Maximilianeums wiederentdeckt

München-Haidhausen * Die Lage des Grundsteins des Maximilianeums geriet im Laufe der Zeit in Vergessenheit und wurde erst bei Umbauarbeiten zufällig wiederentdeckt. In einer Bleikassette fanden sich mehrere Objekte, darunter Deutschlands älteste Modelllokomotive. 

Die 1838 in Dresden gefertigte und ursprünglich funktionsfähige Kleinlokomotive ist ein Modell der „Adler“-Lokomotive mit Schlepptender im Maßstab 1:10. Sie besteht aus Eisen, Messing, Kupfer und Holz und konnte mit Spiritus betrieben werden. Vermutlich handelte es sich um ein Werbegeschenk der englischen Firma Robert Stephenson & Co., die auch Deutschlands erste Lokomotive baute. Die „Adler“ verkehrte ab 1835 auf der Strecke zwischen Nürnberg und Fürth. 

Der Grundstein enthält außerdem Baupläne, die Urkunde über die Bestimmung des Gebäudes, Porträts des Königs und seiner Frau Marie von Preußen auf Nymphenburger Porzellan sowie seltene Münzen.