Menü
Home Veranstaltungen Fakten Suchbegriffe Personen Jahrestage Karte Zeitensprünge Podcast

Fakten

Fakten Karte Suchbegriffe Personen Jahrestage
2000
-3000 Chronik 2026
Gefundene Einträge: 49
Suchergebnisse als PDF
24. Juli 1589
Alle bösen Leute und Unholden sollen umgehend verhaftet werden

München - Schongau * Herzog Ferdinand befiehlt seinem Landrichter, alle bösen Leute und Unholden, denen er habhaft werden kann, umgehend zu verhaften. Ihre Wohnungen sollen nach Salben, Amuletten, wächsernen und durchstochenen Bildern, menschliche Knochen und ähnlichen Zaubermitteln durchsucht werden. Benennen die Angeklagten freiwillig Mitschuldige, soll man ihnen einen Straferlass versprechen.

Den Grund dafür, weshalb der böse Feind an Macht gewonnen hat, sieht der Herzog im Zusammenhang mit dem sündhaften Leben der Untertanen. Nur deshalb lässt Gott dem Teufel und seinen Werkzeugen freie Hand. Die Pfarrer und Prediger im Landgericht Schongau sollen deshalb das Volk zur Buße und Besserung des Lebens ermahnen.  

Herzog Ferdinand fordert zur Unterstützung der unerfahrenen baierischen Hexenjäger den darin geschulten Nachrichter von Biberach an. Er soll die Verdächtigten auf Hexenmale untersuchen. „Dann wir gesinet, auf alle in Schwung geende und wachsende hochsträfliche Laster, sonderlich das ungeheur Unholdwerckh ernstliche Inquisition und Straf furnemmen“. 

13. Mai 1623
Handwerker-Protest gegen die Seidenwirker

München * Als die Gebrüder Beniamin und Sinj aus Florenz das Unternehmen der Gebrüder Bettega übernehmen wollen, laufen die Münchner Handwerker der Loder, Leinweber, Strumpfwürckher und Gschlachtgwandter dagegen Sturm, da ihnen die besten Spinnerinnen „von den Italiänern abgerungen werden [...] und das clainod vnd fürnembste comercium des landts, das gewerbe mit loden, Tuech, federrith, handschuech und strimpf geht zu grund“.

Der Münchner Bürgermeister unterstützt den Protest der ansässigen Handwerker mit dem Argument, dass der Holzverbrauch der Seidenwirker unvergleichlich hoch sei.

Doch Herzog Maximilian I. erhebt sich über die Proteste und erteilt für die „besonders lieben Beniamin und Sinj“ am 13. Mai 1623 das erbetene Privileg, da sie „weeder mit einer abwerbung der gespunstleüth noch in ander weeg den loders etc. khainen eintrag thuen“. Außerdem dürfen für die Arbeiten nur Leute beschäftigt werden, die aus Orten kommen, die fünf Meilen entfernt sind. 

14. Januar 1823
Das Nationaltheater-Ensemble siedelt ins Isartor-Theater um

München-Graggenau - Angerviertel * Da das Königliche Hof- und Nationaltheater ein Opfer der Flammen wurde, siedelte das dortige Ensemble in das Theater am Isartor um, weshalb der Theaterdirektor Carl Andreas von Bernbrunn mit seiner Schauspielertruppe auf Tournee gehen musste. 

14. Februar 1842
Königin Carolines Herz wird in der Theatinerkirche beigesetzt

München-Kreuzviertel * Das Herz der ersten bayerischen Königin Caroline wird in einer goldenen Urne in der Theatinerkirche beigesetzt. Üblicherweise werden die Herzen der Wittelsbacher in der Altöttinger Gnadenkapelle untergebracht. Nicht aber die Herzen der evangelischen Familienmitglieder.

Bei diesem feierlichen Trauerakt sind die katholischen Geistlichen in liturgische Kleider gehüllt. Den evangelischen Geistlichen wird aber erneut der Zutritt in die Kirche verweigert. Dies geschieht allerdings mit dem ausdrücklichen Einverständnis von König Ludwig I..

29. Dezember 1851
Lola Montez spielt am Broadway Theatre in New York

New York * Lola Montez gibt ihr amerikanisches Debüt in „Betley, die Tirolerin“ am Broadway Theatre in New York. Sie ist der vor dreitausend Zuschauern umjubelte Star des Abends. Die Vorführungen müssen auf drei Wochen verlängert werden. Sie bricht damals in der ersten Woche erstmals den „Box Office Record“ der amerikanischen Theatergeschichte.  

Der Finanz- und Publikumserfolg bleibt ihr in den nächsten Wochen und Monaten bei ihrer ausgedehnten Tournee an der amerikanischen Ostküste weiter treu. 

