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1418
Das Jägerbuch von Herzog Ludwig VII. dem Bärtigen von Baiern-Ingolstadt

Ingolstadt * Im Jägerbuch von Herzog Ludwig VII. dem Bärtigen finden sich Hinweise auf die Falknerei in Baiern. Der Herzog von Baiern-Ingolstadt ist der Bruder der französischen Königin Isabeau de Baviére. Spätestens bei seinen langen Aufenthalten am Hof des französischen Königs lernt er die Beizjagd kennen.

Und da schon im Mittelalter an den Höfen des französischen Königs eine unglaubliche Prachtentfaltung herrscht, wird hier auch die Falknerei mit größtem Glanz und Aufwand betrieben. Es gibt dort sogar einen Falkenmeister des Königs, der später den Titel Großfalkonier von Frankreich trägt.

Herzog Ludwig VII. von Baiern-Ingolstadt, der sich anno 1402 mit Anna von Bourbon vermählt hatte, regiert und verwaltet sein Teilherzogtum nach französischem Muster. Der Adel kleidet sich französisch und sogar die Ingolstädter Häuser sind nach Pariser Geschmack erbaut und eingerichtet worden. Hier dürfte demzufolge auch die Beizjagd entsprechend aufwändig ausgeübt worden sein.

In dem bereits genannten Jägerbuch ist festgelegt worden, dass die Falkner zu dem Personenkreis gehören, die das Recht der Nachtselden in Anspruch nehmen können. Das bedeutet konkret, die vom Herzog den Klöstern und Kirchen auferlegte Verpflichtung, „unsere jägermaister, jäger und valcknär“ zu beherbergen und zu verpflegen oder ersatzweise jährlich einen Geldbetrag abzuliefern.

Die Prälaten von sechs Klöstern verklagen daraufhin Herzog Ludwig VII. vor dem Baseler Konzil, das ihn anno 1433 mit dem Kirchenbann belegt. Der Regent des Ingolstädter Herzogtums stirbt mit dieser Strafe.

Ab dem 1560
Herzog Albrecht V. lässt einen neuen Lustgarten anlegen

München-Graggenau * Herzog Albrecht V. lässt für seine Ehefrau, die Erzherzogin Anna, einen neuen Lustgarten, mit Lusthaus, Arkadengang, Ziertürmen und aufwändigen Wasseranlagen anlegen. Der sogenannte Annagarten entsteht nördlich des Alten Hofgartens und bildet den Ausgangspunkt für die späteren Anlagen unter Herzog/Kurfürst Maximilian I.. 

Um 1590
Ehefrauen Münchner Bierbrauer werden der Hexerei verdächtigt

München * Während der Hexenverfolgungen werden einige Ehefrauen Münchner Bierbrauer der Hexerei verdächtigt. Darunter die Frauen des Gilgenrainerbräus Viereck, des Unterspatenbräus Jörg Spät und des Kalteneckerbräus Galle Stoltz, der seine Brauerei von Gericht wegen schließen musste. Betroffen war auch die Anna Freykamerin.

In einer Zeitung heißt es zu den Hexenverbrennungen: „Volgends um den anfang des Monats Julii sind irer bey fünffen in München verbranndt worden. Under welchen eine wolbekannte Prewin gewesen, die ausgesagt sol haben, wie sie und etlich hundert mit ir in dem Mertzenbier, eh sie dies ausgeschenkt, gebadet habe“.

2. Juli 1590
Der von Herzog Wilhelm V. ausgehende Hexenprozess ist zu Ende

München * Der von Herzog Wilhelm V. ausgehende Hexenprozess ist zu Ende. Die Anklage gegen vier „Weibspersonen“ unterschiedlichen Alters lautet auf

  • Buhlschaft mit dem Teufel,
  • Leichenraub und Leichenschändung,
  • Hostienentweihung sowie
  • Hexerei.

Die vier Frauen, Anna Anbacherin, Brigitte Anbacherin, Regina Bollingerin und Regina Lutzin, machen die üblichen Geständnisse: Ausfahrt mit dem Teufel über Felder und in verschiedene Weinkeller. Eine andere gestand, sie habe ein totes Kindlein auf dem Gottesacker vor dem Sendlinger Thor ausgegraben und daraus eine wässrige, zähe und wasserfarbige Salbe bereitet.

Aufgrund des erdrückenden Beweismaterials werden alle vier Frauen als Hexen zum Tode verurteilt. Wegen ihres hohen Alters werden sie - auf Fürbitte hoher fürstlicher Personen - vorher erdrosselt und danach ihre geschundenen Körper verbrannt. 

1591
Die Familie Pämb lebt im Kelheimer Armenhaus

Kelheim * Anna Pämb [50] lebt mit ihrem Mann Paulus [48] und den Söhnen Gumpprecht [13], Michael [11] und Hansel [ein Jahr alt] im Kelheimer Armenhaus.

  • Vater Paulus bietet seine Arbeitskraft als Kesselflicker an.
  • Mit seinen älteren Söhnen verdingt er sich auch als Abortgrubenräumer, als sogenannter Pappenheimer.
  • Im Armenhaus von Kelheim lernt Anna Pämb eine gewisse Zieglerin kennen. Die Frauen verstehen sich auf Anhieb. 
18. Januar 1598
Erzherzog Ferdinand II. bedankt sich für die erteilte Ehedispens

Wien - Rom-Vatikan * Erzherzog Ferdinand II. bedankt sich bei Papst Clemens VIII. für die erteilte Ehedispens mit Herzogin Maria Anna von Baiern. Zuvor waren von protestantischer Seite Angriffe auf das Paar unternommen worden.

Beanstandet wurden der beträchtliche Altersunterschied, wobei die 24-jährige Maria Anna lediglich vier Jahre älter als Ferdinand II. war, dann die Hässlichkeit der Braut und schließlich die nahe Verwandtschaft der Geschwisterkinder. [Ferdinands Mutter Erzherzogin Maria war die Schwester von Maria Annas Vater Wilhelm V..]  Schon deshalb musste der päpstlicher Dispens eingeholt werden.

