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13. Januar 1965
Ein provisorisches Denkmal aus Flossenbürger Granit

München-Maxvorstadt * Nach einem Stadtrats-Beschluss soll auf dem Platz der Opfer des Nationalsozialismus ein provisorisches Denkmal errichtet werden. Als Mahnmal wird ein 2,50 Meter hoher und 1,10 Meter breiter Findling aus Flossenbürger Granit aufgestellt, den der Bildhauer Karl Oppenrieder mit der Inschrift „Den Opfern des Nationalsozialismus“ versehen hat. 

1968
Wettbewerb für das Synagogen-Denkmal

München-Kreuzviertel * Für das geplante Denkmal auf dem Gelände der 1938 zerstörten Hauptsynagoge schreibt die Stadt München Anfang 1968 einen Künstlerwettbewerb aus. Den mit 6.000 D-Mark dotierten ersten Preis erhält der Münchner Bildhauer Herbert Peters. Sein Entwurf bildet die Grundlage für das künftige Mahnmal, das an die Zerstörung der Hauptsynagoge und die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung in München erinnern soll.

9. November 1969
Enthüllung des Synagogen-Denkmals

München-Kreuzviertel * Münchens Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel enthüllt im Rahmen einer feierlichen Zeremonie den Gedenkstein auf dem ehemaligen Gelände der Hauptsynagoge. Das Denkmal erinnert an die 1938 zerstörte Synagoge an der Herzog-Max-Straße sowie an die Verfolgung und Ermordung der Münchner Jüdinnen und Juden während der Zeit des Nationalsozialismus. 

Mit der Einweihung des Mahnmals erhält der historische Ort erstmals eine sichtbare Form des öffentlichen Gedenkens. Der Jahrestag der Novemberpogrome von 1938 verleiht der Zeremonie dabei eine besondere symbolische Bedeutung.

1974
De Bayerische Landesbank kauft das Wittelsbacher Palais

München-Maxvorstadt * Das Gelände des Wittelsbacher Palais an der Brienner Straße 50 wird von der Bayerische Landesbank erworben. Dort entsteht ihre neue Verwaltungszentrale.

Der erwartete Erlös von 50 Millionen D-Mark soll als Grundstock für ein später zu errichtendes Kulturhaus dienen. In diesem Zusammenhang ist auch die Realisierung eines Mahnmals für die Opfer des NS-Terrors vorgesehen.

Damit beruhigen sich die öffentlichen Diskussionen zunächst. Das Vorhaben eines eigenständigen Mahnmals am historischen Standort der ehemaligen Gestapo-Zentrale wird vorerst ebenso zurückgestellt wie die Planungen für ein Kultur- und Volksbildungshaus. 

18. September 1981
Ein Mahnmal für die Opfer des Wiesn-Attentats

München-Theresienwiese * Einen Tag vor Eröffnung des Oktoberfestes 1981 wird am Haupteingang zur Festwiese das Mahnmal für die Opfer des Bombenanschlags enthüllt. Oberbürgermeister Erich Kiesl ruft dazu auf, Lehren aus dem feigen Anschlag zu ziehen und Gewalt in jeder Form zu ächten.  

Das Mahnmal - geschaffen von Friedrich Koller - besteht aus einer 2,70 Meter hohen Bronzestele und trägt die Inschrift: „Zum Gedenken an die Opfer des Bombenanschlags vom 26. September 1980.“ 

8. November 1985
Georg Kronawitter enthüllt ein würdiges Denkmal

München-Maxvorstadt * Oberbürgermeister Georg Kronawitter enthüllt auf dem Platz der Opfer des Nationalsozialismus ein „würdiges Denkmal“, das den provisorischen Gedenkstein ersetzt. Der Bildhauer Andreas Sobeck hat einen sechs Meter hoher symbolischer Kerker aus südafrikanischen Impalagestein geschaffen, in dem eine ewige Flamme an die Verfolgten erinnern soll. 

Das Denkmal trägt die Inschrift: „Den Opfern der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.“ 

November 1986
Die Ewige Flamme darf am Tag und in der Nacht brennen

München-Maxvorstadt * Der Stadtrat hebt die Sparmaßnahme, wonach die „Ewige Flamme“ im neuen Mahnmals auf dem Patz der Opfer des Nationalsozialismus nur an besonderen Gedenktagen beziehungsweise nur nachts brennen soll, wieder auf, weil damit die „wesentliche Symbolik des Mahnmals außer Kraft gesetzt“ würde. 

Damit wird eine mehr als peinlich zu bezeichnende Diskussion beendet. 

27. Januar 2014
Neu gestaltet: Der Platz der Opfer des Nationalsozialismus

München-Maxvorstadt * Der neu gestaltete Platz der Opfer des Nationalsozialismus wird der Öffentlichkeit übergeben. Der Platz wurde seit 2012 für 3,9 Millionen Euro umgestaltet und ergänzt.

  • Bäume schirmen den Platz jetzt besser vom Verkehr ab, der Parkplatz wurde verkleinert und die Säule mit der Ewigen Flamme ist in den Mittelpunkt gerückt worden.
  • Eine 18,5 Meter lange und 1,3 Meter hohe Bronzetafel erinnert nun an die verschiedenen Opfergruppen.
  • Ein Bronzeband im Boden weist auf den Standort der früheren Gestapo-Zentrale und zum NS-Dokumentationszentrum hin. 
6. Mai 2021
Mahnmal zur Bücherverbrennung 1933

München-Maxvorstadt * In Erinnerung an die Bücherverbrennung der Nationalsozialisten im Jahr 1933 hat der Künstler Arnold Dreyblatt auf dem Königsplatz ein Mahnmal errichtet. Es trägt den Titel „The Blacklist / Die Schwarze Liste“.  

Das am historischen Ort in den Boden eingelassene Mahnmal zeigt Werke von 310 Autor*innen, die im NS-Regime geächtet wurden. Dreyblatt wählte jeweils die letzte Veröffentlichung der Autor*innen bis einschließlich 1933. 

20. September 2026
Knapp eine Million Gäste zum Auftakt der Wiesn 

München-Ludwigsvorstadt * Das erste Wiesn-Wochenende des 191. Oktoberfests beginnt mit großem Besucherandrang und weitgehend friedlicher Stimmung. Nach vorläufiger Schätzung besuchen am Eröffnungswochenende knapp eine Million Menschen das Festgelände, davon rund 450.000 am Samstag. 

Beim Einzug der Wiesnwirte und Brauereien halten die Teilnehmer erstmals am Mahnmal für die Opfer des rechtsextremen Oktoberfestattentats von 1980 inne. Am Sonntag ziehen mehr als 9.000 Trachtler und Schützen durch die Münchner Innenstadt zur Theresienwiese. 

Für Aufregung sorgt eine technische Störung an einem Fahrgeschäft: 

  • Rund vierzig Fahrgäste bleiben mehrere Minuten kopfüber hängen, werden jedoch nicht schwer verletzt. 
  • Die Sanitäter behandeln allein am Eröffnungstag fast 600 Menschen. 
  • Ein Breznverkäufer, der am Sonntag einen Herzinfarkt erleidet, kann durch die schnelle medizinische Versorgung gerettet werden. 
  • Bis zum Sonntagnachmittag verzeichnet die Polizei 55 Straftaten und zieht insgesamt eine ruhige Bilanz.