Im Panoptikum werden erstmals lebende Bilder gezeigt
11. Juli 1896
München-Hackenviertel * In der bayerischen Haupt- und Residenzstadt werden erstmals „lebende Bilder“ gezeigt. Die Aufführung findet - „unter lebhafter Anteilnahme des Münchner Publikums“ - in Carl Gabriels und Emil Eduard Hammers Panoptikum statt. Der Vorführapparat wird mit Theaterkulissen umspannt und dann „drauflos gekurbelt“. Die Vorführungen richtet Carl Gabriel nach französischem Vorbild ein.
Das ganze Programm ist circa 100 Meter lang und läuft innerhalb von einer Viertelstunde ab. Drei bis fünf kleine Filme werden gezeigt:
- Ein heranbrausener Eisenbahnzug,
- Eine Schlangendomteuse,
- Ein Kettensprenger und
- Das Aufziehen der Hauptwache.
Schon einer der ersten Filme verursacht einen Skandal. Er heißt „Endlich allein“ und zeigt ein Brautpaar am Hochzeitstag. Die Schlussszene wird umgehend zensiert.
Personen:
Gabriel Carl Schausteller, Hammer Emil Eduard
Schlagwörter:
Internationales Handelspanoptikum, Kino, Lebende Bilder, Panoptikum, Film: Endlich allein, Zensur