Februar 1600
Die Familie Pämb lebt beim Kleinbauern Ulrich Schölz bei Riedenburg

Altmannstein * Die Familie Pämb lebt beim Kleinbauern Ulrich Schölz bei Riedenburg. Da taucht der Amtmann von Altmannstein auf und verhaftet die komplette Familie bis auf den inzwischen zehnjährigen Hansel, der bei den Bauersleuten zurückbleibt. Ein verurteilter, inzwischen in Wörth an der Isar hingerichteter Dieb namens Geindl hat die beiden Pämb-Brüder Michael und Gumpprecht als angebliche Komplizen angeschwärzt.

Schnell kann der wahre Hintergrund aufgeklärt werden. Geindl und Michael Pämb haben sich einmal geschlägert, wobei Geindl unterlegen ist. Wutentbrannt hat der Dieb danach geschworen, er werde es den Pämbs schon noch heimzahlen.

Der Amtmann sieht ein, dass die Denunziation wohl nur ein Racheakt gewesen war, schickte das Protokoll nach München und wartet auf die Nachricht, dass die Familie freizulassen sei. 

März 1600
Der Münchner Hofrat ordnet die Folter an

Altmannstein * Die aus München kommende Antwort ordnet die „hochnotpeinliche Befragung“ der Familie Pämb an. Unter der Tortur der Folterknechte gestehen die 59-jährige Anna, der 57-jährige Paulus und die Söhne Michael [20] sowie Gumpprecht [22] jede Menge Diebstähle, Brandstiftungen und Raubüberfälle. Michael und Gumpprecht bekennen sich zudem, „Hexer“ zu sein.

So wirr, unlogisch und widersprüchlich die unter der Folter erpressten „Geständnisse“ auch sind, der Altmannsteiner Amtmann verständigt daraufhin umgehend den Hofrat in München. 

16. April 1600
Die Familie Pämb wird im Falkenturm eingekerkert

Altmannstein - München * Die Familie Pämb nach München überführt und im Falkenturm eingekerkert. Die Männer kommen in einzelne, „Keuchen“ genannte Zellen. Nur Hansel durfte bei seiner Mutter bleiben. Nun beginnt der sogenannte Pappenheimer-Prozess. 

28. April 1600
Zuletzt widmen sich die Hofräte der betagten Mutter Anna Pämb

München-Graggenau * Zuletzt widmen sich Hofkommissar Dr. Johann Simon Wagnereckh und die Hofräte Hainmüller und Roming der betagten Mutter Anna. Bei ihr fragt man nicht erst nach Morden oder anderen Verbrechen, sondern widmet sich gleich dem schlimmsten aller Verbrechen: der Hexerei und Teufelsanbetung. Dabei steht gar nicht zur Frage, ob sie eine Hexe sei. Das wird als Tatsache vorausgesetzt.

Die gemarterte Frau erfindet äußerst wilde Geschichten von der alten Zieglerin und dem Knecht, der der Satan gewesen sei, um den Qualen endlich ein Ende zu bereiten. Insgesamt gibt Anna Pämb zu, dass sie 100 Kinder und 19 alte Menschen mit ihren Zauberkünsten brutal ermordet habe. Ferner nennt sie rund 400 weitere Personen, die ebenfalls Hexerei betreiben. 

Um den 30. April 1600
Die alte Anna „Pämbin“ widerruft sie ihre Aussage

München-Graggenau * Einige Tage nach ihrem Folterverhör, nachdem sich die alte „Pämbin“ wieder ein wenig erholt hat, widerruft sie ihre Aussage. Der Widerruf führt sie jedoch direkt zurück in die Folterkammer, wo sie erneut alles zugibt, was ihr die Inquisitoren des Herzogs Maximilian I. unterstellen. 

Mai 1600
Die Familie des Klostermüllers wird der Hexerei bezichtigt

München-Graggenau * Unter der Tortur bezichtigen die Pämbs auch die Familie des Klostermüllers aus dem niederbaierischen Tettenwang der Hexerei. 

Der Klostermüller, seine Frau Anna und beider Tochter Agnes, später auch Ursula genannt, sowie weitere Bekannte der Pämbs werden umgehend verhaftet, nach München gebracht und dort so lange gefoltert, bis auch sie grauenhafte, hexerische Untaten gestehen.

Dabei hatte der Klostermüller von Tettenwang den Pämbs lediglich geholfen und den fahrenden Bettlern Unterkunft und Essen gewährt. 

26. Juli 1600
Die Hofkommissare fällen ihr Urteil im Pappenheimer-Prozess

München * Die Hofkommissare unter der Leitung von Dr. Johann Simon Wagnereckh fällen ihr Urteil. Nachdem sie es ausformuliert haben, begeben sie sich in den Falkenturm, wo sie den Malifikanten die Geständnisse vorlesen.

Es ist üblich, den Delinquenten drei Tage vor der Hinrichtung diese sogenannten Urgichten noch einmal zur Kenntnis zu geben, damit sie die Gelegenheit zur Korrektur haben und eventuell Denunziationen zu widerrufen. Aus panischer Angst vor weiteren Folterungen verzichten die Pämbs und ihre Mitangeklagten darauf, den Urgichten zu widersprechen. Danach gewährt man ihnen eine Henkersmahlzeit, die auch gebratenes Fleisch und Wein umfasst. 

29. Juli 1600
Die Delinquenten werden in Ketten zum Schrannenplatz geführt

München-Graggenau * Am Morgen führt eine Delegation von berittenen Amtmännern, zwei Priestern und bewaffneten Soldaten die Delinquenten in Ketten vom Falkenturm zum Schrannenplatz, dem heutigen Marienplatz, zum „Malefizrechtstag“. Der gerade elf Jahre alt gewordene Hansel muss beim Bußamtmann der Stadt München auf dem Pferd mitreiten und alles mit ansehen.

Eine geifernde Menschenmenge wartet vor dem Rathaus und hofft auf eine spektakuläre Hinrichtung der Pämbs und ihrer Leidensgenossen. Obwohl der Herzog den Prozess führt, muss die Stadt München den Schauprozess und die Hinrichtung ausrichten. Als der Bannrichter Christoph Neuchinger schließlich die Todesurteile verkündet, wollen die Jubelschreie der Münchner kein Ende nehmen. 

