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Im Stadtrechtsbuch finden sich Bestimmungen für den Brandfall

München * Im Münchner Stadtrechtsbuch finden sich Bestimmungen über den Umgang im Brandfall. Dort heißt es: „Wenn es in der Stadt brennt, müssen zu dem Feuer kommen, sobald die Sturmglocke läutet, alle Bader und ihre Gehilfen, die Amt haben, und ihre Badergeräte mitbringen, die Maurer und Zimmerer mit ihren äxten und die Kornmesser und Salzmesser und die Salzlader und die Auflader und die Holzleut mit ihren äxten und was sie haben, das dem Feuer gut ist; - wer nicht kommt, verliert sein Recht in der Stadt für ein Jahr - was ihnen verdirbt, wird von der Stadt ersetzt“.

1848
Im Münchner Löschwesen herrschen primitivste Verhältnisse

München * Während in Bayern bereits 173 gut ausgebildete Feuerwehren vorhanden sind, herrschen in München die primitivsten Verhältnisse. Das Münchner Löschwesen besteht einerseits aus der städtischen Feuerwache, die durch städtische Arbeiter im Nebenamt gebildet wird, und andererseits aus den kgl. Feuer-Piquetts, die die königlichen und militärischen Liegenschaften schützen.

Der Polizeidirektor ist gleichzeitig der Kommandant der Löschmannschaft.

16. August 1866
Gründung der Freiwilligen Feuerwehr in München

München * Die Freiwillige Feuerwehr München wird gegründet. 180 Münchner lassen sich als Mitglieder einschreiben. Arnold Zenetti umgehend zum ersten Vorsitzenden bestimmt. Viele Neuerungen im gesamten Löschwesen lassen sich von da an auf ihn zurückführen. Darunter fällt beispielsweise die Installierung der damals hochmodernen telegraphischen Feuermeldestationen. 

1879
Hauptamtliche Feuerwehrmänner beziehen das Hauptfeuerhaus

München-Angerviertel * Zwölf hauptamtliche Feuerwehrmänner, ein Telegraphist und ein Oberfeuerwehrmann beziehen das Hauptfeuerhaus am Heumarkt 13, dem heutigen Jakobsplatz. Ziel und Zweck der hauptamtlichen Wache ist:

„Bei jedem im Burgfrieden der Stadt München ausbrechenden Brande in möglichster Schnelligkeit nach der Brandstätte zu eilen, und ein dortselbst ausgebrochenes Schadenfeuer wo möglich im Entstehen zu unterdrücken, oder wenn dies nicht mehr möglich ist, zu versuchen, dasselbe so lange zu beschränken, bis die Abteilungen der freiwilligen oder der städtischen Feuerwehr zur Hilfe auf der Brandstätte erschienen sind.“

25. Juni 1935
Ein Sicherheits- und Hilfsdienst wird eingerichtet

Berlin * Das Luftschutzgesetz verpflichtet alle Deutschen zu „Dienst- und Sachleistungen sowie zu sonstigen Handlungen, Duldungen und Unterlassungen [...], die zur Durchführung des Luftschutzes erforderlich sind“. In Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern muss ein Sicherheits- und Hilfsdienst unter der Leitung des Polizeipräsidenten aufgestellt werden. Er erhält später den Namen Luftschutzpolizei. 

Die Feuerwehr untersteht somit bei kriegsbedingten Einsätzen dem örtlichen Luftschutzleiter, bei „normalen“ - friedensmäßigen - Einsätzen ist weiterhin der Oberbürgermeister ihr höchster Dienstvorgesetzter in der Stadt.

9. November 1938
Nationalsozialisten verwüsten Münchens verbliebene Synagogen

München * In der Nacht vom 9. auf den 10. November erreicht die nationalsozialistische Gewalt gegen die jüdische Bevölkerung eine neue Eskalationsstufe. Nachdem die Hauptsynagoge an der Herzog-Max-Straße bereits im Juni abgerissen worden ist, greifen die Täter nun die beiden verbliebenen Synagogen an. 

