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6. Juni 1705
Die baierischen Beamten schwören Kaiser Joseph I. die Treue 

München * Baierische Beamte leisten am 6. beziehungsweise 8. Juni 1705 dem römisch-deutschen Kaiser Joseph I. den Treueid. Damit erkennen sie die Herrschaft der Kaiserlichen Administration an und verpflichten sich, ihre Ämter künftig in deren Dienst auszuüben. 

Die Vereidigung sichert der Besatzungsregierung den Zugriff auf den bestehenden Verwaltungsapparat. Zugleich schwächt sie die Bindung der Beamtenschaft an den im Exil lebenden Kurfürsten Max Emanuel. 

1. Juli 1705
Die baierischen Landstände huldigen Kaiser Joseph I. 

München * Vertreter der baierischen Landstände leisten Kaiser Joseph I. den Treueid und erkennen damit die Herrschaft der Kaiserlichen Administration an. Zu den Landständen gehören die Prälaten, der Adel sowie die Vertreter der Städte und Märkte; die bäuerliche Bevölkerung besitzt keine eigene Vertretung. 

Die Huldigung verschafft der Besatzungsregierung politische und rechtliche Anerkennung durch die führenden Kräfte des Landes. Sie bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass diese ihre Bindung an den im Exil lebenden Kurfürsten Max Emanuel endgültig aufgeben. 

10. November 1918
Kein Eid vor der Entbindung vom Treueid auf den König

München * Der Vorstand des Bayerischen Beamten- und Lehrerverbandes beschäftigt sich mit der Frage der Vereidigung. Ohne zu übersehen, welche Folgen eine Verweigerung der Eidesleistung nach sich ziehen würde, beschließt man einstimmig, „vor einer Entbindung vom Treueid durch den König keinen Eid zu leisten“.

Gleichwohl gibt man der Bereitschaft zum Wohle des Vaterlandes zu arbeiten Ausdruck. 

12. November 1918
Die Hofbeamten sollen in den Staatsdienst übernommen werden

München-Kreuzviertel * In einer Versammlung werden die Hofbeamten zum Übertritt in den Staatsdienst aufgefordert. Die Entbindung der Beamten von ihrem Treueid durch Ex-König Ludwig III. am 13. November 1918 macht den Weg für die Übernahme frei. Ansonsten hätten mit der Einstellung der Zahlung an die Zivilliste die Gehälter des Hofes nicht mehr bezahlt werden können. 

13. November 1918
Ludwig III. dankt als bayerischer König ab

Anif * König Ludwig III. dankt mit den Worten ab:

Zeit meines Lebens habe ich mit dem Volk für das Volk gearbeitet. Die Sorge für das Wohl meines geliebten Bayerns war stets mein höchstes Streben. 
Nachdem ich infolge der Ereignisse der letzten Tage nicht mehr in der Lage bin, die Regierung weiterzuführen, stelle ich allen Beamten, Offizieren und Soldaten die Weiterarbeit unter den gegebenen Verhältnissen frei und entbinde sie des mir geleisteten Treueeides. 

Anif den 13. November 1918. Ludwig.

Das ist zwar nicht die vom Ministerrat des Volksstaates Bayern gewünschte „bedingungslose Abdankung“. Dennoch wird von Ludwig III.

  • weder der Anspruch seines Hauses auf die Krone aufrecht erhalten,
  • noch die Beibehaltung der monarchischen Staatsform reklamiert.