Menü
Home Veranstaltungen Fakten Suchbegriffe Personen Jahrestage Karte Zeitensprünge Podcast

Fakten

Fakten Karte Suchbegriffe Personen Jahrestage
2000
-3000 Chronik 2026
Gefundene Einträge: 18
Suchergebnisse als PDF
15. Mai 1632
Die schwedische Schutzgarde wird nach München verlegt

München * Die schwedische Schutzgarde wird nach München verlegt und nimmt Einquartierungen in den „Klöstern und Häusern der Vornehmen in München, deren Insassen meist nach Tirol oder Italien geflohen waren“.

Die innerhalb der Stadtummauerung lebenden Münchner kommen wieder einmal glimpflich davon. Die Soldateska plündert, verwüstet, drangsaliert und vergewaltigt dafür um so stärker in den Vororten - besonders in der bevölkerungsreichen Au und in Haidhausen.

5. September 1703
Reichstruppen besetzen das neutrale Augsburg

Augsburg * Reichstruppen unter dem Befehl Markgraf Ludwig Wilhelms von Baden besetzen überraschend die neutrale Freie Reichsstadt Augsburg. Der Rat der Stadt kann die militärische Einquartierung nicht verhindern. 

Von Augsburg aus können die kaiserlichen und reichsständischen Truppen die Donau umgehen und Baiern unmittelbar von Westen bedrohen. Max Emanuel und der französische Marschall Villars folgen dem gegnerischen Heer, wagen jedoch zunächst keinen Angriff auf dessen befestigte Stellungen. Augsburg bleibt bis zum 15. Dezember von Reichstruppen besetzt und fällt anschließend an die baierisch-französische Armee.

16. Dezember 1703
Baierisch-französische Truppen erobern Augsburg 

Augsburg * Nach mehrtägiger Belagerung und schwerem Artilleriebeschuss räumen die kaiserlichen und reichsständischen Truppen die Freie Reichsstadt Augsburg. Baierische und französische Verbände ziehen in die Stadt ein; der französische Marschall Ferdinand de Marsin nimmt mit rund 11.500 Soldaten Quartier. 

Damit bringt Kurfürst Max Emanuel Augsburg unter seine Kontrolle und beseitigt die unmittelbare Bedrohung Baierns von Westen. Für die Bevölkerung beginnt jedoch eine erneute Besatzungszeit mit hohen Einquartierungs-, Versorgungs- und Kriegslasten. Die baierisch-französische Besetzung dauert bis August 1704. 

15. Mai 1705
München wird von den Kaiserlichen belagert

München * Feldmarschall Johann Franz Graf von Gronsfeld rückt mit rund 8.000 kaiserlichen und verbündeten Soldaten sowie Belagerungsgeschützen vor München. Er fordert die sofortige Übergabe und droht andernfalls mit der Beschießung der Stadt. Teile der Bürgerschaft wollen Widerstand leisten, doch Regierung und Stadtmagistrat erkennen die militärische Übermacht und nehmen Verhandlungen auf. 

Gronsfeld sichert schriftlich zu, die in München lebenden Söhne Kurfürst Max Emanuels nicht anzutasten und die Rechte der Bürgerschaft zu wahren. Außerdem sollen die Kosten der Einquartierung nicht allein den Bürgern auferlegt, sondern auch vom Hofpersonal, vom Adel und von der Geistlichkeit getragen werden. Daraufhin stimmt die Stadt der kampflosen Übergabe zu. 

25. Mai 1705
Eine neue Kriegssteuer verschärft die Not 

München - Baiern * Aus Geldnot erhebt die Kaiserliche Administration eine weitere außerordentliche Kriegssteuer. Sie kommt zu einer bereits von jedem Hof geforderten Kriegsanleihe von 43 Gulden hinzu und muss innerhalb von acht Tagen entrichtet werden. 

Obwohl viele Untertanen durch Einquartierungen, Truppendurchzüge und frühere Abgaben bereits weitgehend ausgezehrt sind, wird die Zahlung vielfach mit Gewalt eingetrieben. Missbrauch und überhöhte Forderungen örtlicher Amtsträger können die Belastung zusätzlich verschärfen. Die wachsende Steuerlast verstärkt die Unzufriedenheit mit der kaiserlichen Herrschaft. 

28. November 1705
Die Administration stellt ein Ende der Zwangsrekrutierungen in Aussicht

München * Auf Drängen der Landschaftsverordnung, der ständigen Vertretung der baierischen Landstände, sagt die Kaiserliche Administration zu, die Zwangsrekrutierungen einzustellen. Die Landschaftsverordnung distanziert sich zwar ausdrücklich vom Aufstand der Bauern, erkennt deren Beschwerden über Abgaben, Einquartierungen und gewaltsame Aushebungen jedoch als berechtigt an. 

