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29. September 1971
Die Bundesregierung beschließt ihr erstes Umweltprogramm 

Bonn * Das Bundeskabinett unter Bundeskanzler Willy Brandt beschließt das erste umfassende Umweltprogramm der Bundesrepublik Deutschland. Brandt schreibt im Vorwort: „Die Erhaltung einer gesunden und ausgewogenen Umwelt gehört zu den Existenzfragen der Menschheit.“  

  • Das Programm macht Umweltschutz zu einer langfristigen politischen Aufgabe und bereitet weitere Maßnahmen zur Luftreinhaltung, zum Gewässerschutz und zur Abfallbeseitigung vor. 
  • Ein zentraler Grundsatz ist das Verursacherprinzip: Die Kosten von Umweltbelastungen sollen grundsätzlich diejenigen tragen, die sie verursachen. 
  • Zugleich gewinnt der Vorsorgegedanke an Bedeutung: Umweltpolitik soll Schäden frühzeitig verhindern, statt erst auf bereits eingetretene Belastungen zu reagieren. 
16. Januar 1986
Aufnahme des Umweltschutzes im Grundgesetz scheitert

Bonn * Nach der Katastrophe von Tschernobyl beantragen die SPD-Fraktion und die Fraktion DIE GRÜNEN, den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen als Staatsziel in das Grundgesetz aufzunehmen. Der Vorstoß scheitert an der Haltung von CDU/CSU. Dadurch wird die notwendige verfassungsändernde Mehrheit nicht erreicht. 

Die verfassungsrechtliche Verankerung erfolgte schließlich 1994 durch die Einführung des Art. 20a Grundgesetz.

13. Februar 1986
Politischer Aschermittwoch gegen die WAA

Schwandorf * Beim „Politischen Aschermittwoch“ der WAA-Gegner sprechen Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Kultur und Umweltschutz gegen die geplante Wiederaufarbeitungsanlage. Zu den Rednern gehören Landrat Hans Schuierer, Hubert Weinzierl, Erhard Eppler, Robert Jungk, Carl Amery und Franz Xaver Kroetz.