Maximilian I. soll den Aufstand in Oberösterreich niederwerfen
Wien - München * Kaiser Ferdinand II. erteilt dem baierischen Herzog Maximilian I. den Auftrag, im Land ob der Enns (Oberösterreich) mit der Niederwerfung des Aufstandes zu beginnen.
Wien - München * Kaiser Ferdinand II. erteilt dem baierischen Herzog Maximilian I. den Auftrag, im Land ob der Enns (Oberösterreich) mit der Niederwerfung des Aufstandes zu beginnen.
Haag am Hausruck - Schloss Aistersheim * Herzog Maximilian I. von Baiern überschreitet mit einem aus 30.000 Mann bestehendem Heer der Katholischen Liga die Grenze nach Österreich. Das von Tserclaes von Tilly geleitete Heer erobert das von Bauern besetzte Schloss Aistersheim.
Ulm * Im Ulmer Vertrag wird - durch französische Vermittlung - ein Neutralitätsabkommen zwischen der katholischen Liga und der protestantischen Union geschlossen, das sich aber nicht auf Böhmen erstreckt.
Damit ist Herzog Maximilian I. vor einem Angriff der Union sicher und kann mit seinem stattlichen Heer, bestehend aus 24.500 Mann zu Fuß und 5.500 Reiter, vor der oberösterreichischen Grenze aufmarschieren.
Linz * Das von Baiern geführte Heer der Katholischen Liga zieht mit Herzog Maximilian I. an der Spitze ins Schloss der Landeshauptstadt Linz ein.
Linz * Baierns Herzog Maximilian I. erzwingt von den oberösterreichischen Landständen die Auslieferung der Konföderationsurkunde mit Böhmen und empfängt die Huldigung.
München - Wien * In Wien trifft die von Herzog Maximilian I. beauftragte baierische Gesandtschaft ein. Sie soll eine möglichst schnelle Klärung der Pfandherrschaft über Oberösterreich herbei führen.
Wien * Ein Pfandschaftsrezeß wird unterzeichnet. Er beinhaltet die pfandweise Überlassung von Oberösterreich einschließlich des Kammergutes, dessen wichtigster Faktor das Salzwesen bildet, an Baiern.
Wien - Linz * Kaiser Ferdinand II. informiert die Landstände in Linz, dass Oberösterreich an das Herzogtum Baiern verpfändet wird.
Wien - Oberösterreich * In das von Kaiser Ferdinand II. an das Herzogtum Baiern verpfändete Oberösterreich soll eine Reformkommission die evangelisch gewordenen Untertanen wieder katholisch machen. Durch ein Patent Kaiser Ferdinands II. wird die Ausweisung aller evangelischen Schulmeister und Prediger im Lande ob der Enns verfügt.
Da die freigewordenen Pfarrstellen nicht mit einheimischen Pfarrern besetzt werden können, holt man italienische Priester aus dem italienischen Teil Tirols. Diese sprechen kaum deutsch und können deshalb die Messe, wie es zuvor üblich war, nicht in der Landessprache halten.
Natternbach - Oberösterreich * Der Dechant Blasius de Livo und der von ihm eingesetzte italienische Pfarrer von einigen Hundert Bauern mit Steinen beworfen und verjagt. Das bleibt zunächst ohne Konsequenzen, bringt aber eine Reihe von Ereignissen in Gang die im Oberösterreichischen Bauernkrieg enden.
Wien - Oberösterreich * Nach einer kaiserlichen Instruktion wird in dem von Baiern besetzten Oberösterreich durch ein Religionsedikt die totale Gegenreformation eingeführt.
Alle protestantischen Einwohner Oberösterreichs müssen bis Ostern 1626 katholisch werden - oder auswandern. Wer sich zu diesem Schritt entschließt, muss zehn Prozent seines Vermögens als Nachsteuer bezahlen.
Lembach im Mühlkreis - Oberösterreich * Mit dem Frankenburger Würfelspiel sollte ein Exempel statuiert werden. Doch wächst dadurch der Zorn der protestantischen Bauern noch stärker, worauf im Mai 1626 der Bauernkrieg durch erste Kampfhandlungen in Lembach im Mühlkreis beginnt. Bei einer Rauferei im Markt Lembach werden sechs baierische Soldaten getötet.
Der Oberösterreichische Bauernkrieg richtet sich gegen Kurfürst Maximilian I. und die baierische Besatzungsmacht. Zehntausende Bauern versammeln und organisieren sich. Über ihren Haufen wehen schwarze Fahnen, die mit Totenköpfen geschmückt sind.
