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2000
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1561
Die Jesuitenpatres erhalten für ihr Gymnasium einen Neubau

München-Kreuzviertel * Die Jesuitenpatres erhalten für ihr Gymnasium einen Neubau. Das vorläufige Unterrichtsgebäude für das Münchner Jesuiten-Colleg wird vom Provinzial der Oberdeutschen Ordensprovinz, Petrus Canisius, eingeweiht. Die „feine neue Residenz“ befindet sich etwa an der Stelle des Chores der heutigen Michaelskirche.

um 1580
Der Jesuitenpater Jeremias Drexel bekämpft die Hexen

München-Kreuzviertel * Der in München ansässige Jesuitenpater und Hofprediger Jeremias Drexel predigt in der Michaelskirche: „Oh ihr Feinde der göttlichen Ehre! Befiehlt denn nicht das göttliche Gesetz ausdrücklich: Die Zauberer sollst du nicht leben lassen? Hier rufe ich so laut ich kann und auf göttliches Geheiß zu den Bischöfen, Herren, Fürsten, Königen: Lasset die Zauberer nicht am Leben! Mit Feuer und Schwert muss diese entsetzliche Pest ausgerottet werden.

Ausgerissen muss dieses Unkraut werden, dass es nicht in übergroßer Fruchtbarkeit emporschieße, wie wir es leider sehen und beklagen. Ausgeräumt soll werden mit den Gottlosen, dass die Pest nicht weiter greift, brennen sollen die Aufrührer Gottes. [...].“

Insgesamt haben die Verfolgungsbefürworter am herzoglich-baierischen Hof ein größeres Gewicht als die kritischen Stimmen. 

um Juni 1590
In München findet ein erster Hexenprozess statt

München * In München findet ein Hexenprozess statt, in dessen Zusammenhang vier Frauen verbrannt werden. Der Münchner Falkenturm fungiert als Hexenturm.

Leider haben sich die Akten nur lückenhaft überliefert, sodass weder ein Zusammenhang des Hexenprozesses mit dem Einsturz des Turms der Michaelskirche, noch mit der Nennung von vier Brauerinnen hergestellt und bewiesen werden kann. Das bedeutet aber im Umkehrschluss, dass es auch wesentlich mehr als die vier bekannten Opfer gewesen sein können. 

1596
Erstmalige Gedanken der Eingemeindung der Au

München-Kreuzviertel - Au * Als Ersatz für die 34 Bürgerhäuser, die dem Bau der Michaelskirche geopfert werden müssen, befasst sich der Magistrat der Stadt München erstmals mit dem Gedanken der Eingemeindung der Au. Man nimmt aber wieder Abstand davon, nachdem Herzog Wilhelm V. auf eine jährliche Steuer von 600 Gulden verzichtet. 

17. Februar 1626
Herzog Wilhelm V. stirbt in Schleißheim

Schleißheim - Au * Der Alt-Herzog Wilhelm V. stirbt in Schleißheim. Seine Grabstätte befindet sich in der Münchner Michaelskirche. Sein Lieblingssohn, Herzog Albrecht VI., erbt die Hofmark Neudeck.

19. Mai 1632
Schwedenkönig Gustav II. Adolf fordert von der Stadt 300.000 Reichstaler

München * König Gustav II. Adolf besucht die Michaelskirche und lässt sich das Gottesdienstritual genauestens erklären. Der schwedische König fordert von der Stadt 300.000 Reichstaler, um München vor der Zerstörung zu verschonen. Die in der Stadt verbliebene Bürgerschaft versucht daraufhin, soviel wie möglich von der geforderten Summe zusammenzutragen.

Selbst die Ärmsten der Stadt müssen sich daran beteiligen. Und auch die schon so stark gebeutelten Einwohner der Au, Haidhausens und Giesings haben für die Zahlungen ihr Schärflein beizutragen. Exakt 940 Gulden und 43 Kreuzer steuern sie aus ihren sowieso schon begrenzten Mitteln bei. Und dennoch reicht es nicht. 

Gerade mal 144.273 Gulden bringt die Geldeintreibung ein. Das ist nicht mal ein Drittel der geforderten Summe, worauf der Schwedenkönig je 22 weltliche und geistliche Geiseln verlangt.

