Wladimir Iljitsch Lenin trifft in München ein
München * Der russische Revolutionär Wladimir Iljitsch Lenin trifft während seiner Emigration in München ein. Er lebt hier illegal unter dem Namen Meyer.
München * Der russische Revolutionär Wladimir Iljitsch Lenin trifft während seiner Emigration in München ein. Er lebt hier illegal unter dem Namen Meyer.
München-Kreuzviertel * Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 beginnt auch für das Münchner Künstlerhaus ein tiefgreifender Einschnitt. Im Zuge der sogenannten Gleichschaltung werden unabhängige Vereine und kulturelle Institutionen aufgelöst oder unter die Kontrolle des NS-Regimes gestellt.
Als freier Zusammenschluss von Künstlern und Kulturschaffenden entspricht der Künstlerhaus-Verein nicht den kulturpolitischen Vorstellungen der Nationalsozialisten. Sie verfolgen das Ziel, Kunst und Kultur vollständig in den Dienst ihrer Ideologie zu stellen.
Das Künstlerhaus verliert seine Unabhängigkeit und wird für regimetreue Ausstellungen und propagandistische Veranstaltungen genutzt. Jüdische Künstlerinnen und Künstler sowie politisch missliebige oder als „entartet“ diffamierte Kunstschaffende werden ausgeschlossen, verfolgt oder zur Emigration gezwungen. Damit endet der ursprünglich offene und pluralistische Charakter des Künstlerhauses.
München - Schweiz * Dr. Hermann Schülein und seine Ehefrau Ehefrau Luise „Fanny“ verlassen Deutschland und ziehen zunächst in die Schweiz. Vor der Ausreise müssen sie ein sogenanntes Auswanderersperrkonto bei der Deutschen Bank einrichten, wie es die nationalsozialistischen Behörden von Emigranten verlangen. Ein Teil ihres Privatbesitzes verbleibt in Deutschland und übersteht die Zeit des Nationalsozialismus weitgehend unbeschadet.
Die Emigration markiert einen weiteren Einschnitt im Leben der Familie Schülein, die zunehmend von der Verfolgungspolitik des NS-Regimes betroffen ist.
New York * Dr. Hermann Schülein lebt nun in New York. Nach seiner Emigration aus Deutschland wohnt er zunächst im Hotel Dorset, bevor er eine Wohnung an der Adresse 1136 Fifth Avenue bezieht. Mit dem Umzug in die Vereinigten Staaten beginnt für ihn und seine Familie ein neues Leben im Exil.
Berlin * Die Polizeidienststellen werden verpflichtet, Personen, die einer geplanten Emigration verdächtigt werden, der Finanzbehörde anzuzeigen.
München * Zwischen 1950 und 1970 besucht Dr. Hermann Schülein nahezu jeden Sommer seine Heimatstadt München. Trotz seiner Emigration und seines Lebens in den Vereinigten Staaten bleibt er der Stadt eng verbunden und pflegt bei seinen Aufenthalten seinen langjährigen Freundes- und Bekanntenkreis.
München * Anlässlich der 800-Jahr-Feier der Stadt München reist Dr. Hermann Schülein aus den USA in seine Heimatstadt. Begleitet wird er von den „Rheingold Girls“, einer Gruppe amerikanischer Schönheitsköniginnen, die im Rahmen eines Wettbewerbs der Rheingold-Brauerei ausgewählt werden.
Der Besuch sorgt für internationale Aufmerksamkeit und unterstreicht die enge Verbindung Schüleins zu München auch Jahrzehnte nach seiner Emigration.
München-Haidhausen * An der Fassade des Unionsbräu in der Einsteinstraße 42 sowie im Innenhof werden zwei Gedenktafeln zur Erinnerung an die jüdische Brauerfamilie Schülein enthüllt. Die vom Münchner Bildhauer Toni Preis gestalteten Tafeln würdigen die Bedeutung der Familie für die Geschichte der Unionsbrauerei, die Entwicklung Haidhausens und die Münchner Brauwirtschaft.
An der Feierstunde nehmen unter anderem Kulturreferent Dr. Hans-Georg Küppers und die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Dr. Charlotte Knobloch, teil. Die Tafeln erinnern zugleich an die Verfolgung der Familie während der NS-Zeit, ihre Emigration sowie an ihren Beitrag zum Wiederaufbau Münchens nach dem Zweiten Weltkrieg.