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Fakten

Pogromterror gegen die jüdische Bevölkerung Münchens

10. November 1938

München * In der Nacht vom 9. auf den 10. November verwüsten nationalsozialistische Gewalttäter jüdische Geschäfte und Wohnungen, plündern Eigentum und misshandeln Menschen. Neben SA- und SS-Angehörigen beteiligen sich auch Zivilpersonen an den Übergriffen. Viele schauen zu oder weg; nur wenige helfen den Verfolgten. Die Polizei schützt die Angegriffenen nicht und unterstützt die Verhaftungen.  

  • Die Ohel-Jakob-Synagoge in der Herzog-Rudolf-Straße brennt aus. Auch die Synagoge in der Reichenbachstraße wird verwüstet und angezündet; ihr Gebäude bleibt erhalten, weil die Feuerwehr zum Schutz benachbarter Häuser den Brand löscht. Die Hauptsynagoge ist bereits im Juni abgerissen worden.  
  • Am 10. November werden über 1.000 jüdische Münchner Männer in das Konzentrationslager Dachau verschleppt. Mehr als 30 von ihnen kommen nachweislich ums Leben. Weitere 22 jüdische Menschen nehmen sich unter dem Eindruck der Verfolgung in diesen Tagen das Leben. 
  • Reichsweit werden Tausende Geschäfte und Wohnungen sowie Synagogen und Friedhöfe zerstört oder verwüstet. Rund 30.000 jüdische Männer werden in Konzentrationslager verschleppt. 
  • Die lange verbreitete Zahl von 91 Ermordeten erfasst das Ausmaß der Todesopfer nicht: Hinzu kommen zahlreiche Suizide und Hunderte Menschen, die in der anschließenden KZ-Haft oder an deren Folgen sterben. 
  • Die beschönigende Bezeichnung „Reichskristallnacht“ verdeckt den Charakter der Novemberpogrome als staatlich organisierten Terror.