29. Juli 1600
Die herzogliche Justiz demonstriert ihre unvorstellbare Bestialität

München * Nun demonstriert die herzogliche Justiz ihre unvorstellbare Bestialität. Noch auf der Freitreppe des Rathauses reißen der Henker und seine Helfer den Männern mit glühenden Zangen jeweils sechs Fleischstücke aus den Armen und dem Oberkörper. Danach schneidet man Anna Pämb die Brüste ab und schmiert sie ihr und den beiden Söhnen dreimal „umb das Maul“, mit dem Hinweis, dass aus diesen Brüsten solche abscheuliche Bubenstücke „gesogen“ wurden.

Schließlich verfrachtet man die Schwerstverwundeten auf zwei Schandkarren, um sie zum Galgenberg zu bringen, der vor den Toren der Stadt liegt, etwa an der Stelle, an der heute die Hackerbrücke auf die Landsberger Straße trifft. Tausende Schaulustige begleiten die Wagen, Hansel Pämb reitet auf dem Pferd des Bußamtmanns mit. 

29. Juli 1600
„Die Teufelsbrut wird verbrannt“

München-Maxvorstadt * Am Galgenberg werden die fünf Männer gerädert. Dazu bindet  man die Malefikanten auf ein scharfkantiges Balkengerüst und zerschmettert ihnen mit einem eisenbeschlagenen Richtrad die Gliedmaßen. Für gewöhnlich beginnt diese Bestialität bei den Unterschenkeln. Die Zahl und der Rhythmus der Schläge sowie die Reihenfolge der Gliedmaßen sind genau vorgeschrieben. Paulus Pämb wird nun zusätzlich „gespießt“. Der Henker rammt ihm einen kurzen Jagdspieß durch den After in den Unterleib.

Der letzte Akt der Justizwillkür im Namen des Herzogs Maximilian I. ist der Feuertod. Man zerrt die Pämbs und ihre Bekannten zu ihren Scheiterhaufen, bindet sie an - Anna setzt man dabei auf einen Stuhl- und verbrennt die „Teufelsbrut“ lebendig und „unter jämmerlichem Geschrei“. 

29. Juli 1600
Der elfjährige Hansel Pämb muss der Hinrichtung seiner Eltern beiwohnen

München-Maxvorstadt * Das wohl mit weitem Abstand Verabscheuungswürdigste der Hinrichtung aber ist, dass der inzwischen elfjährige Hansel Pämb, auf dem Pferd des Bußamtmanns sitzend, der qualvollen Hinrichtung seiner Eltern und Brüder beiwohnen muss. Doch auch dem Kind bleibt der spätere Feuertod nicht erspart, da Hansel ja schon „im Mutterleibe dem Teufel geweiht und an seiner Stelle ein anderes gestohlenes Kind getauft worden sei“. 

26. November 1600
Die Scheiterhaufen lodern auf dem Münchner Galgenberg erneut

München-Maxvorstadt * Die Scheiterhaufen auf dem Münchner Galgenberg lodern erneut. Diesmal befindet sich neben der Agnes Klostermüller und ihrer Mutter Anna, der Weber Hans Stumpf, Glashansl genannt, und der Brotträger Augustin Baumann. Auch der elfjährige Hansel Pämb wird dem Feuer übergeben.

Der alte Klostermüller stirbt noch im Falkenturm. Es ist ungewiss, ob an den Qualen der Folter oder durch einen Selbstmord. 

Februar 1611
Das baierische Aberglaubens- und Hexenmandat geht in Druck

München * Abschließend wird das baierische Aberglaubens- und Hexenmandat dem Hofratskanzler Dr. Johann Simon Wagnereckh zur abschließenden Kontrolle vorgelegt, bevor es in der Druckerei der Anna Bergin wittib im Februar 1611 auf Papier gebracht wird.

Wie so oft, handelt Hofratskanzler Wagnereckh auch hier wieder eigenmächtig. Das Werk geht in Druck, bevor es Herzog Maximilian I. unterzeichnet hat - und damit nicht rechtskräftig ist. 

15. Juli 1635
Kurfürst Maximilian I. heiratet Maria Anna von Österreich

Wien • Der 62-jährige Kurfürst Maximilian I. heiratet - ohne Einhaltung des Trauerjahres, ein halbes Jahr nach dem Tod seiner ersten Ehefrau Elisabeth Renata - die 25-jährige Maria Anna. Sie ist die Tochter seiner Schwester Maria Anna und des römisch-deutschen Kaisers Ferdinand II.. Maximilian I., schon Vetter und Schwager des Kaisers, wird damit auch noch sein Schwiegersohn.

Die Eile ist verständlich. Der Baiernregent hat zwar die erbliche Kurfürstenwürde errungen, aber noch immer keinen Thronfolger gezeugt. In seinem Alter ist es also höchste Zeit. 

17. Februar 1670
Frankreich und Baiern schließen ein geheimes Bündnis

Paris - München * Zwischen Frankreich und Baiern wird ein auf zehn Jahre befristeter geheimer Bündnisvertrag geschlossen. Kurfürst Ferdinand Maria verpflichtet sich darin, das französische Königshaus in seinen Ansprüchen auf das Spanische Erbe zu unterstützen. Dafür zahlt Frankreich unter König Ludwig XIV. 180.000 Taler und stellt jährlich 400.000 Taler in Aussicht, falls sich Baiern an Kriegshandlungen beteiligen sollte.

Ferdinand Maria gelingt es - trotz des Vertrags und gegen den Wunsch seiner Gemahlin Henriette Adelaide - im Holländischen Krieg von 1672 neutral zu bleiben. Der Vertrag beinhaltet auch die spätere Heirat der damals neunjährigen Baiern-Prinzessin Maria Anna Christina mit dem ein Jahr jüngeren französischen Kronprinzen Ludwig, Dauphin de Viennois. 

