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Um den 20. Dezember 1904
Konzentrationslager als Internierungslager für Unterstützer

Deutsch-Südwestafrika * Das Erscheinungsbild des Krieges gegen die Herero und Nama ist nicht nur durch die eigentlichen Kampfhandlungen geprägt, sondern mindestens ebenso sehr durch die von der Militäradministration errichteten Konzentrationslager.

Sie dienen als Internierungslager, in denen auch Stämme aus dem Gebiet des Guerillakampfes festgesetzt werden, um so den Kämpfern den Rückhalt in der Bevölkerung zu nehmen. Es sind also keine reinen Kriegsgefangenenlager nach europäischen Standards, sondern werden auch zur Inhaftierung von Frauen, Greisen und Kindern genutzt. Das ist ein weiterer Beweis dafür, dass es sich hierbei um einen Krieg gegen ein ganzes Volk handelte.

Die Lebensbedingungen in den Konzentrationslagern sind völlig unzureichend. Es fehlte an allem, von den Lebensmitteln bis zum Brennmaterial.  Viele Insassen erkranken an Skorbut und Typhus. Die Sterblichkeit ist entsetzlich hoch. „Es kamen an manchen Tagen bis 27 Sterbefälle vor. Karrenweise wurden die Toten zum Friedhofe gebracht.“ 

21. März 1933
Ein Konzentrationslager für politische Gefangene

München - Dachau * Im Völkischen Beobachter und in den Münchner Neuesten Nachrichten erscheint eine von Heinrich Himmler, dem Reichsführer SS und zugleich kommissarischen Polizeipräsidenten von München, veranlasste Pressemeldung mit der Überschrift „Ein Konzentrationslager für politische Gefangene“.

In der Meldung ist zu lesen: „Am Mittwoch [nächster Tag] wird in der Nähe von Dachau das erste Konzentrationslager eröffnet. Es hat ein Fassungsvermögen von 5.000 Menschen.“  Weiter heißt es, dass dort „die gesamten kommunistischen und - soweit notwendig - Reichsbanner- und marxistische Funktionäre, die die Sicherheit des Staates gefährden, zusammengezogen“ werden. 

Abschließend erklärt Himmler: „Wir haben diese Maßnahme ohne jede Rücksicht auf kleinliche Bedenken getroffen in der Überzeugung, damit zur Beruhigung der nationalen Bevölkerung und in ihrem Sinn zu handeln.“ 

22. März 1933
Im KZ Dachau werden die ersten Menschen inhaftiert

Dachau * Im KZ Dachau werden die ersten Menschen inhaftiert. Am Vormittag gegen 10 Uhr steigen im Zuchthaus Landsberg die ersten 50 Gefangenen auf Lastwagen, die sie nach Dachau bringen. Gegen Mittag trifft der Transport an der ehemaligen Pulverfabrik ein, vor deren Eingang sich eine Menschenmenge Schaulustiger versammelt hat. Das Konzentrationslager Dachau wird von der 2. Polizei-Hundertschaft der Bayerischen Landespolizei bewacht.

Der Münchner Rechtsreferendar Claus Bastian trägt die Gefangenennummer 1. Über 200.000 werden ihm folgen. In den zwölf Jahren der Nazi-Herrschaft werden im KZ Dachau 41.500 Menschen ermordet, verhungern oder an Krankheiten sterben. 

12. Juni 1937
Jüdische Rasseschänder müssen ins Konzentrationslager

Berlin * Durch einen Geheimerlass des Chefs der Sicherheitspolizei und des SD, Reinhard Heydrich, werden „jüdische Rasseschänder“ und Partnerinnen in „rassenschänderischen Beziehungen“ nach Verbüßung der Haftstrafe in ein Konzentrationslager eingewiesen.

9. November 1938
Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung

München * Noch in der Nacht finden - unter passiver Anteilnahme sehr vieler Schaulustiger - die seit längerer Zeit geplanten Ausschreitungen gegen die Juden statt.

  • In München werden ein Jude ermordet sowie 900 Menschen verhaftet und in das Konzentrationslager Dachau gebracht.
  • Rund 700 Geschäfte und Betriebe werden demoliert und die Synagogen in der Herzog-Rudolf-Straße und in der Reichenbachstraße zerstört.
  • Die Münchner Hauptsynagoge war bereits im Juni 1938 abgerissen worden.

