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1702
Kurbaierns Aufrüstung belastet das Land 

Kurfürstentum Baiern * Kurfürst Max Emanuel lässt die Verfahren zur Anwerbung und Aushebung neuer Soldaten verschärfen. Die rasch wachsende Armee soll seinen bevorstehenden Kriegseintritt an der Seite Frankreichs ermöglichen. Freiwillige reichen dafür nicht aus, weshalb die Behörden zunehmend auf Zwang zurückgreifen. 

Selbst der kurbaierische Hofkriegsrat warnt, dass die Aushebungen der Landwirtschaft dringend benötigte Arbeitskräfte entziehen und damit auch die Steuerkraft des Landes schwächen. Dennoch setzt die Regierung ihre Rekrutierungspolitik fort. Baiern unterhält bei einer Bevölkerung von etwa 1,1 Millionen Menschen schließlich ein Heer von rund 27.000 Mann. 

Die Methoden und sozialen Folgen ähneln den Zwangsrekrutierungen, welche die kaiserliche Besatzungsverwaltung 1705 anordnet. Der entscheidende Unterschied liegt für die Bevölkerung darin, dass die Männer nun nicht mehr für den eigenen Landesherrn, sondern für die Truppen der verhassten Besatzungsmacht dienen sollen. 

Um den 2. Oktober 1705
Die Zwangsaushebungen treiben das Land zum Widerstand 

München - Baiern * Da sich zahlreiche junge Männer der Einberufung durch Flucht oder Verstecken entziehen, verschärft die Kaiserliche Administration ihre Rekrutierungspolitik. Verwaltungsbeamte und militärische Kommandos erhalten den Auftrag, wehrfähige Männer aufzuspüren und zur Auffüllung der kaiserlichen Regimenter einzuziehen. 

Bauernsöhne und Knechte werden bei der Arbeit oder in ihren Häusern festgenommen und teilweise gefesselt abtransportiert. Dadurch verlieren viele Höfe dringend benötigte Arbeitskräfte. Die gewaltsamen Aushebungen verschärfen die Not und den Unmut der Landbevölkerung. Aus Beschwerden und passiver Verweigerung entwickelt sich zunehmend offener Widerstand – eine entscheidende Voraussetzung für die wenige Wochen später beginnende baierische Volkserhebung.