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23. Juli 1620
Die Niederschlagung des oberösterreichischen Aufstands beginnt

Haag am Hausruck - Schloss Aistersheim * Herzog Maximilian I. von Baiern überschreitet mit einem aus 30.000 Mann bestehendem Heer der Katholischen Liga die Grenze nach Österreich. Das von Tserclaes von Tilly geleitete Heer erobert das von Bauern besetzte Schloss Aistersheim. 

7. Januar 1623
Der Regensburger Fürstentag beginnt

Regensburg * Der Regensburger Fürstentag beginnt. Um die Verhältnisse nach der Niederschlagung des Böhmischen Aufstands zu regeln, lädt Kaiser Ferdinand II. die Regenten aus Köln, Mainz, Trier, Kursachsen, Brandenburg, Braunschweig-Wolfenbüttel, Pommern, Hessen-Darmstadt, Baiern, Salzburg und Bamberg zu einem Treffen nach Regensburg.

Bis auf Hessen-Darmstadt lehnen alle protestantischen Fürsten die Teilnahme ab. Sachsen und Brandenburg entsenden lediglich Beobachter zu dieser Besprechung. 

16. Januar 1706
Löwenstein meldet die Niederschlagung des Aufstands

München - Wien * Der kaiserliche Landesadministrator Maximilian Carl von Löwenstein-Wertheim-Rochefort berichtet Kaiser Joseph I. über die Niederschlagung des baierischen Aufstands. Bei Sendling und Aidenbach, bei der Rückeroberung von Kelheim und Vilshofen sowie in weiteren Kämpfen seien nach seiner Darstellung „gegen 10.000 Mann massakriert worden“. Die Aufständischen hätten nun kein kampffähiges Heer mehr. 

Die Zahl von 10.000 ist Löwensteins Angabe, keine gesicherte Zahl der Getöteten. Das Wort „massakriert“ stammt aus seinem Bericht und macht deutlich, wie er selbst die Gewalt beschreibt.

26. Oktober 1848
Die Niederschlagung des Wiener Aufstands fordert über 2.000 Tote

Wien * Nach Ablauf des Ultimatums gibt der Oberbefehlshaber aller österreichischen Truppen, Alfred Fürst zu Windischgrätz, den Befehl zum Kampf. Innerhalb von fünf Tagen nehmen seine Truppen die Stadt ein. Die Bilanz: über 2.000 Tote.  

Zwei Wochen nach der Niederschlagung des Wiener Aufstands werden 1.600 Personen verhaftet, davon 966 wieder entlassen. 24 Todesurteile kommen zur Vollstreckung. Das prominenteste Opfer ist der Nationalversammlungs-Abgeordnete Robert Blum, der - trotz seiner Immunität - am 9. November 1848 standrechtlich erschossen wird. 

1888
Der erste deutsche Kolonialkrieg beginnt in Deutsch-Ostafrika

Deutsch-Ostafrika [= Tansania] * Angefangen haben die Kolonialkriege in den deutschen Kolonien bereits im Jahr 1888, als es in Deutsch-Ostafrika dem heutigen Tansania, zum Aufstand der Küstenbevölkerung unter Buschri bin Salim gegen die Versuche der deutschen Inbesitznahme kam.

Der junge Offizier Hermann Wißmann wird als Reichskommissar nach Ostafrika geschickt, um mithilfe einer Söldnertruppe aus deutschen Offizieren sowie Sudanesen und Zulu den Aufstand niederzuringen. Dies geschieht dann auch mit einem beispiellosen Terrorfeldzug.

Die Städte, in denen sich die Aufständischen mit ihren Familien verschanzt haben, werden von Kanonenbooten aus beschossen und zerstört. Noch lange nach der Niederschlagung des Aufstands werden Säuberungsaktionen und Bestrafungsaktionen durchgeführt. 