1672
Erhebung des Edelsitzes Wageck zur Hofmark Wageck

Au * Anna Maria Cammerloherin erreicht die Erhebung des Edelsitzes Wageck zur Hofmark Wageck. Sie lässt die Mühle zu einer zweigängigen Mahlmühle, die später sogar zur sechsgängigen aufgestockt wird, ausbauen.

Sie fährt zur Schranne, kaufte Getreide und bringt das Mehl wieder in die Stadt. Diese Handlung zieht heftige Beschwerden der städtischen Müller nach sich, „weil diese Concurrenzmacherei sie [die städtischen Müller] mit Weib und Kind an den Bettelstab bringe“.

16. Januar 1680
Baierisch-französische Heiratsverhandlungen

Versailles - München * Herzog von Croque wirbt als außerordentlicher Botschafter König Ludwigs XIV. von Frankreich in München um die Hand der Prinzessin Maria Anna Christina für den französischen Thronfolger Ludwig, Dauphin de Viennois. 

28. Januar 1680
Prokuravermählung der baierischen Prinzessin Maria Anna Christina

München-Graggenau * Prokuravermählung der baierischen Prinzessin Maria Anna Christina mit dem französischen Thronfolger Ludwig, Dauphin de Viennois, im Herkules-Saal der Residenz. Begleitet von ihrem Bruder Max Emanuel, als Vertreter des französischen Kronprinzen Louis, betritt die Prinzessin den festlich geschmückten Saal.  

Nach der Vermählung ertönt das Te Deum, während draußen 50 Böllerschüsse abgefeuert werden. Danach erhellt ein prächtiges Brillantfeuerwerk den nächtlichen Himmel über München. Glanzvolle Opernaufführungen und Hofbälle begleiten dieses kurbaierische Freudenfest. 

7. März 1680
Maria Anna Christina Victorie heiratet Ludwig, Dauphin de Viennois

Châlons-sur-Marne * Die baierische Prinzessin Maria Anna Christina Victorie, Tochter des Kurfürstenpaares Ferdinand Maria und Henriette Adelaide, heiratet in Châlons-sur-Marne ihren Cousin 2. Grades, den französischen Thronfolger Ludwig, Dauphin de Viennois.

14. September 1696
Ein Testament zu Gunsten des baierischen Kurprinzen Ferdinand Joseph

Madrid * König Carl II. von Spanien regelt in seinem Testament die Erbfolge. Trotz Geheimhaltung sickert durch, dass es zu Gunsten des baierischen Kurprinzen Joseph Ferdinand lautet. Spanien hat bis zu diesem Zeitpunkt immer am Prinzip der Unteilbarkeit der spanischen Monarchie festgehalten. Prinz Joseph Ferdinand von Baiern hat im Stammbaum - als Urenkel des spanischen Königs Philipp IV. und Maria Anna von Österreich - den höchsten Anteil spanisch-habsburgischen Blutes.  

Doch auch Österreich schiebt einen Universalerben für den spanischen Thron vor:  Erzherzog Carl, den jüngsten, im Jahr 1685 geborenen Sohn Kaiser Leopolds I. aus dessen dritter Ehe. 

27. April 1701
Tod des Haidhauser Hofmarkherrn Paul Fugger 

München - Haidhausen * Paul Graf Fugger von Kirchberg und Weißenhorn, Reichshofrat, kurbaierischer Obersthofmeister und Hofmarkherr von Haidhausen, stirbt in München. Der langjährige Vorsitzende des Geheimen Rats gehört zu den einflussreichsten Amtsträgern am Hof des Kurfürsten. Seine letzte Ruhestätte findet er in der Pfarrkirche St. Wolfgang in Mickhausen. 

Seine Witwe Anna Maria Katharina de Saint-Germain erhebt Anspruch auf die Hofmark Haidhausen. Da jedoch ein Sohn Fuggers aus erster Ehe das Erbe anficht, gelangt sie erst 1706 nach einem Vergleich in deren vollständigen Besitz.

22. Oktober 1701
Geburt der späteren Kaiserin Maria Amalia 

Wien * Erzherzogin Maria Amalia Josepha Anna kommt als jüngere Tochter des späteren Kaisers Joseph I. und seiner Gemahlin Wilhelmine Amalie von Braunschweig-Lüneburg zur Welt. 

Im Jahr 1722 heiratet sie den baierischen Kurprinzen Carl Albrecht. Nach dessen Regierungsantritt wird sie 1726 Kurfürstin von Baiern und nach seiner Wahl zum römisch-deutschen Kaiser Carl VII. im Jahr 1742 Kaiserin. Ihre habsburgische Abstammung dient Carl Albrecht später als Grundlage für seine Ansprüche auf Teile des österreichischen Erbes. 

1704
Maria Anna Lindmayr warnt vor einem Strafgericht 

München * Die Münchner Mystikerin Maria Anna Lindmayr leidet unter rätselhaften körperlichen Beschwerden und berichtet wiederholt von religiösen Visionen. Unter dem Eindruck des Spanischen Erbfolgekriegs und der militärischen Bedrohung Baierns verstärken sich diese Erfahrungen. 

Im Jahr 1704 erreichen ihre prophetischen Warnungen einen vorläufigen Höhepunkt. Lindmayr kündigt ein göttliches „Strafgericht“ an, falls die Menschen – insbesondere die Angehörigen des kurfürstlichen Hofes – ihr Leben nicht bessern und sich nicht erneut dem Glauben zuwenden. Ihre Botschaften finden in der verunsicherten Bevölkerung und bis in höfische Kreise hinein Beachtung.

12. Februar 1704
Lindmayr deutet den Tod eines Prinzen als göttliche Strafe 

München * Prinz Wilhelm, ein Sohn des Kurfürsten Max Emanuel und der Kurfürstin Therese Kunigunde, stirbt im Alter von zweieinhalb Jahren. Die Münchner Mystikerin Maria Anna Lindmayr, im Volksmund die „fromme Jungfer Marianndl“ genannt, deutet den Tod des Kindes als göttliche Strafe für die ausgelassenen Faschingsfeiern am kurfürstlichen Hof. Ihre religiöse Auslegung verstärkt die angespannte Stimmung in der von Krieg und Zukunftsängsten geprägten Stadt.