4. Januar 1635
Kurfürstin Elisabeth stirbt in Ranshofen bei Braunau an der Pest

Ranshofen bei Braunau • Die baierische Kurfürstin Elisabeth Renata stirbt im Alter von 40 Jahren in Ranshofen bei Braunau, wohin sie vor der Pest geflüchtet ist. Sie wird in der Michaelskirche in München beigesetzt. Die Ehe des baierischen Herrscherpaares war kinderlos geblieben. 

27. September 1651
Kurfürst Maximilian I. stirbt in Ingolstadt

Ingolstadt - München-Kreuzviertel * Kurfürst Maximilian I. stirbt in Ingolstadt. Er wird in der Münchner Michaelskirche beigesetzt. 

Sein Nachfolger wird Kurprinz Ferdinand Maria, dessen Regentschaft bis zu seiner Volljährigkeit seine Mutter, die Kaisertochter Maria Anna, übernimmt.

25. September 1665
Kurfürstin Maria Anna von Baiern stirbt

München • Die Kurfürstin-Witwe Maria Anna stirbt. Sie wird in der Münchner Michaelskirche beigesetzt. Durch den Tod der Kaisertochter gelingt es Kurfürst Ferdinand Maria und Henriette Adelaide ihren Wirkungskreis am Münchner Hof deutlich auszudehnen und zu festigen. 

8. Mai 1693
Fürstbischof Joseph Clemens gründet die Michaels-Bruderschaft

Berg am Laim * Der Kölner Kurfürst Joseph Clemens gründet die „Bruderschaft des Hl. Ertzengel und Himmelsfürsten Michael“ in der Berg am Laimer Michaelskirche der Josephsburg. Auf die Idee kam er, weil die Vorbereitungen zum 100. Jahrestag der Einweihung der Michaelskirche in der Neuhauser Gasse am 6. Juli 1697 bevorstand. 

29. September 1693
Fürstbischof Joseph Clemens gründet den Michaels-Ritterorden

Berg am Laim * Der Kölner Kurfürst Joseph Clemens gründet einen Ritterorden mit dem Titel „Hl. Ertzengel Michael, Beschützer der göttlichen Ehre“ in der Berg am Laimer Michaelskirche der Josephsburg. Er will damit den apostolischen Stuhl in Rom in der Auseinandersetzung um den Lütticher Bischofssitz wohlgesonnen stimmen. 

1710
Die Konvente der Marianischen Männerkongregation im Bürgersaal

München-Kreuzviertel * Die zunächst im Jesuitenkolleg durchgeführten Konvente der Marianischen Männerkongregation werden nach dem Erwerb und Umbau eines vergrößerten Anwesens am Ort der heutigen Bürgersaalkirche dorthin verlegt. 

Für die Zusammenkünfte muss aber das Allerheiligste jeweils von der Michaelskirche in feierlicher Prozession in den Konventssaal, den Bürgersaal, übertragen werden. 

August 1735
Der Weg zur neuen Berg am Laimer Michaelskirche

Berg am Laim * Die Planungen für den Neubau der Michaelskirche in Berg am Laim beginnen. Da Kurfürst Clemens August durch seine Aufgaben in den Bistümern Köln, Hildesheim, Osnabrück, Paderborn und Münster sowie in seiner Deutschordensresidenz Mergentheim stark beansprucht ist, überträgt er die Leitung des Bauvorhabens seinem Hofmarkverwalter in Berg am Laim und Bruderschaftssekretär Franz de Paula Würnzl. 

Spätestens zu diesem Zeitpunkt lässt Würnzl bei dem Augsburger Kupferstecher Simon Thaddäus Sondermayr einen Entwurf des geplanten Kirchenbaus veröffentlichen. Der Kupferstich dient als Grundlage für eine groß angelegte Sammelaktion im gesamten Heiligen Römischen Reich zur Finanzierung des Neubaus. In dem dazu verbreiteten Prospekt wird angekündigt, anstelle der bisherigen, zu klein gewordenen Erzbruderschaftskapelle St. Michael zu Josephsburg eine größere und repräsentativere Haupt- und Mutterkirche zu errichten. 

