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Domitian beschränkt den Weinbau in den Provinzen 

Rom und römische Provinzen * Kaiser Domitian verbietet die Anlage neuer Weinberge in Italien und ordnet an, einen Teil der Rebstöcke in den Provinzen zu roden. Damit will er die Getreideerzeugung fördern und einer Überproduktion von Wein entgegenwirken. Das Edikt wird offenbar nur unvollständig umgesetzt; der Weinbau an Rhein und Mosel besteht fort.

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Probus fördert den Weinbau in den Provinzen 

Römisches Reich * Kaiser Probus fördert den Wiederaufbau der durch Kriege verwüsteten Provinzen. Einer spätantiken Überlieferung zufolge erlaubt er den Bewohnern Galliens, Spaniens und Britanniens ausdrücklich, Reben anzubauen und Wein herzustellen. Später gilt er deshalb auch an Rhein und Mosel als bedeutender Förderer des Weinbaus. Wie stark seine Maßnahmen den dortigen Anbau tatsächlich beeinflussen, ist historisch jedoch nicht eindeutig belegt. 

Ab 500
Klöster und Bistümer bewahren die Weinkultur 

Gebiete des heutigen Deutschlands * Mit der Ausbreitung des Christentums steigt der Bedarf an Wein für die Feier der Eucharistie. Bistümer, Klöster und kirchliche Grundherren pflegen deshalb bestehende Weinberge, vor allem an Rhein und Mosel, und geben Kenntnisse über Anbau, Kelterung und Lagerung weiter. Wein entwickelt sich zugleich zu einem wichtigen Handels- und Wirtschaftsgut. Die weitere Ausbreitung des Weinbaus in Regionen wie Franken lässt sich jedoch erst seit dem 8. Jahrhundert sicher schriftlich nachweisen. 

753
Der Weinanbau in Freising ist urkundlich belegt

Freising * Der Weinanbau in Freising ist urkundlich belegt. Bischof Arbeo nennt Altbayern ein „mit Wein wohlversehenes Land“. Bis in die Gegend des Tegernsees und Schliersees, am Staffelsee und Chiemsee, bei Adelholzen und Traunstein, bei Tölz und Lenggries wird Wein angebaut.

Das Kerngebiet des regionalen Landweins, des sogenannten „Baierweins“, liegt an den Hängen der Donau, bei Regensburg, Kehlheim und Donaustauf vor allem. Von der Donau aus schiebt sich der Weinbau in die Seitentäler der Wörnitz, der Altmühl, der Naab und des Regen hinein. Im schwäbischen Donauwörth, bei Straubing und Passau, an den Ufern von Isar und Inn, an Salzach und Rott wird Wein angebaut. Landshut und die untere Isar sind Zentren des Weinanbaus, deren besten Gewächse noch bis ins 17. Jahrhundert in die Hofkeller der Münchner Residenz wandern.

um 1250
Weinbau im Herzogtum Baiern 

Herzogtum Baiern * Vorsichtige Schätzungen beziffern die Rebfläche des Baierweins um 1250 auf rund 2.000 Hektar. Der Weinbau prägt damit weite Teile des Herzogtums Baiern. Heute umfasst das traditionsreiche Anbaugebiet nur noch etwa vier Hektar. 

Suchbegriffe: Wein, Baierwein
1300
Der mittelalterliche Wärmezeitraum klingt aus  

Mitteleuropa * Die vergleichsweise milden Klimabedingungen des Hochmittelalters gehen allmählich in eine kühlere, wechselhafte Phase über. Damit beginnt der regional unterschiedlich verlaufende Übergang zur sogenannten Kleinen Eiszeit. 

Für den Weinbau verschlechtern sich langfristig besonders in klimatischen Randlagen die Bedingungen. Der Wandel erfolgt jedoch nicht überall gleichzeitig; günstige Anbaujahre bleiben weiterhin möglich. 

Suchbegriffe: Wein, Weinanbau, Klimaoptimum
1. August 1871
Der erste tödliche Unfall nach der Eröffnung der Eisenbahnlinie

München-Untergiesing * Schon wenige Monate nach Eröffnung der Eisenbahnlinie über den Ostbahnhof nach Braunau kommt es zum ersten tödlichen Unfall. Die Frau des Gemeindebevollmächtigten Wilhelm Kanzler, der in Obergiesing die bekannte Gastwirtschaft Zum Giesinger Weinbauern betreibt, stirbt. 

Mutter Kanzler ist mit ihrem Sohn in der Kutsche über den Giesinger Berg in Richtung Innenstadt gefahren. Bei der Eisenbahnbrücke erschreckt ein heraneilender Zug das Pferd so sehr, dass es scheut, die Kutsche umwirft und beide Insassen unter sich begräbt. Während der Sohn mit leichten Blessuren davonkommt, stirbt die Mutter an ihren Verletzungen. 

Es kommt fast täglich zu solchen Unfällen, „weil die Bauernpferde aus den außergelegenen Dörfern noch keinen Kurs bezüglich der Vorsichtsmaßregeln genommen und jetzt wie früher scheuen und durchgehen“.

23. Oktober 1952
Der Bundestag beschließt eine deutliche Senkung der Sektsteuer

Bonn * Der Bundestag verabschiedet ein neues Schaumweinsteuergesetz. Die umgangssprachlich „Sektsteuer“ genannte Abgabe sinkt von drei auf eine Deutsche Mark je Flasche mit 0,75 Litern Inhalt. Die Neuregelung tritt am 1. November 1952 in Kraft und ersetzt den seit 1939 erhobenen Kriegszuschlag auf Schaumwein.  

Die Steuersenkung soll den Absatz ankurbeln und damit zugleich deutschen Winzern und Sektkellereien helfen. Viele Betriebe leiden unter hohen Lagerbeständen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Nach den im Bundestag vorgelegten Zahlen nutzen die Kellereien nur etwa ein Drittel ihrer Produktionskapazität. Weil sie einen großen Teil ihrer Grundweine von deutschen Winzern beziehen, soll ein höherer Sektverbrauch auch den heimischen Weinbau stärken.