Eines ihrer Kampfleder lautet:
„Von Baiern Joch und Tyrannei,
Und seiner großen Schinderei,
Mach uns, o lieber Herr Gott, frei!“
Peuerbach - Oberösterreich * Eine Strafexpedition soll die Unruhen im Mühlkreis niederschlagen. Doch die geschickt operierenden und zahlenmäßig überlegenen Aufständischen können die Truppen des Statthalters in Peuerbach vernichtend schlagen.
Linz * Die unter baierischer Pfandschaft stehende oberösterreichische Landeshauptstadt Linz wird von aufständischen Bauern belagert und kann von ihnen trotz mehrerer Sturmangriffe nicht eingenommen werden.
Linz * Ein Waffenstillstand zwischen den baierischen Truppen und den aufständischen oberösterreichischen Bauern wird für die Zeit vom 10. bis einschließlich 18. September 1626 geschlossen. Damit scheint der Oberösterreichische Bauernkrieg für beendet.
München - Oberösterreich * Kurfürst Maximilian I. schreibt an Albrecht Wenzel Eusebius von Waldstein, genannt „Wallenstein“, er möge einen Teil seiner Armee „zur Stillung der Unruhen nach Oberösterreich“ senden.
Oberösterreich * Erst eine baierische Elite-Armee unter Gottfried Heinrich Graf zu Pappenheim besiegt die aufständischen Oberösterreicher unter großen Mühen.
Oberösterreich * Eine baierisch-kaiserliche Armee besiegt in vier blutigen Schlachten die sich tapfer und verzweifelt wehrenden Bauern in Oberösterreich vollständig. 8.000 Bauern kommen dabei ums Leben.
Ende November herrscht wieder Ruhe im Land. Ein weiterer Widerstand der Untertanen ist nicht mehr zu befürchten.
München - Wien * Kurfürst Maximilan I. ist durch die Aufstände die Freude an seinem oberösterreichischen Pfandbesitz abhanden gekommen. In einem in München geschlossenen Vertrag wird das Land gegen den Besitz der Oberpfalz und Gebieten der Rheinpfalz an Kaiser Ferdinand II. zurückgegeben.
München * Der zweite Münchner Vertrag zwischen Kaiser Ferdinand II. und Kurfürst Maximilian wird unterzeichnet. Er beinhaltet, dass
München - Linz * Oberösterreich wird von Baiern an die Bevollmächtigten des Kaisers übergeben.
Franken - Oberpfalz - Oberösterreich - Innviertel * Kaiserliche und reichsständische Truppen beginnen einen koordinierten Zangenangriff auf das Kurfürstentum Baiern. Von Norden setzt sich Generalfeldmarschall Hermann Otto Graf von Limburg-Styrum mit etwa 7.000 kaiserlichen und fränkischen Soldaten von Greding aus in Richtung Oberpfalz in Bewegung. In den folgenden Tagen schlagen seine Truppen den baierischen Widerstand bei Mallerstetten nieder und stoßen über Dietfurt auf Neumarkt vor.
Gleichzeitig überschreitet Feldmarschall Leopold Anton Graf Schlick mit rund 12.000 österreichischen, sächsischen und dänischen Soldaten von Oberösterreich aus die baierische Grenze. Seine Truppen nehmen die Grenzbefestigungen bei Riedau ein und rücken über Ried in Richtung Schärding vor.
Der Angriff zwingt Kurfürst Max Emanuel, seine Streitkräfte auf zwei weit voneinander entfernte Kriegsschauplätze zu verteilen. Damit beginnt der konzentrierte militärische Versuch, Baiern zu besiegen, bevor sich die kurfürstliche Armee mit ihren französischen Verbündeten vereinigen kann.
Passau * Nach dem Einmarsch baierischer Truppen kapituliert Passau vor der Armee Kurfürst Max Emanuels. Die unter Graf Johann Franz von Gronsfeld stehenden kaiserlichen Verteidiger dürfen abziehen. Mit der Einnahme der strategisch wichtigen Dreiflüssestadt sichert sich der Kurfürst einen Ausgangspunkt für Angriffe donauabwärts und gegen das habsburgische Oberösterreich.
Anschließend rückt die baierische Armee über die Grenze vor. Der Winterfeldzug nach Oberösterreich bringt jedoch keine dauerhaften Gebietsgewinne und bleibt militärisch ohne nachhaltigen Erfolg.