1890
Einführung von Jugendturnspielen an den städtischen Volksschulen

München * Die Stadtgremien beschließen die Einführung von Jugendturnspielen an den städtischen Volksschulen. Jede Jahrgangsstufe soll - neben dem eigentlichen Turnen - ihrem Alter angemessene Spiele ausüben können.

Um den Jugendlichen diese Möglichkeiten zu geben, müssen in den folgenden Jahren in allen Stadtteilen geeignete Spielplätze und umfangreiches Spielgerät zur Verfügung gestellt werden. Die auf diesen Sportplätzen durchgeführten Spielnachmittage zeigen reges Interesse und ständig steigende Teilnehmerzahlen. Schnell kristallisiert sich als beliebteste Betätigung das Spiel mit dem Fußball heraus.

19. April 1890
Buffalo Bills Wildwest-Show beginnt auf der Theresienwiese 

München-Ludwigsvorstadt * Mit der ersten Vorstellung von „Buffalo Bill’s Wild West“ auf der Theresienwiese beginnt die Deutschlandtournee des amerikanischen Showunternehmers William Frederick Cody. Der als „Buffalo Bill“ bekannte ehemalige Bisonjäger gastiert mit seiner Truppe bis 5. Mai in München. 

Cowboys, indigene Darstellerinnen und Darsteller sowie zahlreiche Pferde und Bisons bringen ein aufwendiges Arenaspektakel in die Stadt. Das Ensemble schlägt sein Lager auf der Theresienwiese auf. Zum Programm gehören Pferderennen, Reit- und Lassovorführungen, nachgestellte Bisonjagden und ein inszenierter Überfall auf eine Postkutsche. Zu den Hauptattraktionen zählt die Kunstschützin Annie Oakley. 

Cody, in München scherzhaft „Ochsen-Willi“ genannt, präsentiert eine dramatisierte Vorstellung des amerikanischen Westens. Seine Schau verbindet artistisches Können mit einer Erzählung der Besiedlung, in der die weißen Pioniere als Helden auftreten und indigene Menschen vor allem als deren Gegner erscheinen. Sie prägt damit das europäische Bild vom „Wilden Westen“. Zu den prominenten Besuchern gehört Prinz Ludwig von Bayern, der spätere König Ludwig III.. 

 

16. März 1897
56 Turngenossen gründen den Arbeiter-Turn-Verein-München Ost

München-Haidhausen * 56 sportbegeisterte Turngenossen gründen in einem Gaststättensaal an der Pariser Straße 30 den Arbeiter-Turn-Verein-München Ost. Der Arbeiter-Turn-Verein München-Ost hat die benötigte finanzielle Hilfestellung von der SPD und den Gewerkschaften erhalten. Damit können die Turner wieder ihre organisierten Übungsstunden abhalten. Als monatlichen Beitrag müssen die Mitglieder 50 Pfennige aufbringen.

Im ersten Monat liegt das Beitragsaufkommen - inclusive Spenden - bei 28 Reichsmark. Nach Abzug von 40 Mark für die Anschaffung des notwendigen Turngeräts und der fälligen Turnhallenmiete muss ein Minderbetrag von zwölf Reichsmark von der SPD und der Gewerkschaft übernommen werden.

Da es in Haidhausen keine anmietbare Turnhalle gibt, findet der Turnbetrieb des Arbeiter-Turn-Vereins München-Ost in den Nebenzimmern von Gaststätten statt. Dazu müssen die eigenen Geräte mitgebracht werden. 

16. Juli 1899
Das Friedensmonument wird eingeweiht

München-Haidhausen * Für die Einweihungsfeierlichkeiten für das Friedensmonument wird der Tag gewählt, „an dem vor 28 Jahren die bayerischen Truppen ihren Siegeseinzug in München gehalten“. Gleichzeitig ist der 16. Juli auch der Jahrestag der Mobilmachung der deutschen Truppen anno 1870. 

Auf der unteren Terrasse ist ein Festzelt aufgestellt worden. Durch Böllerschüsse werden die anwesenden Gäste darüber informiert, dass der Prinzregent die Residenz verlassen hat. 

An der Brücke empfangen ihn die Vertreter der Stadtgemeinde, von wo aus sich Prinzregent Luitpold durch ein Fahnenspalier der Veteranen, der studentischen Corporationen, der Turner und Sänger zum Festzelt begibt. Von dort hatte er den Blick auf das noch verhüllte Denkmal und die Terrassenwand, mit seiner eigenen Monumentalbüste in der Mitte. In den beiden Seitennischen sind Porträtbüsten der deutschen Kaiser Wilhelm I. und Wilhelm II. untergebracht. 