18. Mai 1704
Lindmayrs Prophezeiungen beunruhigen die Stadt 

München * Die Berichte über Maria Anna Lindmayrs Visionen und ihre Warnung vor einem göttlichen Strafgericht verbreiten sich in München. Am Dreifaltigkeitssonntag führen die Kriegsangst und zahlreiche Gerüchte zu einem größeren Volksauflauf. 

Der Kurfürstliche Geheime Rat weist daraufhin die Prediger an, den „Ausstreuungen einer gewissen Person“ entgegenzutreten und die Bevölkerung stattdessen zu „Buße, Tugend und Frömmigkeit“ aufzurufen. Lindmayr wendet sich an den Freisinger Fürstbischof Johann Franz Eckher von Kapfing und Liechteneck, der ihre Aussagen durch eine Kommission angesehener Geistlicher prüfen lässt. Diese gelangt zu dem zeittypisch formulierten Urteil, Lindmayr besitze „in etlichen Sachen eine mehr als natürliche Erkenntnis“. 

Das Gutachten stärkt Lindmayrs Ansehen in München. Sie erklärt, Gott werde die Stadt nur dann vor den schlimmsten Kriegsfolgen bewahren, wenn ihm der Bau einer Kirche zu Ehren der Heiligen Dreifaltigkeit gelobt werde. Ihre Forderung bereitet das feierliche Gelübde vor, das die baierischen Landstände und die Münchner Bürgerschaft am 17. Juli 1704 ablegen. 

17. Juli 1704
München gelobt den Bau einer Dreifaltigkeitskirche 

München * In der Frauenkirche legen Vertreter der drei Stände – Geistlichkeit, Adel und Bürgerschaft – ein feierliches Gelübde ab. Wenn München im Spanischen Erbfolgekrieg von Plünderung, Zerstörung und Seuchen verschont bleibt, soll zu Ehren der Heiligen Dreifaltigkeit eine Kirche errichtet werden. 

Den unmittelbaren Anstoß geben die Visionen Maria Anna Lindmayrs. Sie erklärt, Gott werde die Stadt nur unter der Voraussetzung eines solchen Kirchenbaus vor den schlimmsten Gefahren bewahren. Im offiziellen Text des „Gelübdes der drei Stände“ werden jedoch weder Lindmayr noch ihre Prophezeiungen erwähnt. Der Bau der heutigen Dreifaltigkeitskirche beginnt erst 1711. 

6. März 1706
Anna Maria Katharina erhält die Hofmark Haidhausen 

Haidhausen * Nach einem Rechtsstreit mit einem Sohn ihres verstorbenen Mannes aus erster Ehe schließt Anna Maria Katharina Gräfin von Fugger-Kirchberg-Weißenhorn einen Vergleich. Damit gelangt sie in den vollständigen Besitz der Hofmark Haidhausen. Offen bleibt zunächst das Einlösungsrecht, das Kurfürst Max Emanuel für sich beansprucht. 

Das Einlösungsrecht ist hier das Recht des Kurfürsten, die Hofmark Haidhausen gegen Zahlung einer festgelegten Summe zurückzuerwerben. Anna Maria Katharina kann die Hofmark nach dem Vergleich zwar besitzen, muss aber damit rechnen, dass Max Emanuel dieses Recht geltend macht.

8. Mai 1706
Die vier älteren baierischen Prinzen werden nach Klagenfurt gebracht 

München - Klagenfurt * Die kaiserliche Verwaltung lässt die vier älteren Söhne Max Emanuels aus Baiern fortbringen: Karl Albrecht, Philipp Moritz, Ferdinand Maria Innozenz und Clemens August. Den Kindern wird zunächst eine kurze Reise in Aussicht gestellt. Tatsächlich führt sie ein bewachter Geleitzug nach Klagenfurt, wo sie am 10. Juni eintreffen. So sollen sie dem Zugriff ihrer im Exil lebenden Eltern entzogen und unter kaiserlicher Aufsicht gehalten werden. 

25. April 1711
Kaspar Öttl erhält das Schankrecht für den Haidhauser Kleinwirt 

Haidhausen * Hofmarkherrin Anna Maria Gräfin von Fugger-Kirchberg-Weißenhorn erteilt dem neuen Kleinwirt Kaspar Öttl das Recht, Weißbier, Braunbier und Branntwein auszuschenken. Er darf außerdem Spielleute auftreten lassen, Kegelplätze betreiben und Kindsmähler – Festessen anlässlich einer Taufe – ausrichten. Die Verleihung sichert den Betrieb seiner Wirtschaft. Neben dem Großwirt gehört Öttl damit zu den wenigen Wirten in Haidhausen mit Schankrecht. 

14. Oktober 1711
Maria Anna Lindmayr schließt sich den Karmelitinnen an 

München-Kreuzviertel * Maria Anna Lindmayr wird in die junge Gemeinschaft der Unbeschuhten Karmelitinnen aufgenommen. Sie lebt zunächst als Terziarin in der vorläufigen Unterkunft nahe dem heutigen Promenadeplatz. Erst 1712 beginnt sie ihr Noviziat.

1712
Die kurbaierischen Prinzen werden nach Graz verlegt 

Klagenfurt - Graz - München * Kaiser Carl VI. lässt die vier seit 1706 in Klagenfurt untergebrachten Söhne Kurfürst Max Emanuels nach Graz verlegen: Carl Albrecht, Philipp Moritz, Ferdinand Maria Innozenz und Clemens August. Auch ihr jüngerer Bruder Johann Theodor wird aus München dorthin gebracht. Die Prinzen erhalten in Graz einen eigenen Hofstaat und bleiben unter kaiserlicher Aufsicht. Ihre Schwester Maria Anna Karoline bleibt in München; der jüngste Bruder Maximilian Emanuel Thomas ist bereits 1709 gestorben. 