27. Juli 1900
Kaiser Wilhelm II. hält seine berühmt-berüchtigte Hunnenrede

Bremerhaven * Kaiser Wilhelm II. hält in Bremerhaven seine berühmt-berüchtigte „Hunnenrede“. Anlässlich der Verabschiedung des deutschen Ostasiatischen Expeditionskorps zur Niederschlagung des Boxeraufstandes im Kaiserreich China spricht der Kaiser die Worte: „Pardon wird nicht gegeben! Gefangene werden nicht gemacht!“

„Wie vor tausend Jahren die Hunnen [...] sich einen Namen gemacht, der sie noch jetzt in der Überlieferung gewaltig erscheinen lässt, so möge der Name Deutschland in China in einer solchen Weise bestätigt werden, dass niemals wieder ein Chinese es wagt, etwa einen Deutschen auch nur scheel anzusehen.“ 

Um den 15. August 1900
„Die gefangenen Chinesen haben wir alle totgeschossen"

Berlin - Provinz Shandong - China * Im Reichstag verlesen Sozialdemokratische Abgeordnete Briefe von deutschen Soldaten, die an der brutalen Niederschlagung des Boxer-Aufstandes in China teilgenommen haben. Darin heißt es: „Die gefangenen Chinesen haben wir alle totgeschossen, aber auch alle Chinesen, die wir sahen und kriegten, haben wir alle niedergestochen und -geschossen“. 

26. August 1900
Weitere Briefe von der Niederschlagung des Boxer-Aufstandes in China

Berlin - Provinz Shandong - China * In einem anderen Brief eines deutschen Soldaten, der an der Niederschlagung des Boxer-Aufstandes in China teilgenommen hat, heißt es: „68 Gefangene sind gezwungen worden, ihr eigenes Grab zu schaufeln; dann wurden sie mit den Zöpfen aneinander gebunden, worauf sie erschossen wurden und rückwärts in das Grab fielen.“

Oder ein anderer Bericht, der besagte: „Am Sonntagnachmittag haben wir 74 Gefangene mit dem Bajonett erstechen müssen.“ 

13. März 1917
In Moskau bricht der Aufstand los

Moskau * In Moskau bricht der Aufstand los. Er nimmt einen ähnlichen Verlauf wie in Petrograd. Eine Niederschlagung der Erhebung scheint aussichtslos. Die Generäle zwingen Zar Nikolaus II. dazu, einer neuen „Regierung des gesellschaftlichen Vertrauens“ zuzustimmen.

Dies genügte aber den neuen Machthabern in Petrograd aber lange nicht, sie fordern den Thronverzicht des Zaren, einige sogar seinen Tod.

5. August 1917
Es kommt zu Meutereien in Wilhelmshaven

Wilhelmshaven * Auf Grund mangelhafter Versorgung sowie durch schlechte und teilweise schikanöse Menschenführung kommt es zu Meutereien in der deutschen Hochseeflotte. Heizer des Schlachtschiffes SMS Prinzregent Luitpold und dem Schwesterschiff Friedrich der Große treten daraufhin in den Hungerstreik.

Die Anführer des Matrosenaufstands werden nach der Niederschlagung der Gehorsamsverweigerungen und Meutereien verhaftet und teilweise zum Tode verurteilt. 

7. November 1918
Die königliche Regierung verliert ihre militärische Machtbasis

München-Maxvorstadt * Im Kriegsministerium beraten Vertreter der königlichen Regierung über die Lage. Kriegsminister Philipp von Hellingrath muss gegen 17 Uhr erkennen, dass die Münchner Garnison zur Niederschlagung des Aufstands nicht mehr zuverlässig zur Verfügung steht. Immer mehr Soldaten schließen sich den Revolutionären an. Damit verliert die Monarchie ihre entscheidende militärische Stütze.  

Hellingrath gibt einen militärischen Gegenschlag allerdings noch nicht endgültig auf: Nach Mitternacht begibt er sich nach Pasing, um außerhalb Münchens zusammengezogene Truppen gegen die Revolution einzusetzen. Auch dieser Versuch scheitert am folgenden Morgen, als die Soldaten auf die Seite der Revolutionäre übergehen. 

In München stellen nur noch die Gewerkschaften eine durchorganisierte Macht dar. Doch deren Mitglieder sind nun nicht mehr bereit, eine Dynastie zu retten, die sich seit Jahrhunderten auf ihre Klassenprivilegien stützte und erst weniger als eine Woche zuvor den parlamentarisch-demokratischen Reformen ihre Zustimmung gab.

