Die Brunnwerke am Lilienberg und im Brunnthal gehen in Betrieb
Au - Haidhausen * Die herzoglichen Brunnwerke am Lilienberg und im Brunnthal gehen in Betrieb.
Au - Haidhausen * Die herzoglichen Brunnwerke am Lilienberg und im Brunnthal gehen in Betrieb.
Au * Die durchgeführte vollständige Erneuerung des „Isarberg-Brunnhauses“ verschlingt über 5.000 Gulden.
Berg am Laim * Enrico Zuccalli legt einen ersten Entwurf für die Josephsburg vor. Kurfürst Joseph Clemens von Köln findet jedoch erst am zweiten Bauplan Gefallen, der „mit allen Außenwerken und Fortifikationen“ ausgestattet ist. Die einzig bekannte Darstellung der Josephsburg hat sich auf einem Kupferstich von Michael Wening aus dem Jahr 1701 erhalten, auf dem im Vordergrund das Hofmarkschloss Berg am Laim zu sehen ist.
Das Hofmarkschloss Berg am Laim und die Josephsburg liegen bis etwa 1850 in weitgehend unbebautem Gelände und sind daher vom Hochufer der Isar aus weithin sichtbar.
Vorstadt Au * Die Vorstadt Au erhält eine Wasserleitung. Bis dahin entnehmen die Auer das Wasser dem Mühlbach, dem Grundwasser oder Zisternen.
München * Der inzwischen zum Oberingenieur ernannte Arnold Zenetti übernimmt als Baurat die Leitung des Stadtbauamts. Nun besteht für ihn die Möglichkeit, einmal gefasste Ideen und Bauvorhaben in die Tat umzusetzen.
Max von Pettenkofers leidenschaftliche Forderungen und Vorschläge, München endlich zur colera- und typhusfreien Stadt zu machen, fallen bei Arnold Zenetti auf fruchtbaren Boden und finden in ihm einen energischen Unterstützer. Es beginnt eine fruchtbare Zusammenarbeit der beiden Männer, zu denen sich ab dem Jahr 1870 noch der Erste Bürgermeister von München, Alois von Erhardt, hinzugesellt. Die gewaltigen Aufgaben, denen sich die Drei stellten, sind
Dadurch können die mehr als achthundert Schlachtstätten der Metzgereien, die in denkbar unhygienischer Art und Weise arbeiten, geschlossen werden.
München-Angerviertel * Die letzten Holzwasserrohre werden am Oberanger gegen Metallrohre ausgetauscht.
München * Dritte „Cholera-Epidemie“ bricht in München aus.
Sie führt zur Umsetzung der von Professor Max von Pettenkofer vorgeschlagenen hygienischen Maßnahmen der Stadtsanierung:
Damit wird München, als eine der schmutzigsten Städte die „sauberste Stadt Europas“.
München * Die dritte Cholera-Epidemie bricht zwischen 9. und 15. November in München aus. Sie wütet am Schlimmsten bis April 1874 und wird bis 1875 andauern. Obwohl die Seuche diesmal vergleichsweise glimpflich abläuft, werden dennoch etwa 1.400 Münchner an der Cholera sterben.
Sie führt zur Umsetzung der von Professor Max von Pettenkofer vorgeschlagenen hygienischen Maßnahmen der Stadtsanierung:
Damit wird München, als eine der schmutzigsten Städte die „sauberste Stadt Europas“.
München * Die Planungen für eine zentrale Wasserversorgung Münchens beginnen.
München * Die städtischen Brunnwerke speisen 60 öffentliche Brunnen und 2.203 Häuser. Auf die Hofbrunnwerke fallen neun öffentliche Brunnen und 960 Häuser. Das Rohrsystem ist 120 Kilometer lang. Davon entfallen 80 Kilometer auf die Stadt und 40 Kilometer auf den Hof. Von den 7.382 Anwesen der Stadt sind 4,219, also 57 Prozent, ohne laufendes Wasser.
