Menü
Home Veranstaltungen Fakten Suchbegriffe Personen Jahrestage Karte Zeitensprünge Podcast

Fakten

Fakten Karte Suchbegriffe Personen Jahrestage
2000
-3000 Chronik 2026
Gefundene Einträge: 12
Suchergebnisse als PDF
Ab März 1096
Der Volkskreuzzug und die Gewalt gegen jüdische Gemeinden 

Frankreich, Mittel- und Südosteuropa * Noch vor dem von Papst Urban II. vorgesehenen Aufbruchstermin ziehen erste Gruppen in Richtung Konstantinopel. Diese frühe, später als Volks- oder Bauernkreuzzug bezeichnete Bewegung besteht aus Menschen unterschiedlicher Herkunft: Neben Bauern, Handwerkern und Stadtbewohnern nehmen auch Geistliche, Ritter und Angehörige des niederen Adels teil. Viele verkaufen oder verpfänden ihren Besitz, um die lange Reise zu finanzieren; andere lassen ihre bisherige Existenz nahezu unvorbereitet zurück. 

Die Beweggründe sind vielfältig. Religiöse Überzeugung, die Hoffnung auf Sündenvergebung und eine ausgeprägte Endzeiterwartung verbinden sich mit Abenteuerlust, sozialen Nöten und teilweise auch materiellen Interessen. Die kaum organisierten und schlecht versorgten Züge geraten unterwegs wiederholt in Konflikte. Einige scheitern bereits in Ungarn und auf dem Balkan; andere erreichen Konstantinopel und setzen nach Kleinasien über, wo der größte Teil des Volkskreuzzugs im Oktober 1096 von seldschukischen Truppen vernichtet wird. 

Noch vor dem Aufbruch ins Heilige Land entlädt sich die religiös aufgeheizte Stimmung auch gegen die jüdische Bevölkerung Europas. Im Frühjahr 1096 überfallen Kreuzfahrergruppen, besonders die Gefolgschaft des Grafen Emicho, jüdische Gemeinden im Rheinland. In Speyer, Worms, Mainz und weiteren Städten werden Tausende Menschen beraubt, zur Taufe gezwungen oder ermordet. Einige Bischöfe und weltliche Herrscher versuchen, die Verfolgten zu schützen, können die Gewalt jedoch nicht aufhalten. 

Die Pogrome werden durch den seit Jahrhunderten verbreiteten christlichen Antijudaismus begünstigt. Juden gelten vielen Christen fälschlich als gemeinschaftlich verantwortlich für den Tod Jesu. Religiöser Fanatismus, Habgier und die Verschuldung einzelner Täter bei jüdischen Geldgebern verstärken die Gewalt. Die Massaker von 1096 bilden eines der dunkelsten Kapitel der Kreuzzugsgeschichte. 

Suchbegriffe: Templer, Kreuzzug, Juden
6. April 1156
Kaiser Friedrich Barbarossa erklärt alle Zölle am Main für aufgehoben

Worms * In Worms erklärt Kaiser Friedrich Barbarossa in einer Urkunde alle Zölle am Main - bis auf wenige Ausnahmen - für aufgehoben. Fernhändler hatten sich bei ihm beschwert, dass sie zwischen Bamberg und Mainz allzu oft von regionalen Herrschern zur Kasse gebeten würden. Die Anmaßung königlicher Befugnisse durch die Fürsten widerspricht aber den politischen Zielen Kaiser Friedrich Barbarossas, weshalb er diesen Missbrauch eindämmen will.

Der Kaiser setzt den Grundherren daraufhin eine Frist, binnen der sie die Berechtigung dieser Zollerhebungen anhand königlicher Privilegien nachzuweisen haben. Nur die wenigsten Betroffenen können den geforderten Nachweis erbringen.  

Gut vorstellbar, dass sich vor diesem Hintergrund auch ein heftiger Streit über die bischöflichen Einnahmen aus dem Zoll, dem Markt, der Münze und der Isarbrücke in Föhring entzündet hat.  
Man muss davon ausgehen, dass Herzog Heinrich XII. „der Löwe“ die unsicheren Rechtsgrundlagen des Freisinger Bischofs Otto I. über seine selbstherrlich geschaffenen Einrichtungen bewusst sind.

