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Der Stadtrat lässt Bettler mit Zwangsarbeit beim Schanzenbau einsetzen

München * In einem Bericht an Kurfürst Maximilian I. betont der Stadtrat, dass er starke Bettler und Bettlerinnen in Eisen schlagen und anschließend zur Zwangsarbeit beim Schanzenbau einsetzen lässt. Mit diesen Zwangsmaßnahmen wollen die Stadt- und Landesherren den „Arbeitsscheuen“ den Teufel des Müßiggangs austreiben. Doch nach ihrer Entlassung finden die Bettler trotzdem keine Möglichkeit der Beschäftigung vor.

28. November 1816
Eine Verordnung über Zwangsarbeitshäuser

München - Königreich Baiern * Eine Verordnung über Zwangsarbeitshäuser regelt, dass in diese Einrichtungen nicht nur lästige Bettler und Landstreicher, sondern auch

  • „Menschen von fortgesetztem schlechten Lebenswandel, die sich dem Müßiggange, der Unsittlichkeit und öffentlichen Ausschweifungen ergeben und dadurch,
  • sowie durch Widerspenstigkeit und Ungehorsam gegen Eltern und Vorgesetzte Unordnung, Gefahr und Verderben in die Familie und Gemeinde bringen“ untergebracht werden können. 
28. August 1943
Diskriminierende Sitzplatzvorschriften für Zwangsarbeiter 

Deutsches Reich * Eine Bekanntgabe von Beförderungsvorschriften legt fest, dass polnische Zivilarbeiterinnen und Zivilarbeiter sowie sogenannte „Ostarbeiter“ in Eisenbahnzügen Sitzplätze nur einnehmen dürfen, wenn andere Reisende nicht stehen müssen. Bei Gruppentransporten sollen sie möglichst von den übrigen Fahrgästen getrennt und in besonderen Wagen oder Abteilen untergebracht werden. 

Damit setzt das NS-Regime seine rassistische Ausgrenzung auch im öffentlichen Verkehr durch.

23. September 2013
Die ILO berichtet über weltweit 168 Millionen Kinder in Kinderarbeit 

Welt - Genf * Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO), eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen, veröffentlicht neue Schätzungen zur Kinderarbeit. Die Zahlen beziehen sich auf 2012: 

  • 168 Millionen Kinder zwischen fünf und 17 Jahren leisten Kinderarbeit. 
  • Davon verrichten 85 Millionen gefährliche Arbeit, die ihre Gesundheit, Sicherheit oder Entwicklung bedroht. 
  • Rund 73 Millionen sind zwischen fünf und elf Jahren alt. 
  • Mit 98 Millionen betroffenen Kindern entfällt der größte Anteil auf die Landwirtschaft. 
  • Seit 2000 sinkt die geschätzte Zahl der Kinder in Kinderarbeit von 246 auf 168 Millionen.  

Als Kinderarbeit gelten Tätigkeiten, für die Kinder zu jung sind oder die ihre körperliche und geistige Entwicklung beeinträchtigen beziehungsweise ihren Schulbesuch behindern. Dazu können überlange Arbeitszeiten, schwere körperliche Belastungen und gefährliche Arbeitsbedingungen gehören. Nicht jede altersgerechte Mithilfe ist Kinderarbeit. Zu ihren schlimmsten Formen zählen unter anderem Sklaverei, Schuldknechtschaft, Zwangsarbeit und sexuelle Ausbeutung.