Die Ohel-Jakob-Synagoge in der Herzog-Rudolf-Straße wird niedergebrannt. SA-Männer verwüsten auch die Synagoge in der Reichenbachstraße und setzen sie in Brand. Dort löscht die Feuerwehr die Flammen, um ein Übergreifen auf benachbarte Häuser zu verhindern. Das Gebäude bleibt erhalten, sein Inneres ist jedoch schwer beschädigt. Damit verlieren die jüdischen Gemeinden Münchens ihre letzten regulären Synagogen als nutzbare Gottesdiensträume. 

10. November 1938
SA-Männer verwüsten die Synagoge an der Reichenbachstraße

München-Isarvorstadt * SA-Angehörige dringen in die erst 1931 eingeweihte Synagoge an der Reichenbachstraße ein und verwüsten die Inneneinrichtung. Um 2:35 Uhr setzen sie das Gotteshaus in Brand. Die Feuerwehr löscht die Flammen, um ein Übergreifen auf die benachbarten Wohnhäuser zu verhindern. Dadurch bleibt das Gebäude trotz schwerer Schäden als einzige der drei großen Münchner Synagogen baulich erhalten. Die Hauptsynagoge ist bereits im Juni abgerissen worden, die Ohel-Jakob-Synagoge brennt in derselben Nacht aus.  

In den folgenden Jahren wird die Synagoge an der Reichenbachstraße zweckentfremdet. Erst nach dem Ende der NS-Herrschaft kann sie wieder als Gotteshaus dienen: Am 20. Mai 1947 wird sie nach provisorischer Instandsetzung erneut eingeweiht. 

10. November 1938
Pogromterror gegen die jüdische Bevölkerung Münchens

München * In der Nacht vom 9. auf den 10. November verwüsten nationalsozialistische Gewalttäter jüdische Geschäfte und Wohnungen, plündern Eigentum und misshandeln Menschen. Neben SA- und SS-Angehörigen beteiligen sich auch Zivilpersonen an den Übergriffen. Viele schauen zu oder weg; nur wenige helfen den Verfolgten. Die Polizei schützt die Angegriffenen nicht und unterstützt die Verhaftungen.  

  • Die Ohel-Jakob-Synagoge in der Herzog-Rudolf-Straße brennt aus. Auch die Synagoge in der Reichenbachstraße wird verwüstet und angezündet; ihr Gebäude bleibt erhalten, weil die Feuerwehr zum Schutz benachbarter Häuser den Brand löscht. Die Hauptsynagoge ist bereits im Juni abgerissen worden.  
  • Am 10. November werden über 1.000 jüdische Münchner Männer in das Konzentrationslager Dachau verschleppt. Mehr als 30 von ihnen kommen nachweislich ums Leben. Weitere 22 jüdische Menschen nehmen sich unter dem Eindruck der Verfolgung in diesen Tagen das Leben. 
  • Reichsweit werden Tausende Geschäfte und Wohnungen sowie Synagogen und Friedhöfe zerstört oder verwüstet. Rund 30.000 jüdische Männer werden in Konzentrationslager verschleppt. 
  • Die lange verbreitete Zahl von 91 Ermordeten erfasst das Ausmaß der Todesopfer nicht: Hinzu kommen zahlreiche Suizide und Hunderte Menschen, die in der anschließenden KZ-Haft oder an deren Folgen sterben. 
  • Die beschönigende Bezeichnung „Reichskristallnacht“ verdeckt den Charakter der Novemberpogrome als staatlich organisierten Terror. 
Ab März 1946
Der Gebäudeschutt wird - professionell und systematisch - geräumt

München * Der Gebäudeschutt wird - professionell und systematisch - geräumt. Mit Baggern und Flaschenzügen werden Mauerreste zum Einsturz gebracht, Sprengfirmen und das Sprengkommando der städtischen Feuerwehr sind im Einsatz, komplizierte Manöver plant die städtische Bauwacht.  