Möglicherweise basiert der veröffentlichte Entwurf auf einer Zeichnung Franz de Paula Würnzls selbst. Vorgesehen ist eine Kirche mit einer Einturmfassade, die bereits die Bedeutung des geplanten Neubaus erkennen lässt.

11. Februar 1737
Zustimmung aus Köln für die neue Michaelskirche

Köln - Berg am Laim * Der Kölner Erzbischof und Kurfürst Clemens August erteilt seine offizielle Zustimmung zum Neubau der Michaelskirche in Berg am Laim. Mit diesem wichtigen Schritt erhält das Bauvorhaben die notwendige kirchliche Legitimation. 

Anschließend bemüht sich Bruderschaftssekretär Franz de Paula Würnzl darum, auch das Konsilium der Erzbruderschaft von den Planungen zu überzeugen und dessen Unterstützung für das Vorhaben zu gewinnen.

20. September 1737
Gegenwind für das Bauvorhaben

Berg am Laim * Unmittelbar nach Bekanntwerden der Pläne für den Neubau der Michaelskirche in Berg am Laim untersagt der baierische Kurfürst Carl Albrecht die reichsweite Geldsammelaktion. Er verfügt gegen seinen Bruder Clemens August, dass die Sammlung „bei höchster Ungnade“ zu unterlassen sei, und stellt sich damit deutlich gegen das Vorhaben. 

Auch aus Freising erhält das Bauprojekt zunächst keine uneingeschränkte Unterstützung. Der Freisinger Fürstbischof Johann Theodor, ebenfalls ein Bruder von Clemens August, begegnet den Neubauplänen mit spürbarer Zurückhaltung und hält sich bei der Erteilung des erforderlichen Ordinariatskonsenses auffallend reserviert.

25. September 1737
Von den Widerständen unbeeindruckt

Berg am Laim * Von den Widerständen gegen das Bauvorhaben lässt sich Bruderschaftssekretär Franz de Paula Würnzl offenbar nicht beeindrucken. Er treibt die Vorbereitungen für den Neubau der Michaelskirche entschlossen voran und veranlasst die Anlieferung von Baumaterialien sowie die Errichtung von Bauhütten. 

Zu diesem Zeitpunkt liegen ja bereits die Baupläne des Architekten Johann Michael Fischer vor. Diese werden in enger Abstimmung mit François Cuvilliés überarbeitet und aktualisiert. Clemens August kennt Cuvilliés bereits von dessen Arbeiten an den Schlossbauten in Brühl und schätzt ihn als einen seiner bedeutendsten Baumeister. In Kurköln trägt Cuvilliés den Titel des Ersten Baumeisters. 

22. Dezember 1737
Machtkämpfe um den Neubau der Michaelskirche

Berg am Laim * Das Konsilium der Erzbruderschaft beauftragt Bruderschaftssekretär Franz de Paula Würnzl schließlich doch mit dem Abschluss eines Bauvertrags mit Johann Michael Fischer. 

Gleichzeitig lässt der Freisinger Fürstbischof Johann Theodor, Bruder des Bauherrn Clemens August,  die Planungen in Berg am Laim heimlich überwachen. Mit dieser Aufgabe betraut er den Dekan der Münchner Peterskirche, Dr. Anton Cajetan von Unertl.

1738
Intrigen um die Bauleitung der Michaelskirche in Berg am Laim

Berg am Laim * Der Dekan der Münchner Peterskirche, Dr. Anton Cajetan von Unertl, nutzt seinen Einfluss, um gegen Johann Michael Fischer vorzugehen. Durch gezielte Interventionen erreicht er, dass der Architekt zeitweise von dem Maurermeister Philippus Jakobus Köglsperger verdrängt wird. Dahinter stehen vermutlich persönliche Motive, die ins Jahr 1729 zurückreichen. Beim Umbau des Chors der Peterskirche ist zu einem Konflikt zwischen Unertl und Fischer gekommen. 

Möglicherweise verfolgt Unertl zudem das Ziel, den kurbaierischen Hofbaumeister Johann Baptist Gunetzrhainer als Architekten des Neubaus durchzusetzen. Als das scheitert, unterstützt er stattdessen Philippus Jakobus Köglsperger.

