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Um 1895
Die Sozialdemokraten fordern eine Trambahn in städtischer Hand 

München * Die Münchner Sozialdemokraten fordern, die Versorgungs- und Verkehrsbetriebe in städtisches Eigentum zu überführen. Dazu zählen auch die Trambahn und die Straßenbeleuchtung. Diese Einrichtungen sollen dem Gemeinwohl dienen und der „Privatausbeutung“ entzogen werden. 

Die Sozialdemokraten wenden sich damit gegen private Monopole. In der Straßenbahn sehen sie ein Verkehrsmittel, das auch für die arbeitende Bevölkerung erschwinglich sein soll. Ihre Forderung nach einem städtischen Betrieb gewinnt mit dem Ausbau und der Elektrifizierung des Trambahnnetzes besondere Bedeutung. 

Dezember 1918
Kohle- und Strommangel erschweren die Wiederherstellung des Trambahnverkehrs 

München * Nach den Belastungen des Ersten Weltkriegs bemühen sich die Stadt und ihre Verkehrsbetriebe, den stark beeinträchtigten Straßenbahnbetrieb wieder zu stabilisieren. Verschlissene Fahrzeuge, die vernachlässigte Infrastruktur und der Mangel an Betriebsmitteln erschweren die Arbeiten. 

Auch unter der neuen Regierung Kurt Eisners bleibt die Energieversorgung unsicher. Kohlenknappheit und die dadurch eingeschränkte Stromerzeugung führen immer wieder zu erheblichen Einschränkungen des Trambahnverkehrs. 

Ab 1. Oktober 1939
Erneut arbeiten Frauen als Trambahn-Schaffnerinnen 

München * Die Münchner Verkehrsbetriebe stellen erneut Frauen als Schaffnerinnen ein. Wie bereits im Ersten Weltkrieg ersetzen sie männliche Mitarbeiter, die zum Kriegsdienst eingezogen sind. Sie verkaufen Fahrkarten, betreuen die Fahrgäste und tragen dazu bei, den Straßenbahnbetrieb trotz Personalmangels aufrechtzuerhalten. 

Damit öffnet sich der Schaffnerberuf für Frauen erneut unter dem Druck des Krieges. 

Februar 1965
Die ersten Frauen fahren Münchens Trambahnen 

München * Die ersten ausgebildeten Trambahnfahrerinnen nehmen ihren Dienst auf. Ausschlaggebend für ihren Einsatz ist der erhebliche Personalmangel bei den Münchner Verkehrsbetrieben. 

Damit übernehmen Frauen erstmals auch die Verantwortung für das Führen der Straßenbahnzüge. Der Grund für diese Maßnahme liegt jedoch nicht in der Öffnung eines Männerberufs für Frauen im Sinne der Gleichberechtigung, sondern basiert einfach auf einem katastrophalen Personalmangel.

Ab 2002
Die Verkehrsbetriebe verlassen Haidhausen 

München-Haidhausen - Moosach * Der Standort in Haidhausen blickt auf eine lange Verkehrsgeschichte zurück: Bereits am 1. Oktober 1890 wird dort ein Pferdestraßenbahndepot eingeweiht. Später nimmt auch die Straßenbahndirektion an diesem Standort ihren Sitz. Ab 1927 ist die Einsteinstraße 28 Sitz der Direktion der Münchner Verkehrsbetriebe. 

In den Jahren 2002 und 2003 verlegt die inzwischen gegründete Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) ihren Sitz schrittweise nach Moosach. Damit endet nach rund 75 Jahren die Nutzung des Gebäudekomplexes als Verwaltungsstandort. Nach dem Umzug stehen die ehemaligen Betriebs- und Verwaltungsgebäude zunächst leer. 

Um August 2014
Abriss und Modernisierung für die Volkshochschule

München-Haidhausen * Die Sanierungsarbeiten an den historischen und denkmalgeschützten Gebäuden an der Einsteinstraße 28, die früher der Sitz der Direktion der Münchner Verkehrsbetriebe waren, beginnen. Die dahinter liegenden alten Gemäuer wurden abgerissen und durch einen modernen Neubau zur Schlossstraße hin ersetzt. 

Das Haus soll vor allem zweckmäßig sein und Platz für siebzig Unterrichtsräume und andere Einrichtungen bieten.