Mit einem Netz aus Kleinbahnen mit Dampflokomotiven und Kipploren werden die Trümmer beseitigt. Mit der „Bockerlbahn“ wird der Schutt nach Sendling, zum Luitpoldpark und aufs Oberwiesenfeld gebracht, wo die großen Schuttberge entstehen. 

18. Juli 1981
Der Friedensengel wird von der Säule geholt

München-Haidhausen * Statiker des Baureferats haben entdeckt, dass sich am linken Standbein der über 2,5 Tonnen schweren Figur des Friedensengels ein Riss übers Schienbein gebildet hat, die tragende Stahlstange ist angerostet, die ausladenden Flügel sind bedenklich von Wind und Wetter mitgenommen und der nächste Sturm könnte die Konstruktion vom Sockel stürzen lassen. Es muss umgehend etwas geschehen.

In der Nacht zum 18. Juli 1981 rückt die Feuerwehr an und schweißt den Friedens-Genius heimlich oberhalb der Taille entzwei und holt ihn von der Säule herunter. Später schleppt man noch den Unterleib der fast sechzig Zentner schweren Dame in ein auswärtiges Lager. Dort allerdings erweist sich bei näherer Untersuchung, dass man nur drei Schrauben hätte lösen müssen, um den Goldengel ohne Radikalamputa­tion auseinander nehmen zu können. 

Suchbegriffe: Friedensengel, Feuerwehr
18. Dezember 2005
Wasserrohrbruch überflutet das Cuvilliés-Theater 

München-Graggenau * Während der Sanierung des Cuvilliés-Theaters strömen aus einem defekten Verbindungsstück einer 20 Zentimeter starken Versorgungsleitung große Wassermengen in die Unterbühne und die Technikräume. Das Wasser steigt bis auf Bühnenhöhe; nach dem Feuerwehrbericht steht der Orchestergraben rund fünf Meter unter Wasser. Gegen 12.30 Uhr entdeckt der Pförtner den Schaden, dreht den Hauptwasserhahn ab und verständigt die Feuerwehr. Die Einsatzkräfte pumpen das Wasser mit zehn Pumpen ab. Die Freiwillige Feuerwehr Harthof ist rund vier Stunden im Einsatz. 

7. Februar 2013
Die 20-jährige Leniata Kepari wird bei lebendigem Leib als Hexe verbrannt

Mount Hagen * In Mount Hagen in Papua Neu-Guinea wird die zwanzigjährige Leniata Kepari bei lebendigem Leib als Hexe verbrannt. Die junge Frau soll einen Knaben verhext haben. Der Sechsjährige hat zuvor über Schmerzen in Magen und Brust geklagt und ist daraufhin in das Krankenhaus gebracht worden. Am nächsten Tag stirbt er.  

Die Männer ziehen die mutmaßliche Hexe aus, foltern sie mit einer erhitzten Eisenstange, fesseln sie und übergießen sie mit Benzin. Danach wird Kepari Leniata ins Feuer geworfen. Sie verbrennt bei lebendigem Leib. Bilder zeigen sie unter einem brennenden Lkw-Reifen, der offenbar noch auf sie geschmissen wurde. Sie selbst ist Mutter eines acht Monate alten Mädchens.  

Polizisten und Feuerwehrleute schreiten nicht ein. Angeblich lässt die Meute ihr Einschreiten nicht zu. 

11. Juni 2023
Ost-West-Friedenskirche brennt vollständig nieder

München-Neuhausen * Gegen 1.10 Uhr wird ein Brand in der Ost-West-Friedenskirche von Väterchen Timofej gemeldet. Als die Feuerwehr eintrifft, steht das überwiegend aus Holz und wiederverwendeten Baumaterialien errichtete Kirchlein bereits in Vollbrand. Die Einsatzkräfte können das Feuer zwar unter Kontrolle bringen, die Kirche wird jedoch vollständig zerstört. Menschen kommen nicht zu Schaden. Die Ermittlungen ergeben später, dass ein technischer Defekt den Brand ausgelöst hat.

Der Wiederaufbau der als Friedenssymbol bekannten Kirche wird noch im selben Jahr auf den Weg gebracht.