Außer den Ansprüchen der beiden Kontrahenten spielt dabei natürlich auch das machtpolitische Interesse des Kaisers mit. Dieser tritt zwar vordergründig als unparteiischer Richter oder Schlichter auf, kann aber im Hintergrund agierend so seine Interessen und Ziele dennoch verwirklichen. Der Herzog und der Kaiser ziehen also am gleichen Ende des Seiles.

1157
Die Salzstraße wird nach Munichen umgeleitet

München - Haidhausen * Im Jahr 1157 - zuvor und danach war Herzog Heinrich XII. der Löwe nicht in Baiern - wird die Salzstraße nach Munichen umgeleitet.  

  • Die Salzstraße muss man sich als Trampelpfad vorstellen, denn der Lastentransport erfolgt noch nicht mit Fuhrwerken oder Karren, sondern mit Saumpferden. 
  • Sie führt noch nicht über den Gasteig (= gacher Steig = steiler Weg) hinunter zur Isar, sondern nutzt eine Fuhrt etwa auf der Höhe der heutigen Maximiliansbrücke.  

Dass der Welfenherzog ein elementares Interesse an der Aufhebung des unrechtmäßig in Föhring eingerichteten bischöflichen Fernhandelsmarktes hat, ist naheliegend, da er der größte Nutznießer dieser Entscheidung ist. Und der Freisinger Bischof will nach den Erfahrungen von Worms retten, was noch zu retten ist. Schon deshalb ziehen die beiden Kontrahenten gemeinsam mit dieser Angelegenheit vor den Kaiser. 

Nach dem 11. November 1158
Unrechtmäßige Verlegung des Marktrechts von Freising nach Föhring

Roncaglia * Zwischen dem 11. und 26. November 1158 findet in Roncaglia ein Reichstag statt. Dabei erlässt Kaiser Friedrich Barbarossa ein Gesetz, das jede nicht genehmigte Erhebung von Abgaben untersagt.  

Darunter fällt freilich auch die unrechtmäßige Verlegung des Marktrechts von Freising nach Föhring durch - den inzwischen verstorbenen - Bischof Otto I.. Auffällig ist dabei die Nähe dieses Gesetzes und der Wormser Urkunde vom 6. April 1156 zum Föhringer Konflikt. 

11. November 1178
Herzog Heinrich erhebt Klage gegen Fürstbischof Philipp von Köln

Speyer * Herzog Heinrich XII. der Löwe erhebt auf dem Hoftag zu Speyer Klage gegen den Fürstbischof Philipp von Köln und andere Fürsten, weil diese ihm Unrecht zugefügt haben.

Der ebenfalls anwesende Kölner Bischof hat zwar mit seiner Gegenklage einen schwachen Stand, doch Kaiser Friedrich Barbarossa greift nicht Herzog Heinrichs, sondern die Klage seiner Gegner auf und setzt zur Behandlung dieser Angelegenheit einen Hoftag in Worms an. 

13. Januar 1179
Herzog Heinrich der Löwe wird als Angeklagter vorgeladen

Worms * Auf dem Hoftag zu Worms wird der eigentliche Ankläger Herzog Heinrich als Angeklagter vorgeladen. Er ist sich über die gegen ihn eingeleitete Aktion im Klaren und glaubt nicht mehr daran, sein Recht zu erlangen. Die Verweigerung von Chiavenna hat ihn in die Isolierung geführt. Aus den verschiedensten und zum Teil weit zurückliegenden Gründen haben sich der Kaiser, der Kölner Erzbischof sowie viele sächsische Bischöfe und Adelige gegen den Löwen verbündet.

Der Gerichtstag bringt ihnen den ersten Erfolg: Da sich Heinrich weigert zu erscheinen, macht er sich, da er „die Majestät verachtete“, der Rechtsverweigerung, der contumancia, schuldig.

Kaiser Friedrich I. Barbarossa kommt das Nichterscheinen des Herzogs gerade recht, da er sich auf diesem Wormser Hoftag die schwäbischen Welfenbesitzungen, die er nur wenige Wochen zuvor trotz des Erbvertrags zwischen Welf VI. und Heinrich dem Löwen gekauft hatte, formell übertragen lässt. 

