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1305
Esquieu de Floyran erhebt Anschuldigungen gegen die Templer 

Aragón - Frankreich * Esquieu de Floyran verbreitet schwere Anschuldigungen gegen den Templerorden. Er wirft den Brüdern unter anderem Ketzerei, Götzenverehrung und als „Sodomie“ bezeichnete sexuelle Vergehen vor. 

Zunächst trägt er seine Behauptungen König Jakob II. von Aragón vor, anschließend wendet er sich an den französischen König Philipp IV. Die Vorwürfe gehören zur Vorgeschichte des späteren Vorgehens gegen den Orden; sie sind keine Belege für die behaupteten Praktiken. 

14. Oktober 1307
Die französische Krone macht die Vorwürfe gegen die Templer öffentlich 

Paris * Einen Tag nach den Massenverhaftungen lässt König Philipp IV. die Anschuldigungen gegen den Templerorden öffentlich verbreiten. Sein Berater Guillaume de Nogaret erläutert die Vorwürfe vor einer Versammlung von Geistlichen und Theologen. Damit soll das königliche Vorgehen als notwendiger Schutz des christlichen Glaubens erscheinen. 

Den Ordensbrüdern werden Ketzerei, die Verleugnung Christi, die Schändung des Kreuzes und angeblich obszöne Aufnahmezeremonien vorgeworfen. Hinzu kommen Anschuldigungen wegen gleichgeschlechtlicher sexueller Handlungen, damals unter dem Begriff „Sodomie“ verfolgt, sowie wegen der Verehrung von Götzenbildern. 

Die öffentliche Darstellung behandelt die Beschuldigungen bereits als erwiesene Verbrechen. Die Verhöre beginnen in Paris jedoch erst am 19. Oktober unter Leitung des dominikanischen Inquisitors Guillaume de Paris, auch Guillaume Imbert genannt. Haft, Drohungen und Folter führen zu zahlreichen Geständnissen, mit denen die Anklage gestützt wird. Wegen ihrer Entstehungsbedingungen sind diese Aussagen keine verlässlichen Belege für die behaupteten Praktiken.

19. Oktober 1307
In Paris beginnen die Verhöre der gefangenen Templer

Paris * Sechs Tage nach der Verhaftungsaktion beginnen unter Leitung des dominikanischen Inquisitors Guillaume de Paris, auch Guillaume Imbert genannt, die Verhöre der in Paris festgehaltenen Templer. Im Mittelpunkt stehen die Anschuldigungen gegen den Orden, darunter Christusverleugnung, Kreuzschändung und angeblich obszöne Aufnahmezeremonien. 

Die Gefangenen stehen unter erheblichem Druck; auch Folter wird eingesetzt. Das erhaltene Protokoll dokumentiert die Aussagen von 138 Ordensbrüdern.