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In Deutschland entdeckt man eine ketzerische Teufelsanbetung

Rom-Lateran - Deutschland * In Deutschland entdeckt man eine ketzerische Teufelsanbetung, deren charakteristischen Züge Papst Gregor IX. beschreibt: Man findet hier

  • die Verleugnung Christi und des Kreuzes,
  • die Götzen [Kröte und schwarze Katze, die Verkörperung Luzifers],
  • die sexuellen Ausschweifungen und die Homosexualität,
  • den Geheimbund und die nächtlichen Versammlungen.
14. Oktober 1307
Die französische Krone macht die Vorwürfe gegen die Templer öffentlich 

Paris * Einen Tag nach den Massenverhaftungen lässt König Philipp IV. die Anschuldigungen gegen den Templerorden öffentlich verbreiten. Sein Berater Guillaume de Nogaret erläutert die Vorwürfe vor einer Versammlung von Geistlichen und Theologen. Damit soll das königliche Vorgehen als notwendiger Schutz des christlichen Glaubens erscheinen. 

Den Ordensbrüdern werden Ketzerei, die Verleugnung Christi, die Schändung des Kreuzes und angeblich obszöne Aufnahmezeremonien vorgeworfen. Hinzu kommen Anschuldigungen wegen gleichgeschlechtlicher sexueller Handlungen, damals unter dem Begriff „Sodomie“ verfolgt, sowie wegen der Verehrung von Götzenbildern. 

Die öffentliche Darstellung behandelt die Beschuldigungen bereits als erwiesene Verbrechen. Die Verhöre beginnen in Paris jedoch erst am 19. Oktober unter Leitung des dominikanischen Inquisitors Guillaume de Paris, auch Guillaume Imbert genannt. Haft, Drohungen und Folter führen zu zahlreichen Geständnissen, mit denen die Anklage gestützt wird. Wegen ihrer Entstehungsbedingungen sind diese Aussagen keine verlässlichen Belege für die behaupteten Praktiken.

24. Oktober 1307
Jacques de Molay legt im Pariser Verhör ein Geständnis ab 

Paris * Der gefangene Großmeister des Templerordens, Jacques de Molay, wird im Pariser Temple vom Inquisitor Guillaume de Paris verhört. Laut Protokoll erklärt er, bei seiner Aufnahme in den Orden vor mehr als vierzig Jahren aufgefordert worden zu sein, Christus zu verleugnen und auf ein Kreuz zu spucken. Er gesteht die Verleugnung, betont jedoch, nur auf den Boden gespuckt zu haben. 

Molay bestätigt damit einzelne Anschuldigungen gegen den Orden, keineswegs aber den gesamten Katalog der behaupteten Vergehen. Sein Geständnis erhält wegen seiner Stellung als Großmeister besonderes Gewicht. Am folgenden Tag wiederholt er es vor einer Versammlung von Geistlichen und Angehörigen der Pariser Universität. 

Die Verhöre finden unter den Bedingungen königlicher Gefangenschaft statt. Gegen zahlreiche Templer werden Drohungen und Folter eingesetzt. Die so gewonnenen Aussagen dienen zur Stützung der Anklage, lassen jedoch keine verlässlichen Rückschlüsse auf tatsächliche Ordenspraktiken zu. Molay widerruft sein Geständnis später. 

27. Oktober 1307
Clemens V. protestiert gegen das königliche Vorgehen gegen die Templer 

Poitiers * Papst Clemens V. protestiert in einem Schreiben an König Philipp IV. gegen die eigenmächtige Verhaftung der Templer. Da der Orden unmittelbar dem Papst untersteht, betrachtet Clemens den königlichen Zugriff als Verletzung seiner Zuständigkeit und der Rechte der römischen Kirche. 

Sein Protest richtet sich auch gegen die angewandte Folter und die Einziehung des Ordensvermögens. Der Papst beansprucht die Kontrolle über die Untersuchung und verlangt, dass die Gefangenen und ihre Güter seiner Verfügung übergeben werden. Damit tritt der Konflikt zwischen französischer Krone und Papsttum über die Führung des Verfahrens offen hervor. 