Gegenüber dem Kaiser beklagt sie das seit Langem auf dem Land lastende Elend und wirbt für eine Verständigung zwischen der Obrigkeit und den Aufständischen. Die Zusage beruhigt die Lage allerdings nicht: Die Rekrutierungen enden vorerst nicht vollständig, und der bewaffnete Aufstand breitet sich weiter aus. 

9. Dezember 1705
Ein gefälschtes Kurfürstenmandat soll den Aufstand legitimieren 

Tölz * Der frühere baierische Kriegskommissär Matthias Ägidius Fuchs reist von Braunau nach Tölz und gewinnt den dortigen Pflegskommissär Joseph Ferdinand Dänkel für die Aufstandspläne. Um bestehende Zweifel zu zerstreuen, legt Fuchs ein angebliches Mandat des im Exil lebenden Kurfürsten Max Emanuel vor. 

Darin beklagt der vermeintliche Landesherr die hohen Abgaben, Einquartierungslasten und Zwangsrekrutierungen. Er fordert seine Untertanen auf, sich zu bewaffnen, das Land selbst zu verteidigen und einander beizustehen. Zugleich stellt er militärische Unterstützung und seine baldige Rückkehr in Aussicht. 

Das Schreiben ist vermutlich eine Fälschung aus dem Umfeld der Braunauer Aufstandsführung. Es soll den Eindruck erwecken, die Erhebung geschehe im Auftrag des rechtmäßigen Kurfürsten, und wird damit zu einem wichtigen Mittel für die Mobilisierung des Oberlands. Es lautet: 

„Wir, von Gottes Gnaden Maximilian Emanuel, Churfürst zu Baiern etc. etc..

Nachdem Wir mit Schmertzen vernommen, dass ihr, meine Liebe, Getreue, seit unser Abwesenheit mehr und mehr beschweret werdet, und man euch eine Million nach der andern abpresset, benebst den Teutschen Krieg aus euren Mitteln fortsetzen wolle, wodurch dann die Armuth bey auch dermassen zugenommen, dass ihr die unerträglichen Lasten, sowohl in Geld, als Mannschafft, freye Einquartierung, und hin= und wider= Marches nicht länger ertragen könnet, dass ihr auch eur Vieh und Hauß-Zierathe zu Gelde gemacht, und nichts mehr als die leere Wohnung übrig habt, so haben wir nach der allzeit gegen euch erwiesenen und noch habenden Güt und Vorsorge rathsam und gut befunden, euch solchen vorzustellen und zu ermahnen, dass ihr solche unchristliche Beschwerungen nicht länger duftet, sondern hingegen- gesamter Hand einander beystehet, mit Gewehr euch versorget und auf alle Arth und Weise das Land selbst zu beschirmen trachtet, und solches um soviel mehr, da man noch über dem die bequeme Mannschafft zu dem Kriegesdienst mit Gewalt zwingen und wegführen will.

Zu dem Ende wollen wir auch nicht unterlassen, euch, soviel möglich ist, beyzustehen, und unser Winter-Lager nahe bey euch zu nehmen, biß ihr einen festen Fuß ins Land haben werdet.

Womit wir, wie vor diesem, euch in Gnaden und Gunst gewogen verbleiben.“ 

10. Dezember 1705
In Anzing beginnen Verhandlungen

Anzing * Gemäßigte Vertreter der Burghauser Aufständischen treffen unter Führung Franz Bernhard von Prielmayrs mit Abgesandten der baierischen Landschaft zusammen. Die Kaiserliche Administration stimmt den Verhandlungen im Anzinger Högerschlösschen zu. 

Die Delegierten suchen nach einer friedlichen Beilegung des Konflikts. Sie tragen die Beschwerden der Bevölkerung über Zwangsrekrutierungen, hohe Abgaben, Einquartierungen und Übergriffe der Besatzungstruppen vor.

16. Dezember 1705
Ein Manifest begründet den Widerstand

Königsdorf * Die Münchner Wirte Johann Jäger, Johann Georg Küttler und Georg Hallmayr beraten mit Vertretern des Oberlands. Zu ihren Gesprächspartnern gehören Adam Schöttl, genannt „Jägeradam“, der Tölzer Weinwirt Franz Jäger sowie die Bierbrauer Michael Schaindl und Anton Fiechtner. 