7. Februar 1738
Widerstand des Münchner Maurerhandwerks

Berg am Laim * Nur drei Tage nach dem Abschluss des Bauvertrags zwischen der Erzbruderschaft und Philippus Jakobus Köglsperger regt sich Widerstand gegen dessen Ernennung zum verantwortlichen Baumeister. Das Münchner Maurerhandwerk wendet sich an den Rat der Stadt mit der Bitte, Köglsperger sämtliche Bautätigkeiten zu untersagen. 

Der Vorstoß verdeutlicht, dass die personellen Entscheidungen rund um den Neubau der Michaelskirche nicht unumstritten sind und bereits zu Beginn des Bauvorhabens Konflikte innerhalb des Baugewerbes auslösen.

April 1738
Baubeginn der Michaelskirche an Finanzierungsnachweis geknüpft

Berg am Laim * Fürstbischof Johann Theodor antwortet seinem Bruder Clemens August mit einem Dekret zur geplanten Michaelskirche in Berg am Laim. Darin verfügt er, dass mit der Grundsteinlegung erst begonnen werden dürfe, wenn ein tragfähiger Finanzierungsnachweis vorliege und geklärt sei, aus welchen Mitteln die erforderlichen Kosten gedeckt werden können.

7. Oktober 1738
Grundsteinlegung für die Michaelskirche in Berg am Laim

Berg am Laim * Unter der Leitung von Philipp Jakob Köglsperger wird der Grundstein für die Michaelskirche in Berg am Laim gelegt. Die Festpredigt hält der Franziskanerpater Landelius in der Michaels-Kapelle in der Josephsburg. Der für den Baubeginn erforderliche Freisinger Konsens liegt zu diesem Zeitpunkt jedoch noch immer nicht vor.

22. November 1738
Johann Theodor gibt seine Zustimmung

Berg am Laim * Dem anhaltenden Drängen des Kölner Kurfürsten wird schließlich doch noch entsprochen. Einen Monat nach der bereits erfolgten Grundsteinlegung erklärt der Freisinger Fürstbischof Johann Theodor in einem Schreiben an den Dekan der Peterskirche, Dr. Anton Cajetan von Unertl, er habe seinem Bruder den „gnädigsten Ordinariatskonsens“ für die Berg am Laimer Michaelskirche erteilt.

März 1739
Fischer übernimmt erneut die Bauleitung

Berg am Laim * Johann Michael Fischer übernimmt wieder die Bauleitung der Michaelskirche in Berg am Laim. Köglsperger arbeitet zunächst als Palier weiter, scheidet nach Konflikten mit Fischer jedoch auch aus dieser Funktion aus. Nach seiner Flucht aus München wird er in Freising wegen des Vorwurfs des Ehebruchs verhaftet.

um Juni 1739
Cuvilliés empfiehlt Änderungen an der Fassade

Berg am Laim * Die Zusammenarbeit zwischen Johann Michael Fischer und François Cuvilliés an der Berg am Laimer Michaelskirche setzt sich fort. Der renommierte Architekt begleitet das Bauvorhaben von Anfang an und beurteilt die Entwürfe für die Michaelskirche weitgehend positiv. Lediglich bei der Fassadengestaltung spricht er sich für eine feinere und elegantere Ausführung aus.

23. Januar 1744
Fürstbischof Johann Theodor wird zum Bischof von Lüttich gewählt

Lüttich - Berg am Laim * Mit Unterstützung seines älteren Bruders Clemens August wird der Fürstbischof von Freising und Regensburg, Johann Theodor, zum Bischof von Lüttich gewählt. Auch bei der Wahl zum Bischof von Lüttich hat Clemens August - trotz seiner Ämterfülle - die besseren Chancen.

Johann Theodor setzt sich gegen den ranghöheren Bruder nur deshalb durch, weil er sich standhaft weigert, in der neuen Berg am Laimer Michaelskirche die Kirchenweihe zu vollziehen. Der Regensburger und Freisinger Bischof Johann Theodor bekämpft gemeinsam mit dem Baumkirchner Pfarrer diesen Neubau. Die Wende kommt erst mit dem Verzicht Clemens Augusts auf das Bistum Lüttich zu Gunsten seines Bruders.

