Menü
Home Veranstaltungen Fakten Suchbegriffe Personen Jahrestage Karte Zeitensprünge Podcast

Fakten

Fakten Karte Suchbegriffe Personen Jahrestage
2000
-3000 Chronik 2026
Gefundene Einträge: 34
Suchergebnisse als PDF
1394
Der Arm des heiligen Antonius wird wiederentdeckt

München-Graggenau * Im Münchner Franziskaner-Kloster wird der Arm des heiligen Antonius wiederentdeckt. Nach ihrer Wiederauffindung des in der Zeit der Großen Pest eingemauerten Oberarmknochens bildet die Reliquie des hl. Antonius das Ziel zahlreicher Wallfahrer. Den Antonius-Arm hatte Ludwig IV. „der Baier“ nach München gebracht, doch während eines Stadtbrandes ist er verloren gegangen.  

Die Franziskaner wollen mit dem Antonius-Arm an den Triumph der Andechser Reliquien anknüpfen. Doch der Antonius-Reliquie gelingt es nicht, München zum Wallfahrtsort zu machen.

1619
Die rechte Kinnlade Johannes des Täufers in Haidhausen

Haidhausen * Herzog Maximilian I. schenkt der Sankt-Johann-Baptist-Kirche die rechte Kinnlade des heiligen Johannes des Täufers um Haidhausen in den Status eines Wallfahrtsortes zu setzen. Die kostbare Reliquie stammt aus dem Benediktinerkloster Stablo-Malmedy, das in der Erzdiözese Köln liegt, das von dem jüngeren Bruder des Wittelsbachers, Kurfürst Ferdinand, regiert wird.  

Die Verehrung der heiligen Knochen bringt den Andachten in der Haidhauser Kirche einen noch größeren Zulauf.  

Die Kopfreliquie des heiligen Johannes des Täufers wird heute an mehreren Orten verehrt.  
Das bedeutet, dass der Heilige - vorsichtig gesagt - mindestens vier Köpfe haben musste. 

1626
Maria Jacobäa Freifrau von Lerchenfeld lässt eine Loretokapelle errichten

Berg am Laim * Maria Jacobäa Freifrau von Lerchenfeld, die Witwe des Berg am Laimer Hofmarkherren, lässt am nördlichen Ortsrand eine Loretokapelle errichten.

Die Loretokapelle war eine maßstabsgetreue Nachbildung der „Santa Casa von Loreto“ bei Ancona an der italienischen Adriaküste, die als Wohnhaus der heiligen Familie in Nazareth gilt.

  • Der Legende nach wurde das kleine Gebäude aus Sandstein und Ziegeln am 10. Mai 1291 vor den Mohammedanern gerettet. Engel trugen das Haus von Nazareth nach Dalmatien, wo sie es auf dem Berg Trsat bei Rijeka absetzten.
  • Doch schon am 12. Dezember 1294 brachten Engel das heilige Haus in die Gegend von Recanati, wo sie es in einem Lorbeerhain, italienisch „Loreto“, niederließen.
  • Da viele Pilger bei dem einsam gelegenen Heiligtum ausgeraubt wurden, fand man das Haus eines Tages näher am Ort Recanati, auf dem Grundstück zweier Brüder.
  • Als diese anfingen, sich um die Opfergaben der Pilger zu streiten, entfernte sich das Haus am 7. September 1295 nochmals und steht seither an der Stelle, wo es im 16. Jahrhundert von einer riesigen Kathedrale überbaut wurde und sich zu einem der größten Wallfahrtsziele Italiens entwickelte.

Zum Unterhalt der Kirche stattet die Freifrau die Loretokirche mit einem Benefizium aus, das aus einem Kapitalstock von 1.000 Gulden besteht. Der Zinsertrag kommt zur Hälfte der Erhaltung der Kirche, zum anderen Teil dem Kaplan zu Gute, der die im Stiftungsbrief festgelegten Messen lesen musste.

Außer der finanziellen Zuwendung erhält er ein Haus, das bis zum Jahr 1968 an der Echardinger Straße 6 steht. Es war „gemauert samt einem Statl, Stallung [...] großen Garten und Pflanzgärtl“ und enthielt zudem „dreieinhalb Joch Acker“.

Der Weg, der die Münchner Wallfahrer über Haidhausen zur Kapelle führte, hieß „Loretosteig“.
Es ist dies die heutige Berg-am-Laim-Straße, die damals an der Kapelle endete.

