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21. Oktober 1876
Sechs Zugpferde ermöglichen einen Betriebstag

München * Außer bei Zusammenstößen gibt es bei den Pferdebahnen keinerlei Betriebsbehinderungen. Bei Hindernissen im Gleis hebt man den Wagen aus den Schienen und fährt darum herum. 

Der Betrieb der Pferdetrambahn erfordert einen regelmäßigen Wechsel der Zugtiere. Ein Pferd wird jeweils etwa zwei bis zweieinhalb Stunden eingesetzt. Für einen Wagen werden über den Betriebstag hinweg rund sechs Pferde benötigt. Eine zwölf- bis dreizehnstündige Dienstschicht kann nur dem Personal, nicht den Tieren zugemutet werden. 

Nach durchschnittlich fünf bis sechs Jahren können die Tiere den schweren Trambahndienst nicht mehr leisten und werden verkauft. Stallpersonal, Schmiede und Tierärzte sorgen während ihrer Einsatzzeit für Pflege und Versorgung. 

Auf der ersten Strecke verkehren die Wagen zwischen 7:30 und 21:30 Uhr gewöhnlich alle zehn Minuten, zu bestimmten Tageszeiten auch alle fünf Minuten. 

1883
Die Pferdetrambahn hält nur noch an festen Haltestellen 

München * Zur Schonung der Zugpferde darf die Pferdetrambahn nur noch an den vorgesehenen Haltestellen halten. Damit endet die bisherige Praxis, Fahrgäste auf Wunsch auch unterwegs ein- und aussteigen zu lassen. Die Regelung soll die häufigen zusätzlichen Stopps und das erneute Anziehen der Wagen verringern. Das Fahrpersonal ermöglicht aber Stammkunden trotzdem - durch vorgetäuschte Pannen - das Einsteigen vor ihrem Haus. 

 

Um Juli 1900
Die „Elektrische“ ersetzt Münchens Pferde- und Dampftrambahn 

München * Die seit 1895 vorangetriebene Umstellung der Trambahn auf elektrischen Betrieb findet ihren Abschluss. Die „Elektrische“ ersetzt die Pferde- und Dampftrambahn und prägt zunehmend den Verkehr der wachsenden Stadt. Doch der neue Antrieb weckt auch Skepsis: Eine Straßenbahn, die ohne Zugpferde und sichtbare Dampfkraft fährt, wirkt auf manche Münchner zunächst unheimlich.