Die Versammelten verständigen sich auf eine Begründung des Aufstands. Sie verweisen auf 

  • die hohen Steuern und Kriegsumlagen,
  • die Belastungen durch Einquartierungen und Übergriffe der Soldaten,
  • die vertragswidrige Besetzung des Rentamts München,
  • die Verweigerung der Rückkehr der Kurfürstin,
  • die Beschlagnahmung kurfürstlichen Eigentums sowie
  • die befürchtete Deportation der Prinzen. 

Die Besetzung des Rentamts München betrachten sie als Vertragsbruch. Weil sie von der Landschaftsvertretung keine ausreichende Hilfe erwarten, erklären sie die Vertreibung der kaiserlichen Verwaltung zum Ziel.

1711
Die Isarkaserne entsteht auf der Kohleninsel 

München-Isarvorstadt * Auf dem südlichen Teil der späteren Kohleninsel entsteht eine Kaserne für die Kavallerie. Sie wird auch „Isarwörthkaserne“ genannt. Den Bau veranlasst die kaiserliche Verwaltung, da ich Kurfürst Max Emanuel nach seiner Niederlage im Spanischen Erbfolgekrieg im französischen Exil befindet, während kaiserliche Truppen Baiern besetzt halten. Die Kaserne soll die Einquartierung von Soldaten in Münchner Bürgerhäusern verringern. Der Adel, der fürstliche Hof und der Klerus sind von diesen Belastungen befreit. 

Während der Besatzungszeit sind durchschnittlich rund 3.000 Soldaten in München einquartiert. 

Um den 3. Juli 1800
Dankadresse von der baierischen Nation an Max Joseph IV.

München * Nach der Flucht des Kurfürsten Max IV. Joseph findet sich in einer weit verbreiteten Broschüre mit dem Titel: „Dankadresse von der baierischen Nation an Max Joseph IV.“ eine spöttische Kommentierung dieser Situation. Darin wird als größte Wohltat des Kurfürsten seine „Flucht aus München“ gepriesen, da er dadurch „die Stadt und das ganze Land der französischen Großmut preisgegeben und die Untertanen vollends überzeugt habe, dass sie sich auch ohne Fürsten und Militär selbst zu verteidigen, zu regieren und die Gefahren, in der sie ihr vielgeliebter Regent versetzt hat, mit männlicher Klugheit abzuwenden wissen“. Der Text will die Baiern in Stadt und Land davon überzeugen,  

  • dass die Nation reif ist für eine republikanische Staatsform nach französischem Muster und  
  • dass der Kurfürst als Oberhaupt des Staatswesen absolut entbehrlich sei.  

Freilich gibt es auch Stimmen gegen die Härten, die die französischen Einquartierungen mit sich bringen. Doch es herrscht eine grundsätzliche Sympathie für die Franzosen und das republikanische Frankreich.

Die Verantwortung für die unerquickliche Lage lastet man jedenfalls weniger den französischen Besatzungstruppen, als vielmehr dem geflüchteten Kurfürsten Max IV. Joseph und seiner verfehlten Politik an, mit der er Baiern im kaiserlichen Lager festhält. Selbst regierungstreue Münchner sehen sich durch die republikanischen Soldaten immer noch besser behandelt als durch die verbündeten Österreicher. 

24. Oktober 1805
Napoleon Bonaparte zieht triumphal in München ein

München * Napoleon zieht triumphal durch das Karlstor in München ein. Kurfürst Max IV. Joseph befindet sich noch in seinem Exil in Würzburg. Die Kurpfalzbaierische Staats-Zeitung von München berichtet am 25. Oktober 1805: „Endlich hatten wir gestern das sehnlich erwartete Vergnügen, Se. Majestät Napoleon Kaiser in Frankreich und König in Italien hier eintreffen zu sehen.

Se. Majestät kamen von Augsburg, fuhren in einem 6-spännigen Reisewagen, welchen der Herr Reichs-Marschall Bernadotte, nebst noch einigen H.H. Reichsmarschallen zu Pferde begleitete, unter dem Donner der Kanonen, und dem Zusammengeläute aller Glocken durch die Neuhauser-Kaufinger- über den Platz durch die Diener- in die Residenz-Gasse heran, und stiegen […] in der kurfürstl. Residenz ab.