1. Mai 1744
Neuer Streit um die kirchliche Zuständigkeit

Berg am Laim * Die noch unvollendete Michaelskirche in Berg am Laim wird durch den Baumkirchner Pfarrer Nikolaus Praschler benediziert und für den Gottesdienstgebrauch freigegeben. Nach der Übertragung des Bruderschaftsaltars und des Opferstocks aus der alten Hofkapelle untersagt das Freisinger Ordinariat deren Profanation. Damit flammt der bereits überwunden geglaubte Zuständigkeitsstreit zwischen Kurköln und Freising erneut auf. 

um 15. Mai 1744
Clemens August weist Freisinger Ansprüche zurück

Berg am Laim * Der Konflikt flammt erneut auf. Clemens August erklärt, die Michaelskirche sei nach dem Willen ihres Stifters nicht dem Freisinger Ordinariat unterstellt. Die Ansprüche des Freisinger Bischofs und des Baumkirchner Pfarrers weist er entschieden zurück. Dennoch bleibt der Streit ungelöst.

11. März 1751
Errichtung eines Exerzitienhauses für die Franziskaner

Berg am Laim * Joseph Clemens’ Nachfolger und Neffe, Kurfürst Clemens August von Köln, plant mit dem Neubau der Berg am Laimer Michaelskirche gleichzeitig die Errichtung eines Exerzitienhauses für die Franziskaner. Auch hier gibt es Widerstände des Ortspfarrers von Baumkirchen, die den Pfarrer einsetzenden St.-Veit-Chorherren in Freising und des Freisinger Ordinariats, an dessen Spitze Bischof Johann Theodor, ein Bruder Clemens Augusts.

Auch der andere Bruder, Baierns Kurfürst Carl Albrecht, will diese Aufgabe lieber von den Jesuiten als von den Franziskanern ausgeführt sehen, weshalb noch nach seinem Tod die Kaiserin-Witwe Maria Amalia die in Berg am Laim gelegene Josephsburg - im Geheimen und ohne den Kölner Bischof in die Entscheidung einzubeziehen - den Jesuiten übertragen will.

Nach langem Hickhack kommen drei Franziskaner doch noch nach Berg am Laim. Am 11. März 1751 wird das Hospiz in Anwesenheit von drei Wittelsbachern - dem kurkölnischen Fürstbischof Clemens August, dem Freisinger Bischof Johann Theodor und dem neuen baierischen Kurfürsten Max III. Joseph - eingeweiht. Clemens August hatte zuvor schriftlich zu bestätigen, dass die „Franziskaner nirgends betteln, noch den Pfarrern die Messen wegnehmen und den pfarrlichen Funktionen Eintrag tun“.

19. September 1751
Feierliche Weihe der Berg am Laimer Michaelskirche

Berg am Laim * Die Michaelskirche in Berg am Laim wird durch Weihbischof Ferdinand von Pödigheim, einen Stellvertreter Johann Theodors, feierlich eingeweiht. Johann Theodor selbst hält sich nach seiner Wahl zum Fürstbischof überwiegend in Lüttich auf und hat dort seinen Lebensmittelpunkt.

1767
Die Ausstattung der Michaelskirche in Berg am Laim ist abgeschlossen

Berg am Laim * Mit dem Einbau des Hochaltars findet die Ausstattung der Michaelskirche in Berg am Laim rund 30 Jahre nach der Zustimmung des Kölner Kurfürsten ihren Abschluss. Das Altargemälde „Michaels Triumph über Luzifer“ aus der alten Hofkapelle, entstanden 1694, wird erweitert und in den neuen Hochaltar integriert. 

Trotz des inzwischen einsetzenden Stilwandels vom Rokoko zum Klassizismus gelingt es, den Kirchenraum einheitlich in der Formensprache des Spätbarock und Rokoko zu vollenden. Maßgeblichen Anteil daran hat Johann Baptist Straub. Die Fertigstellung des Kirchenbaus erlebt Kurfürst Clemens August jedoch nicht mehr.