8. November 1918
Die Polizei ist unzureichend und das Militär hat versagt

München * Zwischen Mitternacht und ein Uhr bittet Innenminister Dr. Friedrich von Brettreich den Führer der Mehrheitssozialdemokraten, Erhard Auer, zu sich. Auer macht deutlich, dass er und seine Partei die „gewaltsame Niederschlagung der Revolution“ und die „Festnahme der Revolutionäre“ noch in der Umsturznacht dulden werden. Danach können sie nur mehr versuchen - auf der Grundlage der neu geschaffenen Verhältnisse - an der Stabilisierung der inneren Ordnung mitzuwirken.

Auf Auers Frage nach einer aus 500 Mann bestehenden zuverlässigen Truppe, erwidert von Brettreich, dass ihm keine ausreichenden Machtmittel zur Verfügung stehen, um den Umsturz niederzuwerfen. Die Polizei ist unzureichend und das Militär hat gänzlich versagt. 

8. November 1918
Auer und Brettreich beraten über eine Niederschlagung der Revolution

München * Kurz nach Mitternacht empfängt Innenminister Friedrich von Brettreich den Vorsitzenden der bayerischen Mehrheitssozialdemokraten, Erhard Auer. Auch Gewerkschaftssekretär Gustav Schiefer nimmt an dem Gespräch teil. 

Nach Brettreichs späterer Darstellung erklärt Auer, seine Partei wünsche und fördere den gewaltsamen Umsturz nicht. Ein Eingreifen der königlichen Regierung könne allerdings nur noch in dieser Nacht erfolgen. Am nächsten Tag müsse die sozialdemokratische Arbeiterschaft auf Grundlage der veränderten Verhältnisse für Ordnung sorgen. Schiefer bestätigt später den wesentlichen Inhalt dieser Unterredung. Die Bereitschaft, ein gewaltsames Vorgehen der Regierung hinzunehmen, ist damit überliefert. 

8. November 1918
Auer informiert die bisherigen Minister über die Regierungsbildung

München * Gegen Mittag kommt Erhard Auer auf Einladung des bisherigen Innenministers Friedrich von Brettreich ins Innenministerium. Dort trifft der Vorsitzende der bayerischen Mehrheitssozialdemokraten auch Otto von Dandl und Eugen von Knilling, den bisherigen Ministerpräsidenten und Kultusminister. 

Auer berichtet, dass Verhandlungen über eine neue Regierung für den „freien Volksstaat Bayern“ laufen und voraussichtlich erfolgreich abgeschlossen werden. Gegen 15 Uhr sei mit einer Entscheidung zu rechnen. Nach Brettreichs späterer Darstellung erklärt Auer außerdem, für eine Niederschlagung der Revolution durch die bisherige Regierung sei es inzwischen zu spät. 

8. November 1918
In Pasing scheitert der militärische Gegenschlag gegen die Revolution

Pasing * Kriegsminister Philipp von Hellingrath versucht, die Revolution mit Truppen von außerhalb Münchens niederzuschlagen. Dazu werden bayerische und preußische Einheiten aus dem Raum Landsberg nach Pasing beordert. Hellingrath trifft dort am frühen Morgen persönlich ein. 

Als Kurt Eisner von dem Vorhaben erfährt, schickt er eine kleine Gruppe von Revolutionären im Auto nach Pasing. Deren Bericht über den erfolgreichen Umsturz genügt, um auch diese Soldaten für die Revolution zu gewinnen. Die vermeintlich zuverlässigen Truppen schließen sich der Bewegung an. Hellingrath muss seinen geplanten Angriff auf München aufgeben. 

Um den 16. November 1918
Pläne der Obersten Heeresleitung zur Gegenrevolution

Kassel - Berlin * Oberst Hans von Haeften unterbreitet in der Berliner Reichskanzlei dem Ministerialdirektor Walter Simons die Vorschläge der Obersten Heeresleitung - OHL zur Niederschlagung der Revolution. Haeften soll vorfühlen, ob mit Reichskanzler Friedrich Ebert eine Gegenrevolution durchführbar wäre. 

8. Dezember 1918
Die Oberste Heeresleitung lehnt den Kompromiss ab

Kassel * Die Oberste Heeresleitung - OHL lehnt den Kompromiss zwischen Reichskanzler Friedrich Ebert, dem preußischen Kriegsminister und dem Vollzugsrat zum Truppeneinzug in Berlin ab.