1. Februar 1681
Geplante Altötting-Wallfahrt mit kleinem Hofstaat

Wien - München * In einem Brief teilt Kaiser Leopold I. dem baierischen Kurfürsten mit, dass er „mit kleinem Hofstaat“ die Wallfahrt nach Altötting unternehmen wird und bringt seine Hoffnung zum Ausdruck, den Kurfürsten am Ziel treffen zu können 

„Kleiner Hofstaat“ bedeutete 455 Personen, 297 Pferde, 16 Kutschen und 16 Maultiere. Im kaiserlichen Gefolge befinden sich unter anderem 15 Köche und zusätzlich zwei extra für die Kaiserin, dazu ein Küchentürhüter und der Kammerzwerg, der Hofnarr. Im Hofstaat der Kaiserin ist neben den Hofdamen, Garderobenda­men, Kammerzofen und sonstigem, meist weiblichen Personal, auch ein „Extraweib“ aufgeführt. Ihre Funktion ist ungeklärt. 

6. März 1681
Kurfürst Max Emanuel trifft in Altötting ein

Altötting * Der baierische Kurfürst Max Emanuel trifft gemeinsam mit seinem Onkel Maximilian Philipp und dessen Ehefrau Maurita Febronia in Altötting ein.

Die Etikette hätte eigentlich verlangt, dass der Kurfürst den Kaiser persönlich empfängt. Doch für den dann zu erwartenden „Empfang mit großem Zeremoniell“ wäre in Altötting nicht ausreichend Platz vorhanden gewesen. So lautet jedenfalls die offizielle Begründung. 

10. März 1681
Bündnisverhandlungen am Wallfahrtsort

Altötting * Es kommt zu einem Gespräch zwischen dem Kaiserpaar und den drei Wittelsbachern. Zum Abschied übergibt Leopold I. dem Kurfürsten Max Emanuel einen mit Diamanten besetzten Degen. Nach einem gemeinsamen Besuch der heiligen Messe in der Gnadenkapelle nimmt  man auf dem Kapellplatz öffentlich voneinander Abschied.

Die vielen Freundlichkeiten, die Leopold I. dem Kurfürsten erwiesen hat, verfehlen nicht den Zweck, für den sie berechnet waren: Max Emanuel lässt sich politisch auf die Seite Habsburgs ziehen, weg von Frankreich. 

Um 1700
Marianische Kongregationen prägen das katholische Stadtleben 

München * Rund jeder achte Einwohner Münchens gehört als Sodale einer der sechs Marianischen Kongregationen der Stadt an. Die von jesuitischer Frömmigkeit geprägten Laiengemeinschaften besitzen damit erheblichen Einfluss auf das religiöse und gesellschaftliche Leben.  

Neue Mitglieder legen zunächst eine umfassende Lebensbeichte ab und verpflichten sich in einem feierlichen Weiheakt zum lebenslangen Dienst an der Gottesmutter. Von den Sodalen werden regelmäßige Beichte und Kommunion, tägliches Gebet und Gewissenserforschung sowie Bußübungen an den kirchlichen Fast- und Abstinenztagen erwartet. 

Auch in der Öffentlichkeit treten die Kongregationen deutlich hervor: Ihre Mitglieder nehmen geschlossen an Prozessionen, Wallfahrten, Festgottesdiensten und religiösen Theateraufführungen teil. Zugleich verpflichten sie sich, einander in Notlagen beizustehen und verstorbene Mitbrüder auf ihrem letzten Weg zu begleiten. 

August 1700
Grundsteinlegung für die Wallfahrtskirche Maria Hilf 

Freystadt * In Gegenwart des Landesherrn Ferdinand Lorenz Franz Xaver Graf von Tilly wird der Grundstein für die neue Wallfahrtskirche Maria Hilf gelegt. Der italienischstämmige kurbaierische Hofbaumeister Giovanni Antonio Viscardi entwirft einen monumentalen barocken Zentralbau mit großer Kuppel und vier Ecktürmen. 

Der Neubau ersetzt eine kleinere Wallfahrtskirche, die dem wachsenden Zustrom der Pilger nicht mehr genügt und wegen ihres feuchten Baugrunds bereits Schäden aufweist. An der späteren Ausstattung wirken unter anderem Hans Georg Asam, seine Söhne Cosmas Damian und Egid Quirin sowie der Stuckateur Pietro Francesco Appiani mit. Die feierliche Weihe der Kirche erfolgt 1710.