17. August 1794
Kurfürstin Elisabeth Auguste stirbt in Weinheim

Weinheim * Die pfalz-baierische Kurfürstin Elisabeth Auguste stirbt in Weinheim. Ihre Grabstätte befindet sich in der Münchner Michaelskirche. Nun ist der 69-jährige Kurfürst Carl Theodor Witwer und begibt sich - ohne Einhaltung einer angemessenen Trauerzeit - umgehend auf Brautschau.

10. August 1797
Franz Xaver Zacherl heiratet Maria Elisabeth Schmederer

München * Franz Xaver Zacherl heiratet Maria Elisabeth Schmederer. Durch diese „vorteilhafte Eheschließung” erhält er die Voraussetzung für eine Münchner Braugerechtsame - und mit der Aussteuer der Braut von 7.000 und seiner eigenen in Höhe von 3.000 Gulden steht der geplanten Übernahme der Hallerbrauerei in der Neuhauser Gasse - gleich gegenüber der Michaelskirche - noch im Jahr der Hochzeit nichts mehr im Wege. 

1806
Johann Peter Langer soll die Maler- und Bildhaueracademie leiten

Düsseldorf - München * Der Historienmaler und bisherige Direktor der Düsseldorfer Akademie und Gemäldegalerie, Johann Peter Langer, siedelt mit seinem Sohn Robert nach München über. Johann Peter Langer soll im neu erhobenen Königreich Baiern die Leitung der seit dem Jahr 1770 bestehenden Maler- und Bildhaueracademie übernehmen und auf europäisches Niveau anheben.

Untergebracht ist die Akademie der Bildenden Künste in dem Teil des ehemaligen Jesuitenkollegs neben der Michaelskirche in der Neuhauser Straße, der zuvor vom Wilhelmsgymnasium genutzt worden war und seit dem Jahr 1781 die Münchner Zeichnungsschule [= Maler- und Bildhauerakademie] beherbergte.

16. April 1806
Die Michaels-Kirche in Berg am Laim wird Pfarrkirche

Berg am Laim * König Max I. Joseph erhebt die vormalige Hof-, Erzbruderschafts- und Ritterordenskirche St. Michael zur Pfarrkirche und den Pfarrer zum Vorstand der Michaels-Bruderschaft. Die Stephanskirche in Baumkirchen, die ehemalige Pfarrkirche, wird Filialkirche der Michaelskirche. 

10. April 1814
Die Münchner feiern die Einnahme von Paris

München - Paris * In der Peterskirche, der Frauenkirche und der Michaelskirche wird ein „Te deum“ gesungen. Draußen werden Kanonen abgefeuert. Damit feiern die Münchner das Einrücken der alliierten Truppen mit baierischer Beteiligung ins feindliche Paris. 

1827
Ein neues Futtermittel für Seidenraupen

Berg am Laim * In den Jahren von 1827 bis 1829 benutzt der Botaniker Alois Sterler in der ehemaligen Unterkunft des Franziskanzer-Hospiz neben der Berg am Laimer Michaelskirche einige Räume für seine „geheimnisumwitterten Experimente“.

Er soll ein neues Futtermittel für Seidenraupen entwickeln. Von den 300 Gulden, die er vom Fonds für Industrie als Unterstützung erhält, musste er jährlich 60 Gulden Miete an die Michael-Hofbruderschaft abführen. 

16. Oktober 1842
Ein Festzug mit Brautpaaren bewegt sich auf die Theresienwiese

München - München-Theresienwiese * An diesem Sonntag versammeln sich 35 Brautpaare, die aus den acht Regierungsbezirken des Königreichs Bayern stammen, samt ihren Eltern oder deren Stellvertreter, mit den Trauzeugen und der sonst an jedem Ort üblichen Begleitung eines Brautzuges. Sie werden in der katholischen Michaelskirche beziehungsweise der evangelischen Matthäus-Kirche verehelicht. 

Nach einem gemeinsamen Mittagsmahl im Saal des Alten Rathauses bewegt sich der etwa 400 Personen umfassende und in den unterschiedlichen Trachten gekleidete „Hochzeiter“-Zug zur Theresienwiese, in die die 24 katholischen und elf protestantischen Brautpaaren in bayerischer Tracht einbezogen werden. 