Ab August 1589
Der Schongauer Hexenprozess beginnt

Schongau * In dem ohne gesetzliche Grundlage durchgeführten und Hexenprozess werden unter rücksichtslosester Anwendung der Folter die unsinnigsten Geständnisse erpresst. Die Frauen gestehen unter anderem

  • das Wettermachen, 
  • das Töten von Tieren durch Beschmieren mit der Hexensalbe,
  • das Ausgraben und Sieden von Kindern zur Salbenherstellung,
  • sexuellen Umgang mit dem Teufel und
  • nächtliche Ausfahrten auf der Heugabel zu teuflischen Festen.

Die Aussagen der so gepeinigten Angeklagten werden mit einer entsprechenden Empfehlung des Schongauer Landrichters Hans Friedrich Herwarth von Hohenberg an Herzog Ferdinand gesandt, der dann den Hinrichtungsbefehl gibt. 

Mai 1942
Das Ludwig II.-Denkmal wird eingeschmolzen

München-Au - München-Isarvorstadt * Aufgrund des Erlasses des Reichsministerium des Innern vom 3. Mai 1942 wird das König- Ludwig II.-Denkmal demontiert und als Metallreserve für die Roh­stoffversorgung des Reiches nach Hamburg gebracht werden. Nur der Kopf entgeht - durch Rettung der Hafenarbeiter - der Einschmelzung. 

Der Deutsche-Eiche-Wirt Dietmar Holzapfel stellt sich die Frage: Warum ist Ludwig II. der einzige König, der von den Nazis eingeschmolzen wurde? Und: Hat das was mit der Verschärfung des Paragrafen 175 durch Hitler im Jahr 1935 zu tun? Immerhin stellte der Paragraf 175 des Strafgesetzbuches bis zum Jahr 1994 sexuelle Handlungen zwischen Männern unter Strafe.

1987
Aids als Symptom einer maroden Gesellschaft bezeichnet

München * Kultusminister Hans Zehetmair greift zum Vokabular des Herrenmenschen:  

  • Aids ist das „Symptom einer maroden Gesellschaft“.
  • Homosexualität gehört in den „Randbereich der Entartung“.
  • „Das Umfeld der ethischen Werte muss wiederentdeckt werden, um diese Entartung auszudünnen“.
  • „Es geht darum, dass dies contra naturam ist - naturwidrig“.
  • „Dieser Rand muss dünner gemacht werden, er muss ausgedünnt werden!“ 
26. Februar 1987
Peter Gauweilers Anti-Aids-Regelungen

München * Peter Gauweiler, CSU-Staatssekretär im bayerischen Innenministerium, setzt sich für scharfe Anti-Aids-Regelungen in Bayern ein - mit Zwangstests für Prostituierte, Drogenabhängige und angehende Beamte. Er bezeichnet an Aids erkrankte Personen als Aussätzige. 

26. Februar 1987
Horst Seehofer will Aids-Kranke „konzentrieren“

Bonn * Horst Seehofer, aufstrebender CSU-Bundestagsabgeordneter, wird im Stern zitiert, dass er Aidskranke „in speziellen Heimen“ sammeln, sogar „konzentrieren“ will.

Später lässt Seehofer übrigens ausrichten, dass man damals in der Aids-Politik noch auf der „Suche nach dem richtigen Weg“ gewesen sei. Der damalige Weg wäre inzwischen „längst überholt“. 

19. Mai 1987
Bayern beschließt einen Anti-Aids-Maßnahmenkatalog

München * Auf Betreiben von Peter Gauweiler, CSU-Staatssekretär im bayerischen Innenministerium, beschließt Bayerns Regierung unter der Führung von Franz Josef Strauß einen umstrittenen, bundesweit einmaligen Anti-Aids-Maßnahmenkatalog. Damit soll Bayern zum Vorbild eines „europäischen Hygienekreises“ werden (Franz Josef Strauß). 

14. Juli 1990
Walter Sedlmayr wird ermordet in seiner Wohnung gefunden

München * Walter Sedlmayr wird blutüberströmt in seiner Wohnung gefunden. Er ist mit einem Hammer erschlagen und mit einem Küchenmesser erstochen worden.

Schnell stehen seine homosexuellen Neigungen im Vordergrund des Interesses. Nach aufwändigen Ermittlungen werden Sedlmayrs Freund und Geschäftspartner Wolfgang W. und dessen Bruder Manfred L. verhaftet und in einem Indizienprozess verurteilt.