Ab 15. September 1707
Der St.-Anna-Dreißiger in Harlaching ist erstmals belegt 

Harlaching * Der „St.-Anna-Dreißiger“ an der Anna-Kirche wird erstmals erwähnt. Während dieser Andachtszeit suchen Gläubige die Kirche zur Verehrung der heiligen Anna auf. Die Paulaner aus der Au betreuen die Gottesdienste. Aus der Andacht entwickelt sich eine dauerhafte Wallfahrt nach Harlaching. 

Spätestens im Januar 1708
Viscardi erhält den Titel eines kaiserlichen Hofbaumeisters 

München - Freystadt * Giovanni Antonio Viscardi führt spätestens seit Januar den Titel „kayserlicher Hofpaumeister“. Bereits 1706 hat ihn die Kaiserliche Administration zum baierischen Oberhofbaumeister ernannt. Der neue Titel bedeutet eine außergewöhnliche Anerkennung für den Architekten, zu dessen bedeutendsten Werken die noch im Bau befindliche Wallfahrtskirche Maria Hilf bei Freystadt gehört.

29. Mai 1710
Der Bischof erlaubt die Übertragung des Allerheiligsten 

Haidhausen - Au * Nach Einwänden der Paulaner wendet sich Johann Maximilian von Alberti erneut an den Freisinger Fürstbischof Johann Franz Eckher. Dieser erlaubt, das Allerheiligste aus der Haidhauser Kirche St. Johann Baptist in Albertis Kapelle am Gaisberg zu übertragen. Die Paulaner befürchten, dass die neue Kapelle Besucher und Spenden von ihrer Mariahilf-Wallfahrt abziehen könnte. 

3. September 1710
Die Wallfahrtskirche Maria Hilf wird geweiht

Freystadt * Der Eichstätter Weihbischof Johann Adam Nieberlein weiht die nach Plänen Giovanni Antonio Viscardis errichtete Wallfahrtskirche Maria Hilf. Zahlreiche Gläubige nehmen an der Feier teil. Der Bau beginnt 1700, kommt während des Spanischen Erbfolgekriegs zeitweise zum Stillstand und wird ab 1708 weitergeführt. Mit seinem überkuppelten Zentralraum zählt er zu den bedeutenden Kirchenbauten des baierischen Hochbarocks und beeinflusst die

Weiterentwicklung der Sakralbaukunst im 18. Jahrhundert nachhaltig. 

Ab 1714
Die Baierische Franziskanerprovinz wächst 

München * Die Baierische Franziskanerprovinz vom heiligen Antonius erlebt im 18. Jahrhundert eine Blütezeit. Vom Münchner Kloster aus, dem Sitz ihres Provinzials, betreut sie ihre Niederlassungen und erweitert ihre Tätigkeit in Seelsorge und Wallfahrt. Die Provinz ist zu diesem Zeitpunkt nicht neu: Sie besteht bereits seit 1625. 

Suchbegriffe: Franziskaner-Provinz
1732
Das St.-Anna-Bündnis wird vom Lehel übertragen

München-Giesing * Das St.-Anna-Bündnis wird vom Hieronymiten-Kloster im Lehel nach Harlaching übertragen. Damit verlagert sich die organisierte Verehrung der heiligen Anna aus der Stadt in den Wallfahrtsort - ein deutliches Zeichen für die wachsende Bedeutung von St. Anna in Harlaching.

Das Bündnis ist eine Vereinigung mehrerer Bürger aus München mit der Intention, „dass durch die Fürbitte der hl. Mutter Anna die größten Sünder sollten bekehrt werden“. 

Ab 1753
Die Harlachinger Anna-Kirche wird umfassend erneuert

München-Giesing * Zwischen 1753 und 1761 wird die Harlachinger Anna-Kirche umfassend erneuert. Dabei bleibt die äußere Gestalt vergleichsweise schlicht und erinnert weiterhin an eine romanische Dorfkirche, insbesondere durch den massiven Turm. 