27. Februar 1900
Die Fußball-Abteilung des FC Bayern München wird gegründet

München * Die Fußball-Abteilung des FC Bayern München wird gegründet. Während sich innerhalb des Turnvereins München von 1860 - wie er damals noch hieß - eine eigene Fußballriege herausbilden kann, die den aus England kommenden Association Football pflegen, ist die Geburt des Fußballclubs Bayern München etwas komplizierter.

Zwar entstammen die Fußballer dem Männerturnverein von 1879 - MTV, der sich schon sehr früh dieser Sportart geöffnet hat und die Spiel- und Trainingsmöglichkeiten fördert. Zur Abspaltung der Fußball-Abteilung vom MTV 1879 kommt es aber, nachdem sich 

  • die Deutsche Turnerschaft gegen diese ausländische Kampfsportart ausspricht,
  • eine Doppelmitgliedschaft im Verband Süddeutscher Fußballvereine ablehnt und
  • dem Männerturnverein von 1879 eine solche untersagt.

Daraufhin treten die Fußballer aus ihrem bisherigen Verein aus und gründen den Fußballclub Bayern München, der die Landesfarben weiß-blau als Clubfarben übernimmt.

1906
In Ulm wird ein Krematorium eröffnet

Ulm * Mit der Errichtung eines Krematoriums in Ulm wird dann meist dieser Zielort gewählt. Der Ulmer Gemeinderat lässt sich die Kosten für ihr Krematorium durch die vielen Aufträge aus München finanzieren.  

Anschließend wird die zurückgelieferte Urne in einem Erdgrab bestattet. Das heißt, es werden dafür - bis zum Jahr 1904 - die gleichen Kosten wie für einen Sarg berechnet. 

Ab 16. März 1907
„Charles Fey - der Musical-Fantast“ geht auf Tournee

Halle * Unter dem Pseudonym „Charles Fey - Musical-Fantast“ geht Karl Valentin mit seinem „Orchestrion“ auf Tournee. Er will mit dem „Lebenden Orchestrion“ möglichst gleichzeitig bis zu zwanzig verschiedene Instrumente bedienen und damit ein großes Orchester imitieren. Am 16. März tritt „Charles Fey“ in Halle in „Süssmilch‘s Walhalla-Theater“ auf.

26. August 1920
Der 19. Verfassungszusatz bestätigt das Frauenwahlrecht 

Vereinigte Staaten * US-Außenminister Bainbridge Colby bestätigt offiziell die Ratifizierung des 19. Zusatzartikels zur Verfassung. Bund und Bundesstaaten dürfen das Wahlrecht nun nicht mehr aufgrund des Geschlechts verweigern oder beschränken. Damit erreicht die jahrzehntelange Frauenwahlrechtsbewegung einen historischen Erfolg. In der Praxis bleibt der Zugang zu den Wahlurnen jedoch ungleich: Rassistische Wahlgesetze und andere diskriminierende Bestimmungen schließen insbesondere viele Schwarze, indigene und asiatischstämmige Frauen weiterhin aus. 

April 1921
„Shuffle Along“ verändert den Broadway 

New York * Im 63rd Street Music Hall feiert „Shuffle Along“ seine Broadway-Premiere. Das von Schwarzen Künstlern geschriebene und gespielte Musical entwickelt sich mit mehr als 500 Aufführungen zu einem außergewöhnlichen Erfolg und setzt wichtige Impulse für die Harlem Renaissance. Die Musik stammt von Eubie Blake, die Liedtexte von Noble Sissle. 

Die 15-jährige Josephine Baker wird zunächst mehrfach abgewiesen, gelangt jedoch in eine Tourneeproduktion und später in das New Yorker Hauptensemble. Am Ende der Tanzreihe nutzt sie ihre vermeintlich unauffällige Position für eine clowneske Darbietung: Sie verdreht die Augen, übertreibt Bewegungen und tanzt scheinbar aus dem Takt, um im entscheidenden Moment wieder zur Choreografie zurückzufinden. Ihr komisches Talent macht sie beim Publikum unverwechselbar und verschafft ihr erstmals größere Aufmerksamkeit. 

1. Mai 1922
Das Denkmal für die Toten der Revolution wird enthüllt 

München-Obergiesing * Die Münchner Freien Gewerkschaften enthüllen auf dem Ostfriedhof das Denkmal für die Toten der Revolution von 1918/19. Die Festrede hält der Münchner Gewerkschaftsvorsitzende Gustav Schiefer. 

Das würfelförmige Denkmal trägt auf der Vorderseite die Inschrift „Den Toten der Revolution“. Auf einer weiteren Seite ist ein Vers von Ernst Toller eingemeißelt. Eine Bronzeplakette am Sockel erinnert an Kurt Eisner, dessen Urne im Denkmal beigesetzt wird. 

