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Ab 1609
Galileo Galileis Fernrohrbeobachtungen 

Padua * Galileo Galilei beobachtet mit einem verbesserten Fernrohr den Himmel. Er entdeckt Mondkrater, vier Jupitermonde, die Phasen der Venus, zahlreiche Sterne in der Milchstraße und Sonnenflecken. Seine Beobachtungen widersprechen dem traditionellen geozentrischen Weltbild und unterstützten das kopernikanische Weltbild. 

Dezember 1662
Ein schwimmender Palast für den Kurfürsten

Starnberg * Kurfürst Ferdinand Maria gibt den Bau des „Bucintoro“ in Auftrag, des repräsentativen Leibschiffs der kurfürstlichen Flotte. Die Idee für das Prunkschiff stammt aus dem Roman „Clélie“, der Lieblingslektüre der Kurfürstin Henriette Adelaide. Darin beschreibt die französische Schriftstellerin Madeleine de Scudéry ein prachtvolles Fest, das eine fürstliche Gesellschaft auf einer luxuriösen Galeere zu Ehren der Göttin Venus feiert. 

Der schwimmende Palast entsteht unter Mitwirkung venezianischer Schiffbaumeister. Die Bauleitung übernimmt der aus Venedig stammende „welsche Ingenieur“ Francesco Santurini. Er arbeitet bereits als Theaterarchitekt für den Kurfürsten und erhält im Zusammenhang mit dem Schiffsbau den ungewöhnlichen Titel eines „Schiffmeisters zu Starnberg“. 

Neben den beiden venezianischen Meistern wirken zahlreiche einheimische Handwerker am Bau des Schiffes mit. Auch Zimmerleute aus der Au beteiligen sich an der Entstehung des außergewöhnlichen Prunkschiffs.

Dezember 1662
Kurfürst Ferdinand Maria gibt den Bucintoro in Auftrag

Starnberg * Kurfürst Ferdinand Maria gibt den „Bucintoro“, das große Leibschiff der kurfürstlichen Flotte, in Auftrag. Die Anregung für den „Bucentaur“ kommt aus dem Roman „Clélie“, der Lieblingslektüre der Kurfürstin Henriette Adelaide. In dieser Geschichte schildert Madeleine de Scudery ein rauschendes Fest, das eine fürstliche Gesellschaft auf einer luxuriösen Galeere zu Ehren der Göttin Venus feiert. Die selbe Lektüre war auch der Anstoß für das Herzkabinett in der Münchner Residenz.  

Der schwimmende Palast entsteht unter Beteiligung venezianischer Schiffsbau-Meister. Die Leitung hat der „welsche ingeniere“ Francesco Santurini aus Venedig, der für den Kurfürsten schon als Theater-Architekt tätig ist und der sich deshalb den eigentümlichen Titel eines „Schifmaisters zu Starnberg“ einhandelt. Neben den zwei venezianischen Meistern beteiligte sich noch eine große Zahl einheimischer Arbeitskräfte am Schiffsbau. Selbst aus der Au kommen Zimmerleute. 

Oktober 1930
„Lippen-Negerinnen“ werden auf der Wiesn ausgestellt

München-Ludwigsvorstadt * Carl Gabriel bringt die „Aussterbenden Lippen-Negerinnen vom Stamme der Sara-Kaba“ auf die Wiesn. 

Mit welcher Ungeniertheit man zu dieser Zeit die Zurschaustellung fremder Menschen betrieb und wie man über sie informierte, vermittelt eine Zeitungsankündigung: „Das zentralafrikanische Schönheitsideal wird sich in Reinkultur den Münchnern offenbaren und es ist zu hoffen, dass unsere Damenwelt nicht zu neidisch wird. Die schwarze Venus vom Stamme der Sara-Kaba gibt ein Gastspiel. Sie ist für unseren Geschmack sehr erotisch und gar wenn du einmal ans Küssen denkst, werden sich ungeahnte Schwierigkeiten einstellen. Denn schon den neugeborenen Mädchen dieses Stammes werden die Lippen durchgestoßen, und in die Wunde nach und nach Holzscheiben eingeführt, bis zur Größe eines richtiggehenden Kronfleischtellers.“