5. August 1714
Maria Anna Lindmayr hält ihre Vision schriftlich fest 

München-Kreuzviertel * Maria Anna Josepha a Jesu Lindmayr beschreibt schriftlich ihre Vision zur Rettung Münchens durch den Bau einer Dreifaltigkeitskirche. Eine von ihr verfasste Darstellung der Entstehungsgeschichte ist aus dem Jahr 1714 überliefert. Im Gelübde der drei Stände vom 17. Juli 1704 wird ihre Vision dagegen nicht erwähnt.  

Ob Lindmayr das Gelübde von 1704 angeregt hat, lässt sich aus dessen Wortlaut allein weder belegen noch widerlegen. Die spätere Überlieferung schreibt ihr diese Rolle zu; der zeitliche Abstand ihrer schriftlichen Darstellung zum Gelübde sollte dabei kenntlich bleiben. 

10. April 1715
Max Emanuel kehrt still nach München zurück 

München * Kurfürst Max Emanuel zieht mit Therese Kunigunde und ihren Kindern nachts um 23 Uhr durch das Neuhauser Tor in die Residenzstadt ein. Freudenbezeugungen sind zuvor verboten worden. Nach den Jahren des Exils bleibt die Ankunft ohne öffentliche Feier. Ein festlicher Einzug folgt erst am 11. Juli 1715. 

12. März 1729
Graf Max Cajetan von Törring-Seefeld erbt die Hofmark Haidhausen 

Haidhausen * Anna Maria Katharina Gräfin von Fugger-Kirchberg-Weißenhorn stirbt in München. Aus ihrem Nachlass erhält ihr Sohn Max Cajetan von Törring-Seefeld die Hofmark Haidhausen; ihr jüngerer Sohn Philipp Joseph erbt das Palais. Die Gräfin wird in der Gruft der Münchner Damenstiftskirche beigesetzt. 

13. Januar 1762
Wolfgang Amadeus und Nannerl Mozart musizieren vor dem Kurfürstenpaar

München-Graggenau * In München angekommen musiziert der fünfjährige Wolferl und seine zehnjährige Schwester Nannerl in der Residenz vor den kritischen Ohren des kurfürstlichen Ehepaars. Wolfgang Amadeus Mozart wird Zeit seines Lebens München insgesamt achtmal besuchen.

4. April 1775
Die als Hexe verurteilte Anna Maria Schweglin soll hingerichtet werden

Kempten * Die zum Tode mit dem Schwert wegen Schadenszauber und Teufelsbuhlschaft verurteilte Hausmagd Anna Maria Schweglin aus Kempten soll hingerichtet werden. Sie gilt als die letzte hingerichtete bayerische Hexe. Doch sie stirbt - wie man erst 1995 entdeckt - anno 1781 im Gefängnis. 

1787
Kommerzienrat Fleischmann lässt eine Tabakfabrik anlegen

Au * Die Mühle und das mit kostbarer Malerei geschmückte Schloss, die Hammerschmiede und kleine bewohnte Gebäude, Gärten und Weiher gehen an den churfürstlichen Kommerzienrat Fleischmann und dessen Frau Maria Anna über.

Mittlerweile ist das Gut ziemlich heruntergekommen und Kommerzienrat Fleischmann versucht, das Gebäude wieder in einen besseren Zustand zu versetzen. Fleischmann stockt die niedrigen Häuschen auf und setzt eine Tabakspflanzung an.

In der neuartigen und ersten Rauchtobacks-Fabricke in Baiern - dieses Privileg hat ihm Kurfürst Carl Theodor übertragen - wird dadurch Arbeit und Broterwerb für viele Männer, Frauen und Kinder geschaffen. Sie finden hier ein karges Einkommen.

1787
Montgelas tritt in den Dienst Herzog Carl II. August von Pfalz-Zweibrücken

München * Als Folge der Illuminatenaffäre, in deren Verlauf die Mitglieder dem Vorwurf landesverräterischer und religionsfeindlicher Bestrebungen ausgesetzt sind, verlässt Maximilian Joseph von Montgelas das Kurfürstentum Baiern und tritt in den Dienst Herzog Carl II. August von Pfalz-Zweibrücken.  

Dieser wird, je länger die Kinderlosigkeit des pfalz-baierischen Kurfürstenpaares andauert, als voraussichtlicher Erbe von Pfalzbaiern, der drittgrößten Ländermasse des Reiches, gehandelt, und von den fünf Großmächten umworben.

Kurfürst Carl Theodor hat sich aufgrund seiner Pläne, Kurbaiern gegen die österreichischen Niederlande einzutauschen, bei der baierischen Bevölkerung äußerst unbeliebt gemacht.

Und selbstredend liegt das Interesse der zweibrückischen Herzöge an der Verhinderung des Tauschprojekts. Und da kommt ihnen Freiherr Montgelas gerade recht.

Von Zweibrücken aus hält er die geheimen Verbindungen zu den baierischen Oppositionskreisen aufrecht. Dadurch kann - in Verbindung mit dem preußischen König Friedrich II. und der antiösterreichischen Patriotenpartei am Münchner Hof - die Existenz Kurbaierns unangetastet erhalten werden.

Eine der wichtigsten Vorkämpferinnen ist die Witwe des Herzogs Clemens Franz de Paula, des Cousins des letzten baierischen Kurfürsten Max III. Joseph: Herzogin Maria Anna. 

23. September 1795
Einige Hundert verärgerte Münchner fordern eine Getreide-Ausfuhrsperre

München • Nachdem zwei Tage zuvor das Gerücht in Umlauf gesetzt worden war, dass mehrere Tausend Scheffel Getreide ausgeführt werden sollen, versammeln sich einige Hundert verärgerte Menschen vor dem Rathaus und fordern vom Magistrat das energische Eintreten für eine Getreide-Ausfuhrsperre. 

Eine Delegation begibt sich zum Kurfürsten, der wegen der Vorgänge einen Theaterbesuch absagen muss und schon deshalb zu hartem Vorgehen entschlossen ist. Er lässt seine Truppen in Alarmbereitschaft versetzen, die Stadttore verschließen und in den Straßen berittenes Militär patroullieren. 

