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Um 1000
Die Seidenherstellung breitet sich nach Westen aus 

Byzantinisches Reich - Mittelmeerraum * Das Byzantinische Reich verfügt bereits seit dem 6. Jahrhundert über Kenntnisse der Seidenraupenzucht und der Seidenherstellung. Über Handelswege und kulturelle Kontakte verbreiten sich diese Kenntnisse allmählich in den westlichen Mittelmeerraum. Bedeutende Produktionszentren entstehen jedoch erst nach und nach: in Sizilien und Süditalien vor allem im 12. Jahrhundert, in Südfrankreich seit dem 13. Jahrhundert. 

1226
Die Einsiedlerbrüder vom Berge Karmel erhalten ihre päpstliche Bestätigung

Rom-Lateran * Die Ordensgemeinschaft der Einsiedlerbrüder vom Berge Karmel erhält ihre päpstliche Bestätigung. Mit dem Vordringen der Muslime gehen viele Eremitenmönche im 13. Jahrhundert nach Zypern, Sizilien, Südfrankreich und England. Dort wenden sie sich einer mehr weltzugewandten Richtung zu, sodass Papst Innozenz IV. die Karmeliter unter die Bettelorden eingereiht und ihnen so die Möglichkeit der Niederlassung in den Städten gibt.

11. November 1698
König Carl II. von Spanien ernennt Joseph Ferdinand zum Alleinerben

Madrid * König Carl II. von Spanien ernennt den sechsjährigen baierischen Kurprinzen Joseph Ferdinand zum „Prinzen von Asturien“ und damit zum alleinigen Erben der spanischen Monarchie.  

Nun gibt sich der baierische Kurfürst Max Emanuel, der inzwischen Therese Kunigunde, die Tochter seines ehemaligen Waffengefährten, des polnischen Königs Johann III. Sobieski, geheiratet und im Mai 1698 seinen Sohn nach Brüssel hat bringen lassen, zu weiteren hochfliegenden Zukunftsträumen hin.  

Wenn er großzügig den Besitz des Gesamthauses Wittelsbach zusammen zählt, dann sind die großen europäischen Dynastien überflügelt: Baiern, Spanien, beide Indien, Niederlande, Mailand, Neapel, Sizilien in einer Hand - Schweden, Kurpfalz, Jülich und Berg, Neuburg, Köln, Lüttich und Berchtesgaden sind von Verwandten besetzt.  

Das Testament des spanischen Königs stößt aber auf den Widerstand von Frankreich und Österreich. Damit kann die politische Zukunft für den Thronfolger keineswegs als gesichert angesehen werden. 

26. März 1702
Max Emanuel sucht ein Königreich als Ersatz für Baiern 

München - Brüssel - Versailles - Wien * Kurfürst Max Emanuel versucht, den Spanischen Erbfolgekrieg für eine Rangerhöhung und den Aufbau einer souveränen Erbherrschaft zu nutzen. In seinen Bündnisverhandlungen mit Frankreich und Spanien fordert er am 26. März 1702 die Spanischen Niederlande, in denen er bislang nur als Statthalter regiert, als erblichen Eigenbesitz. Ersatzweise ist er bereit, das Herzogtum Mailand unter vergleichbaren Bedingungen anzunehmen. Gleichzeitig verfolgt Max Emanuel einen weitergehenden Tauschplan: Sollte Baiern im Krieg an Kaiser Leopold I. fallen oder diesem im Rahmen eines Friedensschlusses überlassen werden, will der Kurfürst für sich und seine Nachkommen die Königreiche Neapel und Sizilien erhalten. Damit würde er zwar sein angestammtes Kurfürstentum aufgeben, dafür aber ein souveränes italienisches Königreich und die ersehnte Königskrone gewinnen. 

Die Spanischen Niederlande, Mailand sowie Neapel und Sizilien bilden somit keine Bestandteile eines einzigen Tauschangebots, sondern unterschiedliche Alternativen. Max Emanuel hält sich mehrere Möglichkeiten offen und verhandelt zeitweise sowohl mit Frankreich als auch mit dem Kaiser. Keiner seiner weitreichenden Territorialpläne wird verwirklicht. 

17. August 1702
Kaiser Leopold weist Max Emanuels Forderungen zurück 

München - Wien * Am Münchner Hof trifft die lange erwartete Antwort Kaiser Leopolds I. auf die Forderungen des baierischen Kurfürsten ein. Max Emanuel verlangt für ein Bündnis mit dem Kaiser weitreichende Gegenleistungen: die Anerkennung einer Königswürde für das Haus Wittelsbach, die Abtretung der Markgrafschaft Burgau und mehrerer Tiroler Herrschaften sowie das Herzogtum Mailand oder die Königreiche Neapel und Sizilien als Tauschobjekt für Baiern. 

Kaiser Leopold lehnt diese Forderungen ab und erinnert Max Emanuel an seine Pflichten als Kurfürst und Reichsstand. Damit scheitert der letzte ernsthafte Versuch, ihn auf die Seite des Kaisers und der Haager Allianz zu ziehen. 

11. April 1713
Friedensverträge von Utrecht beenden den Krieg für viele Mächte 

Utrecht * Nach mehr als einem Jahr Verhandlungen schließt Frankreich Friedensverträge mit Großbritannien, den Vereinigten Niederlanden, Savoyen, Portugal und Preußen. Kaiser Carl VI. beteiligt sich nicht am Friedensschluss und setzt den Krieg gegen Frankreich fort.  

Die Einigung macht eine Wiederherstellung des spanisch-habsburgischen Großreichs hinfällig: Philipp V. aus dem Haus Bourbon bleibt König von Spanien, während die spanische und die französische Krone getrennt bleiben sollen. Die spanischen Besitzungen in Europa werden unter anderen Mächten aufgeteilt. Für den Kaiser endet der Krieg erst mit dem Frieden von Rastatt 1714. 

4. November 1790
Mozarts Oper „Entführung aus dem Serail“ wird im Kaisersaal aufgeführt

München-Graggenau * Wolfgang Amadeus Mozarts Oper „Entführung aus dem Serail“ wird auf Einladung des Kurfürsten Carl Theodor in einer festlichen Hofakademie im Kaisersaal der Residenz aufgeführt. Der Musiker und Komponist freut sich, wie „stark das Gereiß“ um ihn ist.  

Anwesend sind auch König Ferdinand IV. von Neapel und Sizilien mit seiner Gemahlin Maria Caroline von Österreich, einerSchwester des neugekürten Kaisers Leopold II..

3. Juni 1927
Eine Hochzeit als Publicity-Coup 

Paris * Josephine Baker und Giuseppe „Pepito“ Abatino geben öffentlich ihre Heirat bekannt. Der aus Sizilien stammende ehemalige Steinmetz tritt als italienischer Graf auf und wird Bakers Lebensgefährte und Manager. Gemeinsam inszenieren sie sich als glamouröses gräfliches Paar. 

Die Verbindung ist jedoch keine rechtsgültige Ehe, und auch Abatinos Adelstitel ist erfunden. Die Geschichte von „Graf und Gräfin“ dient vor allem der Werbung und trägt dazu bei, Josephine Bakers öffentliches Bild als internationaler Star weiter auszubauen.