Der OHL-Plan war der Einzug von „zuverlässigen Divisionen“ bestehend aus 150.000 Mann, in voller Kriegsausrüstung mit schweren Waffen und Munition, die einen entsprechend erfolgreichen Putsch und die Niederschlagung der Revolution durchsetzen sollten. 

9. März 1919
Reichswehrminister Gustav Noske erlässt einen Schießbefehl

Weimar - Berlin * Reichswehrminister Gustav Noske reagiert umgehend auf den sogenannten „Lichtenberger Gefangenenmord“ und erteilt einen Schießbefehl: „Die zunehmende Grausamkeit und Bestialität der gegen uns kämpfenden Spartakisten zwingen mich zu befehlen: Jede Person, die im Kampf gegen die Regierungstruppen mit der Waffe in der Hand angetroffen wird, ist sofort zu erschießen.“

Innerhalb von drei bis vier Tagen werden aufgrund des Befehls in Berlin mindestens 177, möglicherweise sogar über 200 Personen liquidiert. Was zunächst nur für die Niederschlagung der Aufständischen der Berliner Märzkämpfe gilt, wird am 25. April schließlich auch im Freistaat Bayern umgesetzt. An diesem Tag wird das Standrecht eingeführt, das bis zum 1. August 1919 gilt. 

10. März 1919
Überfüllte Leichenhallen

Berlin * Die Niederschlagung des Berliner Aufstands fordert viele - auch zivile - Todesopfer. Die Zahl der eingelieferten Toten übersteigt die Kapazität der Berliner städtischen Leichenhallen. Seit dem 10. März suchen die Berliner in den Leichenhäusern nach vermissten Angehörigen und Freunden.

Der Vorwärts fordert: „Keine Gnade den Mördern“. Unter der Überschrift „Totenschau“ schreibt er: die Getöteten haben genau die Physiognomie jener „Typen, wie man sie in den Reihen des auf Verelendung aufbauenden Spartakusbundes nur zu häufig findet. Noch im Tode steht ihnen Wut, Hass und Verzweiflung auf den Gesichtern geschrieben“. 

12. April 1919
Ebert fordert die Wiederherstellung des früheren Zustandes in Bayern

Berlin - Bamberg * In einem drängenden Telegramm fordert Reichspräsident Friedrich Ebert vom bayerischen Ministerpräsidenten Johannes Hoffmann, dass „die Wiederherstellung des früheren Zustandes in Bayern baldigst erfolgt, zumal da nach neueren mir zugegangenen Nachrichten aus München man dort anfängt, sich an die Räteregierung zu gewöhnen.

Wenn die wirtschaftlichen Maßnahmen, welche Sie in Aussicht genommen haben, nicht in kürzester Zeit zum Ziel führen, erscheint mir als einzige Lösung militärisches Vorgehen. Dass je rascher und durchgreifender dieses erfolgt, um so weniger Widerstand und Blutvergießen zu erwarten ist, hat uns die Erfahrung an anderen Stellen gelehrt.“ 

  • Damit ist das Schicksal der bayerischen Revolution besiegelt. Eine Niederschlagung nach dem Beispiel des Spartakus-Aufstandes in Berlin ist naheliegend. 
  • Unter dem Druck aus Berlin gibt Bayerns Ministerpräsident Hoffmann nach. Nun wird auf Landesebene dasselbe Muster durchgespielt wie das auf Reichsebene bereits erprobte: Der Bund mit antirevolutionären, auch antidemokratischen rechten Kräften, um der Linken Herr zu werden. 
  • Militärminister Ernst Schneppenhorst wird beauftragt, bayerische Freiwilligenverbände aufzustellen. Ministerpräsident Hoffmann bittet Berlin telefonisch um Verstärkungen. Die Reichstruppen dürfen in Bayern einmarschieren. 
  • Auch das von dem bayerischen Oberst Franz Ritter von Epp im thüringischen Ohrdruf gebildete Freikorps wird gegen München in Marsch gesetzt. Während aus dem Westen württembergische Truppen anrücken, sammeln sich im Süden die Freikorps. Rund 30.000 Mann sind im Anmarsch, als sich der Ring um München schließt. 
  • Für die Rote Armee wird der Kampf gegen die an Zahl, Ausrüstung und Professionalität überlegenen Weißen nicht mehr zu gewinnen sein. 
14. April 1919
5.000 Württemberger für die Niederschlagung der Räterepublik

Bamberg * Während Ministerpräsident Johannes Hoffmann nur noch Schadensbegrenzung betreiben und dem Freikorpsführer Franz Ritter von Epp die Erstürmung Münchens verbieten möchte, hofft der Minister für militärische Angelegenheiten, Ernst Schneppenhorst, dass 5.000 württembergische Soldaten für die Niederschlagung der Münchner Räterepublik bereitgestellt werden.