Im Inneren wird der Kirchenraum im Stil des Rokoko gestaltet, der durch Leichtigkeit, Eleganz und reiche Ornamentik gekennzeichnet ist. Stuckverzierungen, geschwungene Formen und helle Farbgebung prägen das Erscheinungsbild. Die Deckenfresken sowie der Hochaltar bilden die künstlerischen Höhepunkte. 

Im Zentrum des Hochaltars steht weiterhin das Gnadenbild der „Anna selbdritt“, das den spirituellen Kern der Kirche darstellt. Es verbindet die kunsthistorische Ausstattung mit der religiösen Funktion als Wallfahrtsort.

8. Juni 1802
Ausschreitungen nach der Andechs-Wallfahrt

München-Kreuzviertel * Nachmittags um 17 Uhr kehren die Wallfahrer vom heiligen Berg in Andechs zurück. Sie ziehen feierlich durch das Sendlinger Tor in die Stadt ein. Nachdem der Pfingstdienstag als Feiertag und damit auch das Abhalten von Prozessionen bereits im Jahr 1771 abgeschafft worden war, schreitet das Militär ein. 

Es kommt zu Ausschreitungen. Eine rund 300 Personen umfassende Gruppe stürmt zur Hauptwache am Schannenplatz und weiter in Richtung Bürgersaal. Das Militär kann sich durchsetzen und die Protestierer zurückdrängen.

11. Februar 1858
Marienerscheinung in einer Felsengrotte bei Lourdes

Lourdes - Rom-Vatikan * In den Auseinandersetzungen um das Dogma der unbefleckten Empfängnis erscheint dem Bauernmädchen Bernadette Soubirous in einer Felsengrotte bei Lourdes eine „schöne weiße Dame“, die sich als „die unbefleckte Empfängnis“ betitelt.

Aus der Sicht von Papst Pius IX. gerade im richtigen Moment. Umgehend wird der Ort der Erscheinung zum Wallfahrtsort erhoben. 

8. November 1933
Adolf Hitler eröffnet im Sterneckerbräu das NSDAP-Parteimuseum

München-Angerviertel * Reichskanzler Adolf Hitler eröffnet im ehemaligen Sterneckerbräu das Parteimuseum der NSDAP. Es wird zur Wallfahrtsstätte der Nationalsozialisten und zum Magneten für Einheimische und Fremde. 20 Pfennig kostet der Eintritt zu den museal hergerichteten Räumen.

Im Rahmen der alljährlichen pompösen Veranstaltungen am 9. November zur Erinnerung an den Hitler-Ludendorff-Putsch 1923 findet beim Marsch vom Bürgerbräukeller zur Feldherrnhalle eine Gedenkminute vor dem Sterneckerbräu statt. 

1. August 1978
Der Nationalpark Berchtesgaden wird gegründet

München - Berchtesgaden * Der Nationalpark Berchtesgaden wird gegründet. Das 210 Quadratkilometer große Schutzgebiet im äußersten Südostzipfel Bayerns ist der einzige Alpen-Nationalpark Deutschlands. 

Hier befindet sich mit dem 2.713 Metern hohe Watzmann auch der zweithöchste Berg Deutschlands. Der Königssee mit der berühmten Wallfahrtskirche Sankt Batholomä liegt tiefeingeschnitten zwischen Felsen und urwüchsigen Wäldern. 

3. September 2014
Die Wiesnwirte stiften eine Mordstrumm-Kerze

Planegg * Die Wiesnwirte der großen Festzelte treffen sich - wie jedes Jahr - in der Planegger Wallfahrtskirche Maria Eich, um dort eine mehrere Kilo schwere Kerze zu stiften. Diese Tradition hat der ehemalige Sprecher der Wiesnwirte und Festwirt der Bräu-Rosl, Willy Heide, nach dem Oktoberfest-Attentat im Jahr 1980 ins Leben gerufen. Sie soll für eine friedliche Wiesn stehen. Georg Heide, der Sohn des 2011 verstorbenen Willy, setzt die Tradition gemeinsam mit seiner Frau Renate und Tochter Daniela fort.

Bei den Münchnern hält sich aber eisern das Gerücht, dass das Mordstrumm von einer Kerze für eine sich pünktlich zum Wiesn-Beginn einstellende Schönwetterfront gestiftet wird. Denn schönes Wetter bedeutet für die Wiesnwirte auch gute Umsätze und damit Gewinn. Denn wie singen die Festwirte in Maria Eich: „Maria hilf uns allen aus unsrer tiefen Not“.