Auf Vermittlung der Kurfürstin-Witwe Maria Anna empfängt Carl Theodor die Delegation.
Obwohl der Kurfürst die Verhandlungen verzögern möchte, können die Bürgervertreter dennoch Sofortmaßnahmen durchsetzen.

19. Januar 1803
Die Gebeine der verstorbenen Karmelitinnen entfernt

München * In der Nacht des 19. Januar 1803 wirft man die Gebeine der Maria Anna Lindmayr zusammen mit den Überresten anderer verstorbener Klosterschwestern auf einen städtischen Müllwagen, transportiert das Ganze auf den Alten Südlichen Friedhof und verscharrt alles in einem Massengrab. 

28. Juni 1815
Andreas und Anna Schlutt sind Inhaber des Bachl­bräu-Anwesens im Tal

München-Graggenau * Andreas und Anna Schlutt, die Eltern der Therese Feldmüller, sind zwischen 28. Juni 1815 und 20. Dezember 1836 Inhaber des Bachl­bräu-Anwesens im Tal Mariae in München, das später wegen der geplanten Verbreiterung der Maderbräugasse verkauft und abgerissen wird.

Andreas Schlutt ist auch als Makler und Grundstücksspekulant tätig: So kauft er die Immobilie Priel 1, ein Ökonomieanwesen zwischen Bogenhausen und Oberföhring mit 76 Tagwerk.

17. Februar 1821
Lola Montez wird als Elizabeth Rosanna Gilbert in Irland geboren

Grange * Die „Spanische Tänzerin“ Lola Montez wird als Elizabeth Rosanna Gilbert in Grange, einem irischen Dorf im Nordwesten der Insel geboren. Ihre Mutter war das uneheliche Kind des angesehenen Landadeligen Charles Silver Olivier und seiner langjährigen Mätresse Mary Green. Edward Gilbert heiratet die Mutter der später als Lola Montez berühmt gewordenen Tänzerin.

26. Mai 1827
Die Haberer führen einen Doppelschlag aus

Steingraben bei Elbach - Großpienzenau * In der Nacht vom 26. zum 27. Mai 1827 führen die Haberer einen Doppelschlag aus.

  • In Steingraben bei Elbach treibt man den beiden Bauerntöchtern Anna Kirchberger und Barbara Huber wegen ihres unsittlichen Lebenswandels und wegen ihrer unehelichen Kinder das Haberfeld.
  • Kaum sind in Steingraben die letzten Schüsse verhallt, geht in dem drei Stunden entfernten Großpienzenau das Getöse los. Das Treiben gilt hier der Bauerntochter Anna Taubenberger wegen „Umgangs mit mehreren Männern“. Neben der Anna werden noch „weitere Sünder ins Gebet genommen“. 

Bei beiden Treiben kann die Obrigkeit keine Spuren der Teilnehmer entdecken. 

10. November 1828
Das Haberfeldtreiben von Berbling bei Aibling

Berbling bei Aibling * Beim „Treiben von Berbling“ im Raum Aibling am 10. zum 11. November 1828 geht es um die Anna Mayr, die ledige Dorfschusters-Tochter, der man ein intimes Verhältnis mit einem verwitweten Bauern vorwirft, dem sie ein uneheliches Kind geboren hatte. 

3. Mai 1834
Eine Konfrontation zwischen den Dorfbewohnern und den Haberern

Weyarn * Beim Haberfeldtreiben von Weyarn in der Nacht vom 3. auf den 4. Mai 1834, das sich gegen die Wirtstochter Anna Kirchberger, die Hausmagd Maria Strohschneider, den Wirt Alois Kirchberger und andere Dorfbewohner richtet, kommt es zur direkten Konfrontation zwischen den Dorfbewohnern und den Haberern. 

Der Wirt, sein Sohn und der Knecht gehen auf die Haberer los. Vater und Sohn Kirchberger werden nur leicht verletzt, der Knecht wird dagegen von fünf Schüssen schwer verwundet. Auch auf den herbeigeholten Pfarrer wird geschossen. Er kann den Verletzten nur im Schutze des Straßengrabens erreichen. Die heftigen verbalen Attacken richteten sich erneut gegen den Standesunterschied von Wirt und Dirn. 

Durch die Vorgänge von Weyarn wird das Haberfeldtreiben endgültig kriminalisiert. 

17. Mai 1839
Herzog Max in Bayern kauft das Anwesen Priel 1

Bogenhausen * Die Witwe Anna Schlutt und ihren Sohn Johann Baptist verkaufen die Immoblilie Priel 1 bei Bogenhausen an Herzog Max in Bayern („Zither-Maxl“). Dieser hat 1½ Jahre zuvor das Montgelas-Erbe in Bogenhausen erworben und erweitert jetzt durch Zukäufe seine Liegenschaft zum späteren Herzogpark.

12. Juni 1843
In der Morning Post manipuliert Lola Montez erstmals ihren Lebenslauf

London * In der Morning Post manipuliert Elizabeth Rosanna James alias Lola Montez erstmals ihren Lebenslauf, indem sie schreibt: „Ich stamme aus Sevilla und wurde im Jahr 1833, als ich zehn Jahre alt war, zu einer katholischen Lady nach Bath geschickt, wo ich sieben Monate blieb und dann zu meinen Eltern nach Spanien zurückgeschickt wurde.
Seit dieser Zeit bis zum letzten 14. April, als ich in London ankam, habe ich nie einen Fuß in dieses Land gesetzt und habe London auch nie zuvor in meinem Leben gesehen.” 

29. Juni 1848
Erzherzog Johann zum Reichsverweser gewählt

Frankfurt am Main * Die Nationalversammlung wählt den österreichischen Erzherzog Johann zum Reichsverweser.  

  • Die Monarchisten stimmen zu, da er Fürst ist,
  • die Großdeutschen, da er Österreicher ist,
  • der Linken ist er genehm, weil er als volkstümlich gilt. 
  • Überhaupt ist Erzherzog Johann ein Gegner Metternichs gewesen.  