Um 1926
Frauenturnfest und Pluder-Badekostüme für beide Geschlechter

München-Kreuzviertel * Kardinal Michael von Faulhaber beschäftigt sich mit Bagatellen. Es geht um das Verhindern

  • eines zweiten Frauenturnfestes,
  • der Entziehung der Portofreiheit für kirchliche Stellen,
  • der moralischen Zuchtlosigkeit der Jugend,
  • um die uneheliche Mutterschaft,
  • darum, „dass das Turnen nach Geschlechtern getrennt geschehe,
    daß die Turnkleidung die Körperformen nicht aufdringlich betone,
    daß jede Turnübung, besonders an Geräten, vermieden wird, die der weiblichen Art nicht angemessen sind, und
  • dass das Schauturnen von Frauen und Mädchen unterlassen werde“.
  • Gemeinschaftsbäder hält er für überflüssig.

Und wenn sie schon bestehen sollen, dann fordert Kardinal Faulhaber „Volles Pluder-Badekostüm für beide Geschlechter“.

Ab Mai 1928
Proteste begleiten Josephine Bakers Europatournee 

Europa * Nach ihrem Wiener Gastspiel setzt Josephine Baker ihre erste große Europatournee fort. Auch in anderen Städten, darunter Budapest und Stockholm, begleiten rassistische Anfeindungen, Proteste und Forderungen nach Auftrittsverboten ihre Gastspiele. Die Widerstände steigern zugleich die öffentliche Aufmerksamkeit und festigen Bakers Ruf als internationaler Bühnenstar. 

Zu den wiederkehrenden Anfeindungen wird ihr der Satz zugeschrieben: „Farbige sind nicht genötigt, zu provozieren: Die Zwischenfälle ereignen sich ganz von allein.“ 

14. Februar 1929
München verbietet Josephine Baker den Auftritt 

München * Zwei Tage vor Beginn ihres fünftägigen Gastspiels im Deutschen Theater verbietet die Münchner Polizeidirektion Josephine Baker den Auftritt. Zur Begründung heißt es, durch ihr Auftreten sei eine „Verletzung des öffentlichen Anstandes und damit der öffentlichen Ordnung“ zu erwarten. 

Die Behörde stützt ihre Entscheidung vor allem auf Bakers Ruf und ihre freizügigen Auftritte in anderen europäischen Städten. Obwohl in München weder ein Nackttanz noch der berühmte „Bananentanz“ vorgesehen ist, bleibt eine Beschwerde des Theaterdirektors Hans Gruß erfolglos. Das Verbot ist Ausdruck der rassistischen und moralischen Vorurteile, mit denen Baker auf ihrer Tournee konfrontiert ist. 

22. Juni 1933
Die Nationalsozialisten zerstören das Revolutionsdenkmal 

München-Obergiesing * Der nationalsozialistische Stadtrat lässt das Denkmal für Kurt Eisner und die Toten der Revolution auf dem Ostfriedhof entfernen. Die Erinnerungsstätte sei ein „Ärgernis für jeden guten Deutschen und den bayerischen Soldaten“. 

Auch Eisners Urne wird aus dem Denkmal entfernt und anschließend zwangsweise auf den Neuen Israelitischen Friedhof überführt. Die politische Verfolgung richtet sich damit selbst gegen das Andenken des ermordeten Freistaatgründers. 

Die Absicht formulieren die NS-Stadträte ausdrücklich: „Wir haben keinen Anlass, dass das Andenken an Kurt Eisner im Volk erhalten bleibt, möchten aber wünschen, dass dieser Name im Volk fortlebt, als abschreckendes Beispiel für solche, die gesonnen sind, dem Staat zu schaden und ihn zu erschüttern.“ 

27. Juni 1933
Was tun mit Kurt Eisners und Gustav Landauers Urnen ?

München * Nachdem das Denkmal für die „Toten der Revolution - 1919“ am Ostfriedhof abgerissen worden war, wollen die Nationalsozialisten die darin untergebrachten Urnen von Kurt Eisner und Gustav Landauer an die Israelitische Kultusgemeinde Münchens loswerden.

Diese antwortet an 27. Juni 1933: „[…] beehren wir uns mitzuteilen, dass wir derzeit nicht feststellen können, ob die Genannten bei Eintritt des Todes dem israelitischen Bekenntnis angehört haben. […] Wir wollen aber keine Schwierigkeiten schaffen und erklären uns bereit, die Urnen entgegen zu nehmen und sie einstweilen der Erde zu übergeben.“ 

Um den 25. Juni 1965
In USA erscheint „(I Can’t Get No) Satisfaction“ von den Rolling-Stones

London - USA * Die London Records bringen in den USA die siebte Rolling-Stones-Single „(I Can’t Get No) Satisfaction“ mit der B-Seite „The Under Assistant West Coast Promotion Man“ heraus. Die Band befindet sich noch immer noch auf Tournee in den USA und ist zur Veröffentlichung überhaupt nicht gefragt worden.