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Fakten

Max Emanuel sucht ein Königreich als Ersatz für Baiern 

26. März 1702

München - Brüssel - Versailles - Wien * Kurfürst Max Emanuel versucht, den Spanischen Erbfolgekrieg für eine Rangerhöhung und den Aufbau einer souveränen Erbherrschaft zu nutzen. In seinen Bündnisverhandlungen mit Frankreich und Spanien fordert er am 26. März 1702 die Spanischen Niederlande, in denen er bislang nur als Statthalter regiert, als erblichen Eigenbesitz. Ersatzweise ist er bereit, das Herzogtum Mailand unter vergleichbaren Bedingungen anzunehmen. Gleichzeitig verfolgt Max Emanuel einen weitergehenden Tauschplan: Sollte Baiern im Krieg an Kaiser Leopold I. fallen oder diesem im Rahmen eines Friedensschlusses überlassen werden, will der Kurfürst für sich und seine Nachkommen die Königreiche Neapel und Sizilien erhalten. Damit würde er zwar sein angestammtes Kurfürstentum aufgeben, dafür aber ein souveränes italienisches Königreich und die ersehnte Königskrone gewinnen. 

Die Spanischen Niederlande, Mailand sowie Neapel und Sizilien bilden somit keine Bestandteile eines einzigen Tauschangebots, sondern unterschiedliche Alternativen. Max Emanuel hält sich mehrere Möglichkeiten offen und verhandelt zeitweise sowohl mit Frankreich als auch mit dem Kaiser. Keiner seiner weitreichenden Territorialpläne wird verwirklicht.