Vor 1202
Die Anfänge der Beginenbewegung

München-Graggenau * Die Münchner Seelhäuser und ihre kleinen Gemeinschaften von Seelnonnen wurzeln in den mittelalterlichen Armen- und religiösen Frauenbewegungen. Sie stehen in enger Beziehung zur Beginenbewegung, die weite Teile Europas erfasst. 

In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts verbreitet sich die Lebensform der weiblichen Beginen und männlichen Begarden rasch in Flandern, Brabant, den nördlichen Niederlanden sowie in Deutschland, Frankreich, Italien und der Schweiz. Ein Bericht aus dem Jahr 1241 schildert, dass ihre Zahl – besonders in Deutschland – auf „Tausende und Abertausende“ anwächst. Die Frauen verpflichten sich zu einem keuschen Leben, bestreiten ihren Lebensunterhalt durch eigene Arbeit und führen ein zurückgezogenes, religiös geprägtes Dasein. 

Zu den Zentren der Beginenbewegung im deutschen Sprachraum zählen Groß- und Bischofsstädte wie Köln, Straßburg, Mainz, Basel, Worms, Trier und Würzburg. Als soziale, wirtschaftliche und geistliche Mittelpunkte bieten sie günstige Voraussetzungen für die Entstehung solcher Gemeinschaften. 

Die frühesten zeitgenössischen Berichte führen in das Herzogtum Brabant und die Diözese Lüttich. Als älteste nachweisbare Niederlassung gilt das Beginenhaus von Tirlemont im heutigen Belgien, das bereits vor 1202 besteht. 

8. Mai 1521
Über Martin Luther wird die Reichsacht verhängt

Worms * Als Folge der päpstlichen Bannbulle vom 3. Januar 1521 wird in Worms von Kaiser Carl V. das Edikt gegen Martin Luther erlassen.

  • Über Luther wird die Reichsacht verhängt und außerdem
  • das Lesen und die Verbreitung seiner Schriften verboten. 
  • Luther kann von jedermann, der seiner habhaft wird, an Rom ausgeliefert werden. 
  • Seine Beherbergung ist bei Strafe verboten. 
Juni 1885
Gabriel von Seidl gewinnt den Kirchenbau-Wettbewerb

München-Lehel * Aus den eingereichten Planungen für den Bau der neuen Anna-Kirche im Lehel wird einstimmig das Projekt einer Vorstadt-Basilika des damals 37-jährigen Gabriel von Seidl ausgewählt. 

Die Anna-Kirche ist der erste Sakralbau des in München geborenen Architekten. Gabriel von Seidl führt in den 1880er-Jahren mehrere Bauten in und um Worms aus. Die von ihm dort gesammelten Eindrücke der rheinischen Romanik spiegeln sich in den Entwürfen zur neuen Anna-Basilika wieder. 

Da Sparsamkeit für die Leheler das oberste Gebot bleibt und ein Baukostenlimit von 550.000 Mark festgeschrieben worden ist, muss Gabriel von Seidl einige Änderungswünsche akzeptieren. 

Nach den Umarbeitungen der Pläne kann noch im selben Jahr mit den notwendigen Vorarbeiten begonnen werden. Dazu gehört die Überwölbung des durch das Grundstück fließenden Stadtsägmühlbaches. 

März 1892
„Es müßte ein Festspielhaus für das Volk werden, ...“

München * Im März 1892 hält Generalintendant Carl von Perfall einen Vortrag zum Thema Festspielhaus vor den Bürgermeistern der Landeshauptstadt München. In dieser Rede sagt er unter anderem: „Welch eine große That für die Kunst wäre es, welch eine ruhmreiche Zierde für die Kunststadt München, welch eine neu sich erschließende enorme Geldquelle für die Stadt, wenn die Prinz-Regenten-Straße ihren Abschluß durch Erbauung eines Kunsttempels fände!

Es müßte ein Festspielhaus für das Volk werden, das die verschiedenen Kunstrichtungen von Bayreuth, Salzburg und Worms in sich vereinigte, dessen Pforten im Gegensatz zu Bayreuth jedem aus dem Volke um ein im Verhältnis geringes Entgelt sich eröffneten.“