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1860
Durch die private Ostbahn muss der Centralbahnhof erweitert werden

München-Maxvorstadt * Der ständige Ausbau des Schienennetzes zieht für den Centralbahnhof“Erweiterungen und Umbaumaßnahmen nach sich. Durch die Aktivitäten der privaten Ostbahn-Aktiengesellschaft droht der Centralbahnhof zusätzlich aus allen Nähten zu platzen. Deshalb erbaut man nördlich des Bahnhofgebäudes eine eigene Einsteighalle für die Ostbahn. Sie überspannt vier Gleise, hat eine Länge von rund 145 und eine Breite von 24 Metern.

Um das einheitliche Bild des Centralbahnhofs zu erhalten, blendet Friedrich Bürklein der Ostbahnhalle einen dreigeschossigen Pavillon als Kopfbau vor. Zur Symmetrie erhält der Bahnhof am südlichen Ende einen von der Post genutzten Erweiterungsbau. 

1891
Die Trambahn AG verlangt eine längere Konzession für den weiteren Netzausbau

München * Die Münchner Trambahn-Aktiengesellschaft erklärt, das vereinbarte Bauprogramm nicht vollständig erfüllen zu können. Seit 1882 sind sechs der acht zugesagten neuen Strecken fertiggestellt. Zugleich erfordert das Wachstum der Stadt einen weiteren Ausbau des Schienennetzes. 

Die Gesellschaft macht zusätzliche Investitionen von einer erheblichen Verlängerung ihrer Konzession abhängig. Eine längere Betriebsdauer soll ihr ermöglichen, die Baukosten durch künftige Einnahmen zu decken. 

Bei der Streckenplanung orientiert sich das private Unternehmen vor allem an den erwarteten Erträgen. Die Verkehrsbedürfnisse wachsender Stadtviertel führen deshalb nicht automatisch zu einer Trambahnanbindung. 

1. April 1920
Ende der bayerischen Bahn- und Posthoheit 

Freistaat Bayern - Deutsches Reich * Die bayerischen Staatseisenbahnen sowie die Post- und Telegrafenverwaltung gehen in die Zuständigkeit des Deutschen Reiches über. Damit verliert Bayern wichtige Sonderrechte, die ihm seit der Reichsgründung von 1871 eine weitgehend eigenständige Verkehrs- und Postpolitik ermöglicht haben. Das Schienennetz wird in die Deutschen Reichseisenbahnen eingegliedert, die Post Teil der Reichspost. Das Reich übernimmt zwar die Schulden der bayerischen Staatsbahn und sagt Entschädigungen zu, begleicht die vereinbarten Summen jedoch nicht vollständig. Die anschließende Inflation entwertet die Ansprüche zusätzlich.