Das Angebot hat die Regierung Hoffmann vom Stuttgarter Ministerpräsidenten Wilhelm Blos erhalten, dem es darum geht, die Eigenständigkeit Süddeutschlands im Reich zu stärken. Ihm war klar, wenn Bayern unter die Reichshoheit fallen sollte, dann würden in Zukunft auch die übrigen süddeutschen Länder nur noch eine untergeordnete Rolle gegenüber Preußen spielen können. 

29. April 1919
Dem Münchener Spießer geschah es schon recht

Schleißheim * Im Jahr 1927 kommt das in insgesamt zehn Auflagen erschienene Buch „Ernstes und Heiteres aus dem Putschleben“ auf den Markt. Darin beschreibt Manfred von Killinger seine stark antisemitisch geprägten Erinnerungen als Freikorpsführer der Marine-Brigade-Ehrhardt in der Zeit der Niederschlagung der Münchner Räterepublik. Das Buch beginnt so:  

„Von Saalfeld kommend, luden wir in Schleißheim aus. Das Vierte Regiment hatte bereits gesichert. Wir bekamen Befehle. München war umstellt. Diesmal würde es zu harten Kämpfen kommen. In München hatte die rote Brut das Heft fest in der Hand. Lewin [!] Leviné-Nissen, Mühsam usw., was waren das für Namen. Waren das Bayern? Jüdisches, internationales Gesindel, die Intellektuellen aus Schwabing.

Es musste ja so kommen. Dem Münchener Spießer geschah es schon recht. Jahrelang hatte er das Treiben in Schwabing mit angesehen, das Treiben, das im Simplicissimus seinen Niederschlag gefunden hatte. Jahrelang hatte er behäbig lachend mit angesehen, wie Kirche und Thron von diesen Kreisen in den Dreck gezogen wurden, und das als guten Witz aufgefasst. Jetzt zeigte ihm die Bestie das wahre Gesicht“. 

2. Mai 1919
Krieg ist Gewalt, Bürgerkrieg ist Gewalt in höchster Potenz!

München * Noch ein Beispiel aus Manfred von Killingers Buch „Ernstes und Heiteres aus dem Putschleben“, in der er in verachtlicher Art und Weise seine Sicht auf die Niederschlagung der Räterepublikaner preis gibt:

„Plötzlich höre ich einen Mordskrach vor der [Elisabeth-] Schule. Ein großer, starker Kerl schimpft mit den gröbsten Tönen auf einen Unteroffizier von mir los. Der bleibt die Ruhe selbst. Da schlängelt sich eine Frau an mich heran. ‚Aufpassen! Ein Bolschewik. Man will die Bevölkerung gegen die Truppen aufhetzen‘. Aha, die Brüder kennen wir.
Ich winke Obermaat Zimmermann. ‚Machen Sie eine Handgranate fertig. Ich werde dem Kerl das Maul verbieten. Hört er nicht augenblicklich auf, dann eins rin in die Kiemen‘.
Ich fasse den Kerl beim Knopfloch und sage: ‚Gehen Sie augenblicklich Ihrer Wege, noch einen Ton und ich verspreche Ihnen, dass Sie in den nächsten vierzehn Tagen keinen Ton mehr sprechen‘.
‚Hoho! Da wollen wir doch mal sehen, wer was zu reden hat!‘ brüllt er.
Krach, da saust ihm die Handgranate in die linke Kiemenseite. Wie vom Blitz getroffen bricht er zusammen. Er erhebt sich, stolpert, fällt wieder. Blut läuft ihm aus Mund und Nase. Er erhebt sich wieder, will was sagen, aber es geht nicht mehr. Er gurgelt etwas und torkelt von dannen.
‚Guten Morgen, mein Herr, wir pflegen unsere Versprechen einzulösen‘“
.

