Bogenhausen wird erstmals genannt
Bogenhausen * „Pubenhusen“, das heutige Bogenhausen, wird erstmals in einer Urkunde des Klosters Schäftlarn genannt.
Bogenhausen * „Pubenhusen“, das heutige Bogenhausen, wird erstmals in einer Urkunde des Klosters Schäftlarn genannt.
München * Die Isar ist noch ein Wildfluss, der in einem breiten Bett mit zahlreichen Nebenarmen von geringer Wassertiefe und ausgedehnten Kiesbänken dahinfließt. Der Gebirgsfluss ist zu keiner Zeit ein starres Gebilde.
Man kann sich die Isar als Wildwasser mit einer relativ starken Strömung vorstellen, ähnlich wie im heute noch weitgehend naturbelassenen Abschnitt der Isar von der deutsch-österreichischen Grenze bis kurz nach Mittenwald oder auch - etwas weniger ausgeprägt - im Bereich der Pupplinger Au.
Bis oberhalb von Schäftlarn verläuft die Isar in einem breiten Bett, das sich dann zur Schlucht verengt, wodurch die Wassertiefe des Gebirgsflusses zunimmt.
Erst nach Pullach weitet sich das Isartal wieder, und ab Thalkirchen nimmt die Isar erneut die Gestalt eines immer breiter werdenden, sich in mehrere Arme verzweigenden Flusses an.
Untergiesing * Die Giesinger Mühle wird an das Prämonstratenser-Kloster Schäftlarn geschenkt. Sie bleibt bis zur Säkularisation - mit kurzen Unterbrechungen - im Eigentum des Klosters Schäftlarn, das die Mühle zum Leibgeding verpachtet.
Kloster Schäftlarn - München * In den Annalen des Klosters Schäftlarn wird München erneut als „civitas“ (= Stadt) bezeichnet.
Untergiesing * Die Giesinger Mühle liefert jährlich 11 Metzen Getreide, 30 Pfennig Regensburger Währung, 100 Eier und 10 Käse an das Kloster Schäftlarn.
Wann der Schrafnagel-Müller die Mühle seinen Besitz nennen kann, ist ungeklärt. Wahrscheinlich war dies schon im 14. Jahrhundert.
Bogenhausen - Schäftlarn - Freising * Nach langer Zugehörigkeit zum Kloster Schäftlarn kommt Bogenhausen zum Chorherrnstift Sankt Veit bei Freising.
München * Der baierische Historiker Johann Turmair, genannt Aventinus, schreibt folgende Zeilen über die Gründung Münchens:
„Herzog Hainrich, der zwelft herzog in Bairn, hat die stat München gepaut auf des closters von Scheftlarn grunde, darumb man die stat München hat genent und füret ein münich für ir wappen.
Damals war der salzhandl niderlag zu Vering underhalb München, gieng die straß von Reichenhal und Wasserburg durch, gehört dem stift Freising zue.
Herzog Hainrich verprent Vering die stat, prach die pruck über die Iser ab, legt maut und zol, die straß und allen handl in sein stat München“.
Diese Raubrittergeschichte hat sich seitdem unauslöschlich in die Gehirne bayerischer Schulkinder und Erwachsener eingebrannt. Mit dieser Schilderung geht Aventinus jedoch mit viel Phantasie weit über die knappen Angaben des Regensburger Urteils vom 13. Juli 1180 hinaus.
Denn darin finden sich zu diesem Sachverhalt nur die folgenden Zeilen: „[...], dass der Edelmann Heinrich von Braunschweig, [...] den Markt mit der Brücke in Föhring, den seine Kirche seit uralten Zeiten ungestört in Besitz gehabt hatte, zerstört und ihn gewaltsam in den Ort Munichen verlegt habe“.
Von der Brandschatzung des gesamten Ortes Föhring steht im Regensburger Urteil ebenso wenig, wie sie Auskunft gibt, wie stark der Markt und die Brücke zerstört wurden.
Außerdem ist Johann Turmair der Augsburger Schied vom 14. Juni 1158 nicht bekannt, da diese für die Münchner Stadtgründung so elementar wichtige Urkunde erstmals im Jahr 1582 veröffentlicht werden wird. Also nimmt der Historiker die ihm zugänglichen Informationen und zieht daraus seine Schlüsse. Und tatsächlich deutet im Regensburger Urteil von 1180 nichts auf die Existenz einer früheren - einvernehmlichen - Abmachung hin. Allerdings wird der Welfenherzog als Rechts- und Friedensbrecher dargestellt.
