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25. März 1888
Ein Zylinder löst die erste Schlägerei aus

München-Au * Eine der beiden Auseinandersetzungen beginnt nach zeitgenössischen Berichten mit einem Zylinderhut. Ein von mehreren Freunden begleiteter Besucher betritt den Salvatorkeller mit der auffälligen Kopfbedeckung. In dem von Arbeitern, Handwerksgesellen und Soldaten geprägten Umfeld gilt der Zylinder als provozierendes Zeichen bürgerlicher Vornehmheit. 

Eine Gruppe von Männern, in den Berichten abwertend als „Strizzis“ bezeichnet, drückt dem Besucher den Zylinder auf dem Kopf zusammen. Dieses sogenannte „Zylinder-Eintreiben“ [= Zusammendrücken] scheint damals verbreitet zu sein. Bereits 1885 warnt ein Plakat im Löwenbräukeller: „Zylinder-Eintreiben, Bierfilzlwerfen, Pfeifen durch die Finger sowie Klopfen mit Spazierstöcken auf die Tischplatte ist polizeilich verboten!“ 

Der angegriffene Zylinderträger schlägt daraufhin einem völlig unbeteiligten Gast einen Masskrug auf den Kopf. Der Getroffene bricht blutüberströmt zusammen. Weitere Besucher greifen nun ebenfalls Männer mit Zylindern und zusammenklappbaren Chapeau-claque-Hüten an. 

Aus dem zunächst begrenzten Streit entsteht innerhalb kürzester Zeit eine größere Schlägerei, die sich mit einer zweiten Auseinandersetzung im überfüllten Salvatorkeller verbindet. 

Um 2000
Vom Bierfuizl zum Bierdeckel 

München * Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verbreitet sich in den Münchner Gaststätten der Untersetzer für Bierkrüge. Neu ist das „Bierfuizl“ allerdings nicht: Bereits im 19. Jahrhundert dienen etwa einen Zentimeter dicke Wollfilze als Unterlage. Von diesem Material leitet sich die bayerische Bezeichnung „Fuizl“ ab. 

Die saugfähigen Untersetzer fangen überlaufendes Bier und Kondenswasser auf und schützen dadurch Tischplatten und Tischdecken. Im Biergarten können sie außerdem auf den Krug gelegt werden, um das Getränk vor Laub und Insekten zu schützen. Die wiederverwendbaren Filze müssen regelmäßig gewaschen und anschließend in besonderen Gestellen getrocknet werden. Weil sie dennoch häufig feucht und unhygienisch bleiben, werden sie allmählich durch Untersetzer aus Holzschliffpappe ersetzt. 

Den Vorläufer des modernen Bierdeckels lässt sich Robert Sputh bereits 1892 patentieren. Seit 1903 werden saugfähige Untersetzer aus Holzschliff industriell hergestellt. Bedruckt mit Namen, Wappen und Werbesprüchen entwickeln sie sich zu einem beliebten Werbeträger der Brauereien. Zugleich dienen sie dem Schankpersonal als Strichliste für bestellte Speisen und Getränke – und den Gästen bisweilen als Spielgerät. 

Eine kleine Servicegeste bleibt bis heute erhalten: Aufmerksame Bedienungen stellen das Glas so ab, dass das Brauerei-Emblem dem Gast zugewandt ist.