Seine Popularität bei den Linken basiert auch auf seiner morganatischen Ehe mit einer bürgerlichen Postmeisterstochter. Am 18. Februar 1829 hatte er die aus Aussee stammende Anna Plochl geheiratet und hinnehmen müssen, dass er von der Thronfolge ausgeschlossen wurde. 

20. September 1862
Das Marienstift für verwaiste Töchter von Staatsdiener aller Klassen

Bogenhausen * Der Privat-Fidei-Kommiß König Max II. kauft das Anwesen des ehemaligen Schlosses Neuberghausen mit 14 Tagwerk Grund um 60.000 Gulden von Franz und Anna Wagenpfeil. Auf dem Areal soll das Marienstift für verwaiste Töchter von Staatsdiener aller Klassen errichtet werden, die sogenannte Beamten-Relikten-Anstalt.

1887
Die Mariannenbrücke wird als Zugang zum Café Isarlust gebaut

München-Lehel - Praterinsel * Die Mariannenbrücke als Zugang zum Café Isarlust auf der Feuerwerksinsel wird gebaut. Sie ist benannt nach Herzogin Maria Anna, der Gemahlin von Herzog Clemens, dem Bruder des letzten baierischen Wittelsbachers.

Durch ihren patriotischen Einsatz - sagt man - verhinderte sie, dass der pfalz-baierische Kurfürst Carl Theodor seine baierischen Erblande an Österreich abtrat und München dadurch seinen Staus als Residenzstadt behielt.

15. Juli 1888
Der Kunstmaler Eduard Grützner verlobt sich mit Anna Wirthmann

München - München-Haidhausen * Die Zeitschrift Die Kunst für Alle meldet: „Professor Ed. Grützner hat sich mit der Tochter des Münchner Stadtkommandanten, Fräulein Anna Wirthmann, verlobt. Die Red. d. Bl. wünscht dem trefflichen Künstler hierzu ebensoviel Glück und Freude, als er mit seinen Bildern anderen bisher geschaffen“.

Doch seine um siebzehn Jahre jüngere Frau wird den Künstler und ihren gemeinsamen Sohn, Karl Eduard, später wegen eines Wiener Sängers verlassen.

September 1889
Ein Mord wird zum Ausgangspunkt für die „Lex Heinze“

Berlin * Das Berliner Ehepaar Gotthilf und Anna Heinze, er ein Zuhälter, sie eine Prostituierte, halten über mehrere Tage ein Mädchen fest, missbrauchen es sexuell und ermorden es schließlich. Das ist der Ausgangspunkt für die Gesetzgebung für das Kuppelei-Gesetz, die sogenannte „Lex Heinze“. 

14. April 2014
Sepp Krätz zieht seinen Antrag für das Frühlingsfest zurück

München-Theresienwiese * Ex-Wiesnwirt Sepp Krätz zieht seinen eigenen Antrag auf Gestattung für das Frühlingsfest zurück. Statt ihm sollen seine Ehefrau Tina Krätz und seine Schwester Johanna Barsy das Hippodrom betreiben. Das Kreisverwaltungsreferat - KVR stimmt dem Antrag zu.

Ob Sepp Krätz seine Schankkonzession und damit seine Zukunft als Wirt des Andechser am Dom weiter behalten kann, entscheidet das KVR nach Ostern. Erst Anfang Mai will das Landratsamt über die Zukunft seiner Konzession als Wirt der Waldwirtschaft in Großhesselohe entscheiden. 

23. April 2014
Der Ex-Wiesnwirt Sepp Krätz verliert seine Schanklizenz

München-Kreuzviertel * Der Ex-Wiesnwirt Sepp Krätz verliert seine Schanklizenz und muss den Andechser am Dom bis 1. Juni räumen. Möglicherweise übernimmt - ebenso wie das Hippodrom am Frühlingsfest seine Ehefrau Tina Krätz und seine Schwester Johanna Barsy den Betrieb.

Vorsorglich hat Sepp Krätz gegen den Konzessionsentzug geklagt. Die Klage hat aufschiebende Wirkung, sodass er erstmal im Andechser am Dom noch Wirt bleiben kann. 

25. April 2014
Das Frühlingsfest-Hippodrom wird von Sepp Krätz' Ehefrau betrieben

München-Theresienwiese * Beim Frühlingsfest auf der Theresienwiese wird das Hippodrom nicht mehr vom Ex-Wiesnwirt Sepp Krätz, sondern von dessen Ehefrau Tina Krätz und seiner Schwester Johanna Barsy betrieben. Die beiden Damen stehen inzwischen auch an der Spitze der Hippodrom Oktoberfest OHG. 

16. November 2014
Im Volkstheater findet die dritte SAUBANDE-Matinée statt

München-Maxvorstadt * Im Volkstheater findet die dritte SAUBANDE-Matinée, des Karl Valentin-Liesl Karlstadt-Fördervereins, statt.  

Es wirken mit: Luise Kinseher, Maria Peschek, Frank-Markus Barwasser (alias Erwin Pelzig), die Couplet AG, Bele Turba, das Fünferl mit Johanna Bittenbinder, Heinz Josef Braun, Sebi Tramontana und Andreas Koll, Hans Well mit den Wellbappn, Stephan Zinner und Holger Paetz. 

19. November 2017
Die 6. Benefiz-Matinée der SAUBANDE im Münchner Volkstheater

München-Maxvorstadt * Zum sechsten Mal veranstaltet die „SAUBANDE“, der Valentin-Karlstadt-Förderverein, eine Benefiz-Matinée im Münchner Volkstheater.

Es treten auf: Ilse Neubauer, Maria Peschek und Helmut Dauner, Mrs. Zwirbel, Hans Well und die Wellpappn, Bele Turba und Nadia Tamborrini, das „Fünferl“ mit Johanna Bittenbinder, Heinz Josef Braun, Sebi Tramontana und Andreas Koll, Veronika Bittenbinder mit Band, Stefan Noelle, Stephan Zinner, Arthur Senkrecht mit Bastian Pusch am Piano und Holger Paetz sowie die eine oder andere Überraschung.

Die namhaften Künstlerinnen und Künstler geben ihr Bestes, garniert mit valentinschen Spitzen.