Tölz * Die „Chur-Bairische Landts-Defension Oberlandt“ erlässt das Tölzer Patent. Es fordert die Mannschaften auf, sich zu bewaffnen und am 22. Dezember bei Schäftlarn zu versammeln.
Der Aufruf verbindet die Abwehr der Besatzungslasten mit der vermeintlichen Rettung der kurfürstlichen Prinzen. Wo die Bereitschaft zur Teilnahme fehlt, üben örtliche Verantwortliche auch Druck und Zwang aus.
Hohenschäftlarn * Am Abend gegen 18 Uhr treffen Mannschaften aus Tölz, Benediktbeuern und Reichersbeuern ein. Eine zehn Mann starke kaiserliche Reiterpatrouille gerät in ihre Gewalt. Die Gefangenen werden nach Wolfratshausen gebracht.
Kloster Schäftlarn * Die Prämonstratenserabtei versorgt die Aufständischen mit Lebensmitteln. Nach der Niederschlagung wertet die kaiserliche Verwaltung diese Unterstützung als Mitwirkung am Aufstand und belegt das Kloster mit einer hohen Geldstrafe.
Schäftlarn * Die oberländischen Aufgebote sammeln sich zu einer Streitmacht von ungefähr 3.000 Mann. Sie kommen
Die Ausrüstung ist unzureichend. Nur ein Drittel der Männer besitzt Schusswaffen; viele tragen Spieße, Stangen und andere einfache Waffen. Zum Aufgebot gehören außerdem einige Hundert Reiter und sechs kleine Geschütze beziehungsweise Böller.
Hauptmann Matthias Mayer übernimmt den Oberbefehl erst nach erheblichem Druck. Johann Houis wird sein Stellvertreter. Adam Schöttl führt die Schützen, Pflegskommissär Dänkel die Reiterei.
Als am Abend ungünstige Nachrichten aus München eintreffen, plädieren Mayer und mehrere Beamte für den Abbruch. Dänkel, Fuchs und der Münchner Jägerwirt Johann Jäger setzen jedoch die Fortführung des Unternehmens durch.
Baierbrunn * Gegen 16 Uhr kommt der Zug der Aufständischen in Baierbrunn an. Am Nachmittag erreicht die Führung die Nachricht vom Anzinger Posthalter Hierner, dass die Unterländer nicht wie erwartet nach München vorstoßen können, weil ihnen das Korps Kriechbaum in Anzing den Weg versperrt.
Erneut rät Hauptmann Mayer, das Unternehmen abzubrechen und über Schäfftlarner Brücke in Richtung Valley auszuweichen, um die Verbindung mit den Unterländern zu suchen. Er setzt sich wieder nicht durch, weshalb der „Marsch nach München“ fortgesetzt wird.
Solln * Gegen 20 Uhr trifft die Masse der Oberländer in Solln ein. Zur gleichen Zeit nimmt die Schützenvorhut ein etwa 80 Mann starkes kaiserliches Reiterdetachement unter Beschuss. Die Kaiserlichen, die von Oberst de Wendt zur Aufklärung in Richtung Schäfftlarn geschickt worden waren, werden zwar verjagt, können aber trotzdem ausreichend Informationen sammeln.
Der Starnberger Pfleger Johann Joseph Öttlinger verlässt nach der Schießerei in Solln die Aufständischen, begibt sich nach München und informiert den Kaiserlichen Administrator Maximilian Carl Graf von Löwenstein-Wertheim-Rochefort über die Unternehmung.
Oberst Johann Baptist de Wendt leitet Sicherheitsmaßnahmen ein. Er ersucht das Korps Kriechbaum zum Rückmarsch nach München und macht in Aufrufen bekannt, dass „jede Unterstützung der Aufständischen durch die Einwohner Münchens mit dem Tode bestraft“ werden würde.
München-Lehel - München-Isarvorstadt * Eine hölzerne, fünfbogige Notbrücke über die Isar wird eingeweiht. Sie erhält den Namen Ludwigsbrücke. Sie ist bis dahin die einzige Isarüberführung zwischen Bogenhausen und Schäftlarn.
München * Die Hauptgesellschafter der Isarwerke GmbH: Jakob Heilmann, das Bankhaus Merck Finck & Co und Georg von Simson, Gesellschafter der Danat-Bank – Darmstädter und Nationalbank, gründen zum Zwecke des Betriebes des Wasserkraftwerks Mühltal bei Schäftlarn die „sarwerke AG.