Erste Lottoziehung „6 aus 49“ in Hamburg
Hamburg * Am Sonntag, dem 9. Oktober 1955, werden um 16 Uhr im Hamburger Hotel Mau erstmals die Gewinnzahlen des neuen Zahlenlottos „6 aus 49“ gezogen. Rund 30 Zuschauer verfolgen die öffentliche Veranstaltung unter notarieller Aufsicht. Die zwölfjährige Elvira Hahn aus einem Hamburger Kinderheim zieht als erste „Lottofee“ ausgerechnet die vermeintliche Unglückszahl 13. Die vollständige Ziehungsreihenfolge lautet 13, 41, 3, 23, 12 und 16. Die Lose befinden sich in Plexiglaskugeln, die in einer hölzernen Trommel gemischt werden.
Zum Start beteiligen sich Hamburg, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Bayern. Entwickelt haben die Spielformel Lothar Lammers und Peter Weiand. Anders als bei Fußballwetten sind keine besonderen Kenntnisse erforderlich – sechs angekreuzte Zahlen genügen. Zahlenlotterien gibt es allerdings schon länger: In West-Berlin wird seit 1953 „5 aus 90“ gespielt. Das neue System reduziert die möglichen Kombinationen von rund 44 Millionen auf knapp 14 Millionen und verbessert damit die Chance auf einen vollständig richtigen Tipp.
Bei der Premiere liegen mehr als 250.000 Tippscheine vor, doch niemand erzielt sechs Richtige.