Das Kronprinzenpaar eröffnet das Oktoberfest. Danach wohnen die Brautpaare gemeinsam mit der Herrscherfamilie dem Hauptpferderennen und der Preisverleihung des Landwirtschaftsfestes bei. 

1866
Ausbau und neue Standorte entlasten die Akademie

München-Kreuzviertel * Um der anhaltenden Raumnot der Akademie der Bildenden Künste zu begegnen, wird am Chor der Michaelskirche ein Querbau errichtet. Zusätzlich werden externe Räume angemietet und mehrere Ateliers in den 1854 erbauten Glaspalast verlegt. 

24. Dezember 1918
Die Gerüchteküche kocht in München

München * In München verbreitet sich das Gerücht über einen geplanten Spartakisten-Putsch und dem Ausbruch von 16.000 Kriegsgefangenen aus dem Lager Lechfeld.

Der Patrouillen- und Postendienst wird in den Straßen der Stadt verstärkt. Christmetten werden militärisch und polizeilich gesichert. Die Michaelskirche sagt den mitternächtlichen Gottesdienst ganz ab. 

3. Dezember 1933
Michael von Faulhabers Adventspredigt in der Michaelskirche

München-Kreuzviertel * Kardinal Michael von Faulhaber hält seine Adventspredigt in der Michaelskirche. Darin weist er darauf hin, dass sich in der deutschen Kultur seit dem frühen Mittelalter zahlreiche Einflüsse aus dem Alten Testament, also aus der jüdischen Kultur, finden:

„Im Besonderen verdanken die menschliche Kultur und christliche Religion dem Alten Testament einen reinen und erhabenen Gottesgedanken.“ Und weiter: „Wir müßten unsere deutschen Klassiker Lügen strafen, wollten wir das Alte Testament mißachten und aus den Schulen und Volksbüchereien verbannen. Wir müßten die Geistesgeschichte unseres Volkes verleugnen.“

Über die Juden sagt er: „Bei keinem anderen Volk findet sich eine solche Schriftenreihe, worin so klar, so bestimmt, so einheitlich die Grundwahrheiten des religiösen Lebens dargeboten werden.“  

Diese und noch andere Worte des Respekts machte er zunichte mit den dann kommenden Sätzen: „Nach dem Tode Christi wurde Israel aus der Offenbarung entlassen. Sie hatten die Stunde der Heimsuchung nicht erkannt. Sie hatten den Gesalbten des Herrn verleugnet und verworfen, zur Stadt hinausgeführt und ans Kreuz geschlagen. Damals zerriß der Vorhang im Tempel auf Sion und damit der Bund zwischen dem Herrn und seinem Volk. Die Tochter Sion erhielt den Scheidebrief, und seitdem wandert der ewige Ahasver ruhelos über die Erde.“ 

Mit solchen Schuldzuweisungen und Verleumdungen geht es weiter. Faulhaber spricht immer wieder von den Israeliten, auf denen der Zorn Gottes ruhe. Solche Worte sind in normalen Zeiten schon bedenklich. In Zeiten, in denen staatlich verordnete „Judenschelte“ und Boykottmaßnahmen an der Tagesordnung, in denen Verhaftungen, Beschimpfungen, ja sogar Morde nichts Außergewöhnliches sind, verschlimmern solche Worte die Situation nur noch. 

14. Februar 1937
Mit dem Konkordat der Nazi-Regierung das Vertrauen ausgesprochen

München-Kreuzviertel * In einer Predigt in der Michaelskirche schätzt Kardinal Michael von Faulhaber den Konkordatsabschluss folgendermaßen ein: „Zu einer Zeit da die Oberhäupter der Weltreiche in kühler Reserve und mehr oder minder voll Mißtrauen dem neuen Deutschen Reiche gegenüberstanden, hat die katholische Kirche, die höchste sittliche Macht auf Erden, mit dem Konkordat der neuen deutschen Regierung ihr Vertrauen ausgesprochen“

Für das Ansehen der nationalsozialistischen Regierung im Ausland war diese Aussage eine Tat von unschätzbarer Tragweite.