Killing begründet seine menschenverachtende und gewalttätige Einstellung so: „Krieg ist Gewalt, Bürgerkrieg ist Gewalt in höchster Potenz. Mäßigung ist Dummheit, nein, sie ist Verbrechen am eigenen Volk und Staat“. 

9. November 1923
Der Hitlerputsch scheitert an der Feldherrnhalle 

München-Graggenau * Gegen Mittag ziehen Adolf Hitler, Erich Ludendorff und rund 2.000 bewaffnete Anhänger vom Bürgerbräukeller in die Innenstadt. Nahe der Feldherrnhalle versperrt ihnen die Bayerische Landespolizei den Weg. Gegen 12:45 Uhr kommt es zu einem Schusswechsel. Vier Polizisten, dreizehn Putschisten und ein unbeteiligter Passant werden getötet. Zwei weitere Putschisten sterben bei der Niederschlagung der Besetzung des Wehrkreiskommandos. Der Versuch, die Staatsgewalt gewaltsam an sich zu reißen, ist gescheitert. 

Hitler flieht verletzt und wird am 11. November festgenommen. Die Nationalsozialisten verklären später die fünfzehn getöteten Putschisten und den unbeteiligten Passanten zu sechzehn „Blutzeugen“ ihrer Bewegung.

August 1996
Bürgermeister Hep Monatzeder enthüllt eine Gedenktafel

München-Haidhausen * Bürgermeister Hep Monatzeder enthüllt gemeinsam mit dem Hofbräukeller-Wirt Günter Steinberg und den Enkeln der zwölf am 5. Mai 1919 im Garten des Hofbräukellers ermordeten Perlacher Arbeiter eine Gedenktafel, die an die Vorgänge erinnern soll. Damit will die Landeshauptstadt München verhindern, dass die Opfer der Niederschlagung der Münchner Räterepublik in Vergessenheit geraten.

Hep Monatzeder betont dies bei der Enthüllung der Gedenktafel und sagte weiter: „Sie soll aber auch zur Wachsamkeit und zum Widerstand mahnen gegen jedes neue Aufflammen von Rechtsextremismus, Fanatismus und Intoleranz.“ 

21. Februar 2009
Eine Kunstaktion bringt Kurt Eisners Porträt in die Staatskanzlei 

München-Altstadt - Lehel * Zum 90. Jahrestag der Ermordung Kurt Eisners erinnern Angehörige und Mitglieder des Vereins „das andere Bayern“ sowie der Kurt-Eisner-Kulturstiftung mit einer Kranzniederlegung in der Kardinal-Faulhaber-Straße an den ersten Ministerpräsidenten des Freistaats Bayern. 

Anschließend ziehen der Künstler Wolfram P. Kastner, Vereinsvorsitzender Frieder Köllmayr und weitere Beteiligte mit einem Eisner-Porträt zur Bayerischen Staatskanzlei. Eine symbolische Blutspur im Schnee erinnert an die Opfer der gewaltsamen Niederschlagung der bayerischen Revolution von 1918/19. Die Gruppe fordert eine stärkere öffentliche Würdigung Eisners und der demokratischen Anfänge des Freistaats. 

Die kleine Gruppe von etwa 18 Beteiligten wird zeitweise von 21 Polizeibeamten begleitet; nach Angaben der Veranstalter kommen dabei fünf Einsatzwagen und zwei Polizeipferde zum Einsatz. Damit übersteigt die Zahl der begleitenden Beamten zeitweise die der Teilnehmenden. Die auffällige Polizeipräsenz macht aus dem kleinen Gedenkzug einen weithin sichtbaren Auftritt.

Am Eingang der Staatskanzlei übergibt Kastner das Porträt einem Wachmann. In einem anschließenden Schreiben an Ministerpräsident Horst Seehofer bitten Kastner und Köllmayr darum, das Bild an einem würdigen Ort anzubringen. 

27. Mai 2021
Ja, es war Völkermord !

Berlin • Deutschland bekennt sich nach über 110 Jahren zu dem Völkermord an den Herero und Nama. Das Deutsche Reich war von 1884 bis 1915 Kolonialmacht im heutigen Namibia. Bei der Niederschlagung von Aufständen durch die deutsche Schutztruppe zwischen 1904 und 1908 wurden etwa 65.000 von 80.000 Herero und mindestens 10.000 von 20.000 Nama getötet.