Die ganze Stadt war zur Tageshelle beleuchtet, und die Mittags zuvor angekommenen kaiserl. königl. Garde-Regimenter hatten sich durch die ganze Einzugsstrecke à la haie aufgestellt. Es war ½ 8 Uhr Abends, und die Menge des hier befindlichen, zum Theile noch mit der Einquartierung beschäftigten Militärs nebst dem zusammenströmenden Volke zeigte das Bild eines durch Ströme aufgetriebenen Meeres, das sich schwer und langsam dahinwälzt.“ 

25. Oktober 1805
Die Presse berichtet über Napoleons Einzug in München

München * Die Kurpfalzbaierische Staats-Zeitung von München berichtet vom Einzug Napoleons:

„Endlich hatten wir gestern das sehnlich erwartete Vergnügen, Se. Majestät Napoleon Kaiser in Frankreich und König in Italien hier eintreffen zu sehen. Se. Majestät kamen von Augsburg, fuhren in einem 6-spännigen Reisewagen, welchen der Herr Reichs-Marschall Bernadotte, nebst noch einigen H.H. Reichsmarschallen zu Pferde begleitete, unter dem Donner der Kanonen, und dem Zusammengeläute aller Glocken durch die Neuhauser-Kaufinger- über den Platz durch die Diener- in die Residenz-Gasse heran, und stiegen […] in der kurfürstl. Residenz ab.

Die ganze Stadt war zur Tageshelle beleuchtet, und die Mittags zuvor angekommenen kaiserl. königl. Garde-Regimenter hatten sich durch die ganze Einzugsstrecke à la haie aufgestellt. Es war ½ 8 Uhr Abends, und die Menge des hier befindlichen, zum Theile noch mit der Einquartierung beschäftigten Militärs nebst dem zusammenströmenden Volke zeigte das Bild eines durch Ströme aufgetriebenen Meeres, das sich schwer und langsam dahinwälzt“. 

1. Januar 1806
Mit Kanonen und Kirchenglocken Aufmerksamkeit erregen

München * Am Nachmittag des Neujahrtages wird zur Feier der neuen Königswürde mit 200 Kanonenschüssen und dem Geläute sämtlicher Münchner Kirchenglocken die Öffentlichkeit auf das Ereignis aufmerksam gemacht.

Eine für den Abend vorgesehene Illumination der Stadt fällt sehr spärlich aus, weil die Zeit für die Vorbereitung zu kurz war. Andererseits verspüren die Münchner angesichts der zu erwartenden Einquartierungen französischer Soldaten wenig Lust zum Feiern. 

um März 1816
Eine Hungersnot bricht aus

Königreich Baiern * Nach dem gewaltigen Ausbruch des Vulkans Tambora zieht eine gigantische Aschewolke zieht über die nördliche Erdhalbkugel und bringt im Frühjahr 1816 mit Hunger und Tod das Elend über Baiern. Die Vorräte waren durch die Truppendurchzüge und Einquartierungen der letzten Jahre erschöpft worden. Das Land war schon von den Napoleonischen Kriegen ausgezehrt. Jetzt prägen Mangel und Not den Alltag.

Die Aschewolke lässt kaum noch einen Sonnenstrahl durch. Mitten im August schneit es. Kälte und Frost vernichteten die Ernte. Es war ein europaweites Phänomen, aber Baiern traf es am härtesten. 

Suchbegriffe: Tambora, Vulkan, Hungersnot
26. November 1918
Notunterkünfte und Zwangseinquartierungen

München * Die bis Ende Januar andauernde Rückkehr der Truppen von der Front machen München zu einem großen Entlassungszentrum. Gleichzeitig wird es Anziehungspunkt für jene Ausgemusterten, die ohne Arbeit oder ohne Ziele sind.

Die städtischen Behörden beginnen - davon ausgehend, dass es sich um eine vorübergehende Erscheinung handle, - in Schulgebäuden, Hotels und Bräus Notunterkünfte einzurichten. Auch in großen Privatwohnungen werden Zwangseinquartierungen vorgenommen. 

1939
Zwangseinquartierungen jüdischer Menschen

München-Maxvorstadt * Obwohl Dr. Walter und Nelly Zeckendorf die offiziellen Besitzer des Anwesens Richard-Wagner-Straße 11 sind, darf die Parterrewohnung und der erste Stock, in dem die verstorbene Jenny Zeckendorf bewohnt hat, nicht mehr vermietet werden.

Sie werden sofort für Zwangseinquartierungen jüdischer Menschen genutzt.

Ab 1939
Das „Judenhaus“ in der Richard-Wagner-Straße 11

München-Maxvorstadt * Zwischen 1939 und 1941 lassen sich in dem Anwesen Richard-Wagner-Straße 11 insgesamt 22 jüdische Menschen nachweisen, die hier untergeracht worden sind.

Es handelt sich ausnahmslos um Personen, die aus ihren eigenen Wohnungen vertrieben worden sind und von der Richard-Wagner-Straße 11 aus entweder ins Altenheim wechselten oder ins Sammellager Milbertshofen an der Knorrstarße gebracht werden.