Die Bilanz dieser später auch noch beschönigend „Reichskristallnacht“ genannten Juden-Pogrome bedeutet für Deutschland:

  • 91 Ermordete, zahllose Verletzte, Misshandelte und Vergewaltigte,
  • 191 zerstörte Synagogen,
  • 7.500 zerstörte und ausgeraubte Geschäfte,
  • Verwüstung unzähliger Wohnungen und
  • fast aller jüdischer Friedhöfe,
  • rund 30.000 Einlieferungen in Konzentrationslager.

Die reichsweit organisierten antijüdischen Ausschreitungen dauern auch noch am 10. November an.

29. April 1945
Das Konzentrationslager Dachau wird befreit

Dachau * Am späten Nachmittag befreien die 45. und 42. Infanterie-Division der US-Armee rund 32.000 Insassen aus 31 Nationen aus den überfüllten Baracken des Konzentrationslagers Dachau. 

Anschließend nutzt die US-Militärverwaltung das Gelände zunächst als Internierungslager für NS-Funktionäre, später als Unterkunft für Heimatvertriebene. Zahlreiche Baracken werden umgebaut oder abgerissen. Ehemalige Häftlinge setzen sich deshalb dafür ein, das ehemalige Lager als authentischen Ort des Gedenkens und der Erinnerung zu bewahren. 

 

9. Mai 1945
Eröffnung der KZ-Gedenkstätte Dachau

Dachau * Die KZ-Gedenkstätte Dachau wird feierlich eröffnet. Das stellt einen Wendepunkt in der deutschen Erinnerungskultur dar, denn erstmals wird ein ehemaliges Konzentrationslager in der Bundesrepublik dauerhaft als staatlich anerkannte Gedenkstätte eingerichtet. Bis dahin ist das Gelände nur teilweise erhalten, und über seine künftige Nutzung war jahrelang gestritten worden. An der Eröffnungsfeier nehmen teil:

  • ehemalige Häftlinge aus vielen europäischen Ländern,
  • Vertreter der Bundesregierung und des Freistaats Bayern,
  • Repräsentanten der katholischen und evangelischen Kirche,
  • internationale Delegationen,
  • zahlreiche Münchner Bürger.

Die Feier steht ganz im Zeichen des Gedenkens an die mehr als 200.000 Häftlinge, die zwischen 1933 und 1945 durch Dachau gegangen sind, sowie der über 40.000 Menschen, die dort oder infolge ihrer Haft starben. 

Bundespräsident Heinrich Lübke kann nicht persönlich an der Einweihung teilnehmen, übersendet jedoch ein Grußwort.

23. Februar 1946
Adenauer: „Die Bischöfe hätten viel verhindern können“

Bonn * Konrad Adenauer, ein entschiedener Katholik und späterer Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, schreibt an Pastor Bernhard Custodis in Bonn über die Bischöfe im Dritten Reich die nachfolgenden Zeilen: 

„Ich glaube, dass, wenn die Bischöfe alle miteinander an einem bestimmten Tage öffentlich von den Kanzeln aus dagegen Stellung genommen hätten, sie vieles hätten verhüten können.
Das ist nicht geschehen und dafür gibt es keine Entschuldigung. Wenn die Bischöfe dadurch ins Gefängnis oder in Konzentrationslager gekommen wären, so wäre das keine Schande, im Gegenteil.
Alles das ist nicht geschehen und darum schweigt man besser.“

5. August 1960
Todesangst-Christi-Kapelle wird eingeweiht

Dachau * Im Rahmen des 37. Eucharistischen Weltkongresses wird auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers die Todesangst-Christi-Kapelle eingeweiht. Sie ist der erste kirchliche Gedenkort auf dem ehemaligen Lagergelände und entsteht noch vor der offiziellen Eröffnung der KZ-Gedenkstätte Dachau.

Initiator ist Weihbischof Johannes Neuhäusler, der von 1941 bis 1945 selbst als Sonderhäftling im KZ Dachau inhaftiert war und sich nach dem Krieg maßgeblich für einen Ort des Gebets und des Gedenkens einsetzt. An der Einweihung nehmen rund 40.000 bis 50.000 Gläubige teil.

8. Mai 1965
Grundsteinlegung der Versöhnungskirche

Dachau * Auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau wird der Grundstein für die evangelische Versöhnungskirche gelegt. Die Feier findet einen Tag vor der offiziellen Eröffnung der KZ-Gedenkstätte Dachau statt. Die Kirche entsteht auf Initiative ehemaliger Häftlinge als Ort des Gedenkens, der Versöhnung und der christlichen Verantwortung.