Jan Hus trifft zwei Tage vor Beginn des Konzils in Konstanz ein
Konstanz * Jan Hus trifft zwei Tage vor Beginn des Konzils in Konstanz ein.
Konstanz * Jan Hus trifft zwei Tage vor Beginn des Konzils in Konstanz ein.
Konstanz * Das Konzil von Konstanz beginnt. Es dauert bis zum 22. April 1418. Der wichtigste Tagesordnungspunkt des Konzils ist die Beendung des Abendländischen Schisma und damit die Wiederherstellung der Einheit der Kirche. Die Lösung besteht darin, alle drei Päpste abzusetzen und einen neuen, von allen anerkannten Papst zu wählen.
Doch auf dem Konzil wird nach kurzer Zeit eine ungewöhnliche Reform des Stimmrechts unternommen: Fortan gilt nicht mehr das Prinzip ein Teilnehmer, eine Stimme, sondern es wird nach Nationen abgestimmt, wobei jede Nation nur eine Stimme haben soll. Damit haben die Italiener nur noch eine Stimme, die gegen die drei anderen Nationen England, Deutschland und Frankreich sowie die des Kardinalskollegiums steht.
Dem Kirchenkritiker Jan Hus, dem König Sigismund freies Geleit zugesichert hatte, wird auf dem Konzil von Konstanz der Prozess gemacht und am Scheiterhaufen verbrannt.
Konstanz * Jan Hus wird während des Konzils von Konstanz gefangen genommen.
Konstanz * Jan Hus wird auf der Dominikanerinsel in Konstanz in einem Verlies inhaftiert. Weil Jan Hus seine Thesen nicht widerrufen will, wird der Geleitbrief des Königs für den Kritiker für ungültig erklärt, weil jetzt nicht mehr die weltliche Ordnung für ihn zuständig sei, sondern die kirchliche.
Außerdem war die Zusage - nach damaliger Rechtsauffassung - sowieso ungültig, weil es gegenüber einem Häretiker keine verpflichtende Zusage geben kann.
Konstanz * König Sigismund trifft in Konstanz ein. Er ärgert sich zwar über den von ihm ausgestellten und von den Kirchenoberen gebrochenen Geleitbrief für Jan Hus, unternimmt aber nichts zur Hilfe des Kirchenkritikers.
Konstanz - Schaffhausen * Papst Johannes XXIII., als dessen Gefangener Jan Hus gilt, flüchtet - heimlich und als Knappe verkleidet - von Konstanz nach Schaffhausen. Er befürchtet, dass man ihm wegen früherer Fehltritte den Prozess machen könnte.
Konstanz * Schlecht genährt und krank wird Jan Hus vom Verlies auf der Dominikanerinsel in Konstanz in eine gesündere Unterkunft gebracht. Er kommt in den Gewahrsam des Bischofs von Konstanz. Der Kirchenkritiker soll zwar seine Thesen widerrufen, doch ein toter Jan Hus nützt niemanden.
Konstanz * Jan Hus kommt in das Franziskaner-Kloster in Konstanz. Dort wird er bis zum 8. Juni verhört.
Konstanz * Böhmische und mährische Adlige haben erreicht, dass Jan Hus auf dem Konzil von Konstanz sich selbst und seine Lehren öffentlich verteidigen kann. Das Konzil verlangt von Jan Hus „den Widerruf und die Abschwörung seiner Lehren“. Der als Häretiker Angeklagte lehnt dies jedoch ab.
Konstanz * Jan Hus wird am Vormittag wegen seiner Lehre von der „Kirche als der unsichtbaren Gemeinde der Prädestinierten“ als „Häretiker“ zum Feuertod verurteilt.
Am Nachmittag wird Jan Hus zusammen mit seinen Schriften auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Seine Asche wird in den Rhein gestreut.
Prag - Konstanz * 452 Adelige aus Böhmen und Mähren richten einen Protestbrief an das Konstanzer Konzil. Sie verurteilen die Verbrennung des Reformators Jan Hus am 6. Juli und kündigen an, sich an den künftig gewählten Papst zu wenden. Während des Kirchenschismas steht dieser noch nicht fest.
Prag * Die Prager Universität erklärt die Kommunion mit Brot und Wein auch für Laien für zulässig. Der Kelch wird zu einem wichtigen Erkennungszeichen der Anhänger von Jan Hus. Damit widerspricht die Universität dem Konstanzer Konzil, das seine Lehren verurteilt hat.
Konstanz * Papst Martin V. verurteilt die Lehren von John Wyclif und Jan Hus erneut. Er droht den Anhängern von Hus mit einem Kreuzzug, falls sie nicht von ihren Überzeugungen abrücken.
Prag * Anhänger der hussitischen Reformbewegung stürmen nach einer Prozession das Neustädter Rathaus. Sie werfen mehrere Amtsträger aus den Fenstern; die Männer kommen ums Leben. Der Aufstand verschärft den Konflikt um die Lehren von Jan Hus.