München-Untergiesing * Im Münchner Fremdenblatt sind - 25 Jahre nach der Eingemeindung - über Giesing folgende Zeilen zu lesen:
„[...] Viel berechtigter wäre der Ausspruch: Die neue Wittelsbacherbrücke sei über die Isar gebaut, um bei ihrem prächtigen Anblick zu vergessen, welche Enttäuschung folgt, wenn man sie überschritten hat und sich einer Vorstadt nähert.
Da wir einmal auf dem Wege sind, wollen wir uns auf dem Schyrenplatz, so genannt zum Andenken der Wittelsbacher Ahnen, weiter wagen; denn es ist Schönwetter und die Police der Unfallversicherung in unserer Tasche.
Die Stadt hat aufgehört und liegt hinter uns - das Dorf beginnt, und zwar ein schmutziges Dorf.
Lassen wir den Tummelplatz des Rieser und niederbayerischen Federviehs (den Weideplatz der Martinsvögel, die jedoch hier zu jeder Zeit vertilgt werden, wenn sie nur 'gansln'), links liegen und haben wir die blauweiße Tafel passiert, auf der geschrieben steht Gänsemarkt, so kommen wir rechts vor dem Eingang in das eigentliche Giesing, an eine eigentümliche Fallgrube.
Auf unser Befragen hin wurde uns mitgeteilt, das sie die Universalabtrittsgrube der Adjazenten [= Anwohner] weit herum bilde, die in ihren Häusern des allernötigsten Rückzugsortes entbehren, der für alle zivilisierten Völker der notwendigste ist.
Gleich neben der Kommunegrube arbeitet die Wasserversorgungsanstalt, welche die Vorstadt mit filtriertem Isarwasser beglückt.
Und wieder nur einen Schritt weiter kommen wir an eine Pfütze, an ein Stinkwasser, das von Zeit zu Zeit ein ärgeres Parfüm ausströmt, als alle Böcke von Bar el Maserim - und wahrhaftig diese stinken arg.
Giesing hat eine Gemeinschaft mit allen orientalischen Städten, nämlich: man soll sie von weitem anschauen, aber nicht hineingehen. [...]
Links ein eingeplankter Garten, rechts Holzhütten, in deren Vergleich die Troglodyten [= Höhlenbewohner] noch besser logiert haben, schließen eine Straße ein, zu deren Herstellung respektive Erweiterung schon längst hätte energisch vorgegangen werden müssen - wenn eben Giesing kein Stiefkind der Stadt wäre.
Einstimmig muß man von den Giesingern hören: „Wir sind nur gut genug, Steuern und Abgaben zu bezahlen, im übrigen schert sich kein Mensch um uns“. [...]
In dem ganzen zur Stadt gehörigen Giesing ist mit Ausnahme der Tegernseer Landstraße kein Trottoir; bei jedem Regen stehen die Tümpel in den Straßen, die nach längerer Zeit die Luft verpesten und die Gesundheit schädigen.
Während in den übrigen Vorstädten die Nacht hindurch die bestimmten Gaslaternen noch Licht haben, ist diese Wohltat für die Giesinger nicht gegeben; um 1 Uhr nachts sind alle Lichter gelöscht - um diese Zeit hat eben der Giesinger nichts mehr auf der Straße zu suchen!“
München * Die Wasserversorgung aus dem Mangfalltal bringt reines, gesundes Wasser nach München.
München * Nachdem die Trinkwasser- und Abwasserproblematik gelöst ist, macht sich der Magistrat an die Beseitigung des Müllproblems. Um die Entsorgung der Abfälle ist es äußerst schlecht bestellt. Von einer regelmäßigen Sammlung des festen Hausmülls ist man in München noch weit entfernt.
Die Bürger werfen ihre Abfälle weiterhin in eine der 2.700 Asche-, Kehricht- und Düngegruben, die jährlich mindestens einmal entleert werden müssen. Das war's dann schon, mehr Müllbeseitigung gibt es bis dahin noch nicht.